02.10.2018 Das Portal

Nun sind wir schon seit 17 Tagen im Porto Turistico di Roma in Lido di Ostia.

Wir liegen am gleichen Steg wie im Herbst 2016 und im Frühjahr 2017, nur ein paar Plätze weiter vom Gate entfernt. Fast alle Boote, die hier liegen, waren auch damals schon da. Es sind allesamt Italiener, die hier einen Dauerliegeplatz haben und jetzt nur noch am Wochenende in die Marina kommen.

Unter der Woche ist es hier recht einsam, denn auch die wenigen Yachten mit französischer oder deutscher Flagge sind verwaist. Wie schön, dass ein paar Tage nach uns eine große Hallberg Rassy mit Schweizer Flagge anlegte. Weiterlesen

22.09.2018 Tschüss, Odysseus!

Wir wären gerne noch länger in Pozzuoli geblieben, um Neapel intensiver kennenzulernen. Aber im Gegensatz zu den Megayacht-Besitzern in der Marina di Maglietta sind wir keine Millionäre und sehen es auch nicht ein, für eine weitere Übernachtung 70 Euro zu bezahlen.

Als wir am Mittwoch, den 12.09. um 7:00 Uhr bereit sind zum Ablegen, rufe ich – wie im Office vereinbart – über Funk den Marinero an, um den Universalschlüssel für Dusche und Energiesäule abzugeben. Doch wieder kommt keine Antwort. Und zum Office kann ich auch nicht gehen, denn es ist um diese Zeit natürlich noch nicht besetzt! Weiterlesen

19.09.2018 Auf eine Pizza nach Neapel

Am Montag, den 10. September verlassen wir um 7:00 Uhr morgens Salerno.

Noch einmal geht es an der Amalfi-Küste entlang und an den Sirenen-Inseln vorbei. Doch heute strahlen sie nicht wie am vergangenen Wochenende, denn der bedeckte Himmel legt einen leichten Grauschleier über Land und Meer.

Wir sind ein bisschen wehmütig. Nein, eher nachdenklich.

Seit wir Griechenland verlassen haben, denken wir bei jedem Abschied, dass wir diesen Ort wahrscheinlich nie wiedersehen werden. Wenn früher, als wir noch jung waren, der Urlaub zu Ende ging, hatten wir nie solche Gedanken. Da freuten wir uns bei der Abreise schon auf das nächste, neue Urlaubsziel. Mit zunehmendem Alter ticken wir anders und ertappen uns oft bei Gedanken wie diesen:

Das letzte Mal griechischer Bauernsalat in der Taverne auf Othoni. Das letzte Mal vom Cockpit aus der Blick auf den Stromboli. Das letzte Mal Aperol Spritz in der schönen Marina von Vibo Valencia…. Weiterlesen

11.09.2018 Wir sammeln Edelsteine

Den ersten Edelstein finden wir, als wir am 01. September die Äolischen Inseln erreichen.

Es ist die Insel Vulcano, deren aktiver Gran Cratere sich dunkel, vegetationslos und rauchend hinter den bizarren Felsen der Bucht Porto di Ponente erhebt.

Unseren Plan, hier zu ankern, verwerfen wir nach kurzer Überlegung. Nach 50 Seemeilen sind wir irgendwie zu müde, um jetzt noch ein Ankermanöver zu fahren. Zumal es beim ersten Versuch nicht unbedingt klappen könnte, wie Rod Heikell in seinem Küstenhandbuch Italien schreibt:

„Der Grund besteht aus grobem Sand, in dem sich der Anker nicht sofort eingräbt. Mit Geduld und Ausdauer gelingt es.“ Weiterlesen

18.08.2018 „Viva Maria“ oder „Eine Wallfahrt für Architekturinteressierte und Gourmets“

Ragusa: Ein Name, der auf der Zunge zergeht.

Der klingt, wie ein stundenlang im Ofen geschmortes Gericht, das nun dampfend und duftend auf dem Tisch steht.

Vorbereitet zu einem hohen Feiertag, wie zum Beispiel „Mariä Himmelfahrt„.

In allen katholischen Ländern des Mittelmeers ist der 15. August ein hohes Fest, verbunden mit Gottesdiensten und Prozessionen, mit genussvollen Essgelagen im Kreise der Familie oder – falls das Meer in der Nähe ist – mit ausgelassenen Strandpartys im Freundeskreis.

Auch hier im Küstenort Marina di Ragusa, in dessen gleichnamigen Sportboothafen wir seit Montag liegen, bereiten sich die Menschen auf das Marienfest am Mittwoch vor.

Laute Kanonenschüsse puffen bereits am Morgen dicke, kugelrunde Rußwölkchen in den blauen Himmel. Weiterlesen