24.07.2016 Großes Kino

1.IMG_2521Nach einer Ankernacht in der Baie de Macinaggio 16 Seemeilen nördlich von Bastia nehmen wir am 20.07. Cap Corse in Angriff. Dort ist stets mit stärkeren Winden als an der West- oder Nordküste zu rechnen, doch heute ist davon nichts zu spüren. Gleich hinter unserem Ankerplatz passieren wir die Iles Finocchiarola mit dem markanten Turm, wo ebenfalls einige Yachten ankern. Dann steuern wir in das Fahrwasser zwischen der schroffen Ile de la Giraglia und der Nordspitze von Korsika. Hier könnte man auch in Schottland sein, so kahl präsentieren sich die Hügel an der Backbordseite.

 

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22.07.2016 In die hohen Berge

Gleich am nächsten Tag, es ist Sonntag, der 17.Juli, wollen wir mit der Bahn die „Königstour“ nach Ajaccio machen. An der Strecke liegt Corte, die ehemalige Hauptstadt Korsikas. Zwischen 1755 und 1769 gehörte die Stadt zum unabhängigen Teil der Insel. Der korsische Staatsmann Pascal Paoli sorgte damals für eine demokratische Verfassung, Gewaltenteilung und Volkssouveränität.
Paoli weigerte sich, mit Genua zu verhandeln. Das verkaufte im „Vertrag von Versailles“ 1768 die Insel an Frankreich, was wiederum zu Aufständen führte. Doch letztendlich fiel die Stadt wieder an Frankreich.
Corte liegt auf einem Hochplateau in 436 m Höhe inmitten der gewaltigen Berglandschaft im Innern Korsikas. Wir wollen dort einen zweistündigen Zwischenstopp einlegen und um 13.33 Uhr nach Ajaccio an der Westküste weiterfahren.
Vom Bahnhof ist es noch ein kleiner Fußmarsch bis zur Innenstadt immer Richtung Zitadelle, die wie ein Adlernest auf einem Felsen sitzt.

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Corte

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21.07.2016 Mit der Bahn nach Calvi

Am Samstag, dem 16.07., ist früh wecken. Der Zug von Bastia nach Ajaccio an der Westküste fährt um 9:41 Uhr ab. Doch vorher müssen wir noch ein Ticket kaufen und wir wissen nicht, wie lang die Schlange am Schalter sein wird. Schließlich ist ja Wochenende, da wollen vielleicht viele Wanderer in die Berge. Für Gipfelstürmer ist hier die Auswahl groß. Die gebirgigste Mittelmeerinsel hat allein 70 Gipfel über 2000 m zu bieten. Der höchste Berg, der Monte Cinto, ist 2.706 m hoch, dicht gefolgt vom Monte Rotondo mit 2.622 m.
Um 8:15 Uhr packen wir die vorbereiteten Frühstücksbrote in den Rucksack und marschieren zum Place Saint-Nicolas. Von hier führt die Av. Marechal Sebastian direkt zum Bahnhof. Bei LEONCINI – Maitre Artisan Patissier Chocolatier depuis 1893 wird wegen der köstlichen Croissants kurz abgestoppt. Kurz darauf stehen wir auch schon am Schalter und sind gleich an der Reihe. Die Wanderer sind wohl schon mit dem 7:52 Uhr-Zug in die Berge gestartet.
Wir haben unseren Liegeplatz bis Dienstag bezahlt. Also bleibt genügend Zeit für mehrere Bahnfahrten. Da lohnt es sich, den Pass Liberta zu kaufen. Für 50 Euro kann man sieben Tage lang fahren, wohin und so oft man will.

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Das alles kann man mit dem Zug erreichen

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19.07.2016 Alles richtig gemacht.

DSCF1541Gut, dass wir rechtzeitig nach Bastia gekommen sind! – Während bei unserer Ankunft noch viele Liegeplätze frei sind, füllt sich der Hafen bis zum Abend mit der gleichen Geschwindigkeit, wie der Wind zunimmt. Auf dem Display des Windmessers leuchtet in der Dunkelheit beständig die Sieben, während es in den Wanten pfeift und scheppert. Die Schiffe zerren und rucken an ihren Leinen und Moorings, als wollten sie sich losreißen. Die Wahnsinnigen!

Unsere Fender quietschen, wenn die Böen aus Südwest uns auf die Backbordseite des italienischen Nachbarn drücken. Dann verändert sich der Ton des Windes. Er heult wie ein wildes Monster, das in einem riesigen Rohr eingesperrt ist. Windstärke acht! Sturm!

Wer nicht seefest ist, könnte im Hafen seekrank werden. Die Eigner stehen in der Dunkelheit auf ihren Schiffen, prüfen die Leinen, beobachten die Lage. Auch der Käptn sitzt im Cockpit, steigt immer wieder aufs Deck, wacht fast ununterbrochen die ganze Nacht. Es scheppert, ein Glas ist umgestürzt und zerbrochen. Nun haben wir nur noch vier Weingläser im Schrank.

Am nächsten Tag verebbt der Sturm. Doch niemand rührt sich von seinem sicheren Liegeplatz.

Ich gehe zum Sanitärgebäude und treffe eine kleine, blonde Person. Sie spricht mich auf Englisch an. Wir amüsieren uns über eine der Toiletten. Sie hat ein großes Fenster  in der Außenwand. Ohne Sichtschutz! Die Crew der großen Motoryacht nebenan könnte problemlos bei der Verrichtung der Notdurft zuschauen. „Das kann nur ein Mann gebaut haben!“ erklärt die kleine Dame, die sich als Jenny aus Neuseeland vorstellt.

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13.07.2016 Salut, du Schöne!

IMG_2247Am Donnerstag, dem 07.07. verabschieden sich Wolfgang und Gisela von uns. Sie wollen die heißen Monate lieber in Deutschland verbringen und Ende August wieder zu ihrer Amica zurückkehren. Sie sind nicht die einzigen, die während der Hochsaison lieber die kühleren heimatlichen Gefilde aufsuchen, obwohl es ja mittlerweile auch in Deutschland ganz schön heiß werden kann. Während unsere beiden Segelfreunde im Flugzeug sitzen, erleben wir an unserem Stammplatz in der Hafenbar, wie Frankreich die deutsche Nationalelf mit 2:0 besiegt. Eine Gruppe französischer Segler grinst freudig zu uns hinüber. Es sei ihnen gegönnt! Unfair sind jedoch die Bemerkungen der Schweizer Touristen am Nebentisch. Mit Blick auf uns verleihen sie ihrer Genugtuung über die deutsche Niederlage laut und deutlich Ausdruck. Haben wir denen was getan? Na ja, nicht alle Schweizer Uhren ticken sauber! Am Samstag hält uns dann nichts mehr in Santa Teresa Gallura. Mal sehen, was auf der Abrechnung stehen wird! Doch, ich bin angenehm überrascht! Dank Wolfgang, der als Dauerlieger gute Konditionen für uns ausgehandelt hatte, müssen wir umgerechnet nur 30,50 Euro pro Tag bezahlen. Ein sehr guter Preis für die Hauptsaison! Vielen Dank an das nette Personal in der Marina und an die Amica-Crew, die uns als Insider viele schöne Ecken dieser Trauminsel gezeigt und dann auch noch zu dieser Kostenersparnis verholfen hat!!! Gegen halb zehn fahren wir hinaus auf die Straße von Bonifacio. In dieser Düse zwischen den Inseln Sardinien und Korsika verstärken sich die herrschenden Winde gerne mal um ein bis zwei Beaufort, doch heute haben wir damit kein Problem. Gemütlich segeln wir nur mit der Genua hinüber, während die weißen Kalkfelsen von Bonifacio an Backbord leuchten. Ganz in Ruhe kann dabei auch der Flaggenwechsel vorgenommen werden. Unter der französischen Trikolore flattert nun auch der korsische „Mohrenkopf“.

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