28.04.2017 Viertausend!

Nein, wir haben nicht im Lotto gewonnen. Wir meiden Glücksspiele und gehen stattdessen lieber in eine der (geschätzt) 4000 Kirchen in Rom. Den Ehrgeiz, alle zu besuchen, haben wir nicht. Irgendwann wollen wir ja auch weiterziehen, aber das Wetter hier verdient momentan den norddeutschen Ausdruck „Schietwedder„: Stürmisch, regnerisch und kalt. Hinter der Hafenmole tobt das aufgewühlte Meer, der Heizlüfter surrt Tag und Nacht und Anima mea ruckt heftig an den Leinen. Weiterlesen

23.04.2017 Plan B

 

Eigentlich wollten wir ja schon weg sein aus Rom. Nicht, weil es uns hier nicht mehr gefällt, sondern weil uns ein bisschen die Zeit wegläuft. Das liegt vor allem daran, dass ab Mai in vielen Marinas in Italien die Wintersaison endet und damit wieder die Hafengebühren steigen. Manche Häfen überspringen dabei sogar die Nebensaison und gehen direkt zur Sommersaison über!

Doch seit Ostern hatten wir hier starken und vor allem kalten Nordwind mit heftigen Böen. Bei 17 Grad zieht es einen nicht gerade aufs Wasser hinaus, wo man von der Gischt nassgespritzt wird und erst recht auskühlt.

Trotzdem! Für gestern hatte der Wetterbericht eine Windberuhigung angesagt und wir waren fest entschlossen, die 27 Seemeilen bis Nettuno und nach einem kurzen Zwischenstopp 40 weitere Meilen zur Insel Ponza zu segeln.

Der Proviant war schon aufgefüllt und der Kurs auf dem Kartenplotter eingegeben, da trieb mich „eine innere Stimme“ dazu, doch mal auf die Homepage der Marina Ponza zu schauen. Mit der Erkenntnis, dass dort noch bis zum ersten Mai die Bürgersteige hochgeklappt sind!

Das würde bedeuten, wir müssten in der Marina in Nettuno etwa 10 Tage für „teuer Geld“ ausharren, um endlich Ponza ansteuern zu können. Vielleicht kommt jetzt der eine oder andere auf die Idee, dass wir doch in Ponza ankern könnten. Geht aber leider nicht bei den auch hier zurzeit ungewöhnlich niedrigen Luft-

und Wassertemperaturen. Ohne Heizlüfter ist es im Schiffsbauch lausig kalt und vor Anker haben wir keinen Landstrom für unser „Öfchen“. Weiterlesen

20.04.2017 La dolce vita

Am Ostersonntag machen wir mal nichts. Einfach nur faulenzen und die Sonne genießen!  Das ist der wahre Luxus: Wir sind in ROM und müssen nichts machen! Wir haben Zeit!

Am Ostermontag schlägt der Käptn einen letzten Besuch im Petersdom vor. Bevor wir Rom verlassen,  will er dort unbedingt noch das Petrusgrab unter der Basilika besichtigen.

In den beiden Metrolinien ist relativ wenig los. Auch die Menschenmassen in den Straßen zwischen der Metrostation Ottaviano und dem Dom halten sich in Grenzen. Dann der Schock: Eine ellenlange Warteschlange, die sich über den gesamten Petersplatz zieht. Bei aller Liebe: Da stelle ich mich nicht an!

Der Käptn ist enttäuscht. Nichts kann ihn trösten, weder das Argument, dass ja heute am Montag alle Museen geschlossen sind und daher der Besucherandrang im Petersdom besonders groß ist, noch, dass in meinem Reiseführer steht, die Besichtigung des Petrusgrabes müsse mindestens zwei Monate vorher schriftlich angemeldet werden.

Nun ist guter Rat teuer. Was könnte den Käptn jetzt aufheitern? Weiterlesen

16.04.2017 Tivoli

So hieß ein Kinopalast in meinem Heimatort. Als Kind war es für mich in den Fünfziger-Jahren die Spitze des Vergnügens, am Sonntag ins Tivoli zu gehen. Danach beglückten mich meine Eltern mit einer Tüte Pommes mit Senf von der Frittenbude gegenüber, die mir Kraft für den kilometerlangen Heimweg spendete.

Als ich selbst Kinder hatte, führte ich sie während eines Sommerurlaubs ins Kopenhagener Tivoli. In diesem großen Vergnügungspark wanderten wir auf verschlungenen, von Lampions erleuchteten Wegen von Attraktion zu Attraktion, bis meiner kleinen Tochter Silke plötzlich der gasgefüllte Luftballon aus dem Händchen flutschte. Da war es aus mit dem Vergnügen im Tivoli!

Was ich damals noch nicht wusste:

Tivoli,  Synonym für verschiedenste Vergnügungseinrichtungen, hat seinen Ursprung in dem gleichnamigen Ort 35 km östlich von Rom. Weiterlesen