06.07.2018 Die Leichtigkeit des Seins

Der letzte Tag im Juni soll auch unser letzter in Lefkas sein.

Bis zehn Uhr müssen wir die Marina verlassen. Doch um halb zehn ist unsere neue Starter-Batterie noch immer nicht an Bord.

Also noch mal beim Schiffshändler anrufen und Druck machen.

Ja, es käme gleich jemand. Wir sollten die alte Batterie schon mal ausbauen.

Gesagt, getan. Nach zehn Minuten steht die alte Batterie auf dem Steg. Weiterlesen

29.06.2018 All is lost!

In der Taverna Porto auf Zakynthos lodert schon das Feuer im Grillkamin, als wir auf der überdachten Terrasse vor dem Flachbildschirm Platz nehmen. Kurz darauf setzt sich ein junges deutsches Paar aus Ratingen an den Nebentisch. Einen Tisch weiter kommt ein Paar aus der Schweiz dazu. Alle warten gespannt auf den Anpfiff des WM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Schweden.

Die Schweizer wollen nicht so recht raus mit der Sprache, wem sie die Daumen drücken. Sind eben eine „neutrale Nation“. Die junge Frau aus Ratingen hüllt sich derweil in eine große schwarz-rot-goldene Flagge. Sie ist ein echter Fußballfan und fiebert die ganze Zeit mit, während Deutschland eine Chance nach der anderen durch die Lappen geht und Schweden das erste Tor schießt. Weiterlesen

07.06.2018 Kalamata

Ein wundervoller Duft von frischer Wäsche erfüllt die Anima mea.

Ich weiß nicht, welches Waschmittel die Frau des Marineros in der Kalamata Marina benutzt, aber es verfehlt seine Wirkung nicht. Genüsslich nehme ich das dicke Wäschepaket auseinander und verstaue Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche wieder an ihrem Platz in den fast leeren Schapps. Das war mir die 25 Euro wert und ich freue mich immer, wenn ich die Menschen vor Ort ein wenig unterstützen kann. Weiterlesen

03.06.2018 Von Robotern, Ratten und Dieselpest

Der geniale Dädalos baute nicht nur die hölzerne Kuh für Königin Pasiphae. Er schuf auch den ehernen Giganten Talos, den er König Minos schenkte und der ihn zum Wächter Kretas bestimmte.

Dreimal am Tag umrundete dieser eherne Roboter die Insel, um jeden Fremden daran zu hindern, Kreta zu betreten, aber auch jeden Einheimischen, von ihr zu fliehen.

Vielleicht hält uns Talos inzwischen auch schon für Einheimische. Auch nach einer vollen Woche haben weder die Polizei noch irgendeiner unserer sporadisch auftauchenden Nachbarn Anstoß daran genommen, dass wir immer noch an der Kaimauer mit den dicken, schwarzen Autoreifen auf und ab tanzen. Zwar hat der Wind hier abgenommen, doch draußen auf dem offenen Meer weht es noch immer kräftig, weshalb ständig hohe Wellenberge die Bucht herunter bis an unsere Mauer rollen.

Wann hört dieser heftige Nordwind endlich auf? Weiterlesen

29.05.2018 Irrungen und Wirrungen

In Reiseführern werden am Anfang meist die „Highlights“ des Reiseziels aufgeführt. Würden wir einen solchen Führer für Kreta besitzen, wäre dort sicher auch die „Samaria-Schlucht“ aufgelistet.

Sie ist das Ziel unserer zweiten Autotour am Freitag. Und weil für uns immer „DER WEG IST DAS ZIEL“ gilt, fahren wir nicht direkt dorthin sondern nehmen ab Chania zunächst die Straße nach Sougia (Südküste).

Auf der kurvenreichen Strecke kommen wir durch ein enges Tal. Schafe und Ziegen grasen zwischen Geröll und niedrigen Polsterpflanzen. Dazwischen sprießen auffällige Pflanzen mit dunkelroten Blüten, die die Tiere nicht anrühren.

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