16.04.2017 – Wir wollen es wissen

Ist zu Ostern in Rom tatsächlich „Die Hölle“ los?

Am Karfreitag machen wir uns morgens auf den Weg in die heilige Stadt. Die Geschäfte sind geöffnet. Die Menschen bereiten sich auf das Osterwochenende vor. In Deutschland läuft an diesem Tag gar nichts, hier ist es wie immer. Die Metro ist gut gefüllt, aber lange nicht überfüllt. Im Vatikan sind viele Touristen und Pilger, aber längst nicht so viele wie im letzten Herbst. Der abgesperrte Platz vor dem Petersdom ist menschenleer. Pflanzenkübel werden in Position gebracht, eine Kehrmaschine dreht ihre Runden. Die Polizei in prächtiger Uniform passt auf, dass niemand die Absperrung überwindet. Alles wirkt entspannt und heiter.

Der Petersdom am Karfreitag Weiterlesen

14.04.2017 – Über Pleiten, Pech und Pannen

können wir uns dieses Jahr wirklich nicht beklagen auf der Anima mea!

Nach dem schönen Stadtbummel am Palmsonntag wollten wir am Montag gleich wieder los. Doch schon beim Frühstück wurden unsere Pläne durchkreuzt, als ein Stück vom Schneidezahn des Käptns im Brötchen hängenblieb. Während der Schneidezahn echt ist, ist das „wönzige“ Stückchen eine Plombe, die eine kleine Ecke unten links ergänzt, doch leider alle paar Jahre den Geist aufgibt. Pech, dass sie es gerade hier tun musste!

Schon bald ging es dem Käptn gehörig auf die Nerven, dass seine Zunge unwillkürlich den Weg zur Lücke suchte. Und da er die Plombe aus dem Brotbrei gerettet hatte, wollte er nun unser „Notfall-Zahn-Kit“ ausprobieren und den Schaden selbst beheben. Der „Zement“ wurde angerührt und war nach fünf Minuten einsatzbereit. Das Problem war nur, das Stückchen zwischen den Fingern in die richtige Position zu bekommen und dann einzusetzen! Als das endlich gelang, war der Zement schon zu hart geworden.

Das Notfall-Zahn-Kit

Also versuchte „Schwester Christine“ ihr Glück. Neuer Zement wurde angerührt und das Plömpchen tatsächlich schnell an seinen Platz befördert. Zehn Minuten fest anpressen war nun die nächste Aufgabe. Es kam uns vor wie zehn Stunden! Aber auch das ging vorüber…

Bis zum Abendessen war die Welt wieder in Ordnung. Dann hing die Plombe wieder im Speisebrei. Weiterlesen

11.04.2017 – Festa delle Palme

nennen die Italiener den Palmsonntag. Sowohl katholische als auch evangelische Christen feierten den vergangenen Sonntag zur Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. Obwohl er – bescheiden, wie er war – auf einem Esel in die Stadt ritt, begrüßte ihn das Volk wie einen König. Die Menschen jubelten ihm zu, legten ihm Palmzweige und sogar ihre Kleider zu Füßen. Sie freuten sich, mit dem berühmten „Heilsbringer“ das jüdische Pascha-Fest zu feiern. Mit einem Mann, der Kranke heilte, Tote zum Leben erweckte, keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen Mann, Frau oder Kind machte. Der so viel Zuspruch erhielt, dass es den Herrschenden angst und bange wurde. Sie fürchteten so sehr um ihre Macht, dass sie ihn unter einem Vorwand schließlich zum Tod am Kreuz verurteilten.
Doch warum nahmen die Juden ausgerechnet Palmwedel für den „roten Teppich“?
Nun, die Palme galt damals als heiliger Baum und war ein Zeichen für Leben und Sieg.

Gerade öffnen sich die duftenden Blüten der Palmen auch im Porto di Roma.

Wir beide wollen heute mal nicht arbeiten sondern den Sonntag heiligen. Nach der vielen Arbeit fällt uns das überhaupt nicht schwer und so machen wir uns am Vormittag auf den Weg nach Rom. Meine Bedenken, dass heute an diesem Feiertag die Metro wieder brechend voll sein könnte, bestätigen sich glücklicherweise nicht. Entspannt steigen wir an der Haltestelle Colosseo aus. Wow! Das Colosseum leuchtet uns gesandstrahlt in neuem Glanz entgegen. Weiterlesen

09.04.2017 – Wir haben ein Rad ab

Wären wir Normal-Urlauber, dann wären wir jetzt schon wieder zu Hause; denn die ersten 14 Tage in Italien sind rum. Aber Gott-sei-Dank sind wir ja nicht im Urlaub sondern reisen mit unserem zweiten Zuhause durchs Mittelmeer. Und normal sind wir schon gar nicht, denn das, was wir bisher gemacht haben, schaffen nur Bekloppte. Oder halt Segler, die sich für nichts zu schade sind, wenn es um ihr Schiff geht.

Wir sind also letztes Wochenende von der „Villa Kunterbunt“ in der Via delle Sirene per pedes einige Straßen weiter ins Vier-Sterne-Hotel „Bacelo Aran Blu“ direkt am Porto di Roma umgezogen. Die Bürgersteige in Lido di Ostia sind zwar übersät von Unebenheiten, Rissen und Löchern, doch kann das nicht der Grund dafür gewesen sein, dass sich der Käptn kurz vor dem Hotel laut fluchend über den neuen Rollkoffer der Marke „Musto“ beugte und eines der beiden Räder in die Luft hielt.

Was? Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Der Koffer, mein Geburtstagsgeschenk mit 100 l Fassungsvermögen, hatte 200 Euro gekostet und war nach nur einem Flug, einer Taxifahrt und einem kurzen Fußmarsch schon im Eimer?

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