26.08.2017 Im falschen Film?

Unser erstes Ziel im Saronischen Golf ist Korphos an der Küste des Peleponnes. Im Hafen gibt es keinen brauchbaren Platz für uns, denn die wenigen Plätze mit Mooringleinen sind bereits besetzt. Aber in der fast vollständig von Land umschlossenen Bucht gibt es genug gute Ankermöglichkeiten.

Dicht unter Land lassen wir gegen 15 Uhr auf etwa acht Meter Wassertiefe den Anker fallen. Er fasst sofort und gräbt sich fest in den gut haltenden Grund ein. So können wir beruhigt zusehen, wie sich der Himmel zunehmend verdunkelt. Dann grummelt es auch schon in den Wolken und ein paar Tropfen fallen herunter.

Aber ein richtiges Gewitter wird nicht daraus. Die Wolken ziehen hinaus auf´s Meer, und am Abend ist alles vorbei.

Korphos nach dem Unwetter

Doch kann der Bravste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt! Weiterlesen

21.08.2017 Durch den Isthmus

Am Samstag, den 19.08., klingelt der Wecker um kurz vor fünf Uhr morgens.

Es ist noch stockdunkel, aber windstill. Wir haben alles für die Abfahrt vorbereitet, lösen die Festmacher und verlassen die Hafenmauer von Ormos Isidorou. Um 9:40 Uhr haben wir den Alkyoniden-Golf am östlichen Ende des Golfs von Korinth erreicht. An Backbord öffnet sich der stark gegliederte Kolpos Domvrainis, in dem wir gerne ankern würden. Aber der Wetterbericht sagte für heute noch starke Fallböen für diesen Küstenabschnitt mit den steilen, karg bewachsenen Berghängen voraus. Weiterlesen

18.08.2017 Ein geheimer Ort

Am Mittwoch, dem 16. August verlassen wir den griechischen Nabel der Welt, um uns entlang der Festlandküste dem Kanal von Korinth ein weiteres Stück anzunähern.

Zunächst gestaltet sich die Reise angenehm: Das Himmelsblau teilt sich den Platz mit vielen grau-weißen Wolken, die angenehmen Schatten spenden, wenn sie sich vor die Sonne schieben. Der Wind weht mit vier Beaufort aus östlicher Richtung, was im Moment gut passt, da wir zunächst nach Süden zum Kap Ak Makry-Nikolaos müssen. Dort läuft die hohe, kark bewachsene Steilküste in eine langgezogene, immer flacher werdende, felsige Landzunge aus, über die jetzt der Ostwind ungehindert von den Bergen heruntersaust.

Obwohl mit bereits killendem Segel ganz hoch am Wind, drücken uns die Hammerböen immer wieder auf die Seite. Weiterlesen

15.08.2017 Götterdämmerung

Als wir von unserer Trizonia-Jungletour zurückkehren, trauen wir unseren Augen nicht!

Am Kopf der Hafenmauer genau vor uns legt gerade eine große Motoryacht (Voyager 560) mit ukrainischer Flagge an. Ist da nicht gerade Krieg?

Während wir über die Badeleiter an Bord klettern und anschließend Rudi Koster an Deck hieven, ruft der Skipper von seinem „Turmbau zu Babel“ herunter: „Kann ich ihnen helfen?“ In Deutsch wohlgemerkt und es klingt genau so, wie Vladimir Klitschkos „Miiiielch-schniete“.

Noch nie hat uns kleinem Segellicht ein Mensch auf einer so großen Motoryacht Hilfe angeboten! Wir glauben, nicht richtig gehört zu haben und fragen verdutzt: „Wobei?“ Weiterlesen

11.08.2017 Gibt es schnorchelnde Schutzengel?

Nach unserer Rundreise über den Peleponnes bleiben wir noch einen Tag in Patras. Der Käptn muss mal wieder in den Mast klettern, weil das Topplicht bei unserem wilden Ritt „aus der Fassung“ geraten war. Na ja, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Vielmehr sorgen Sonne und Salzwasser unaufhaltsam dafür, dass das Material langsam marode wird. Mal sehen, wie lange die „Notfallbehandlung“ halten wird!

Es kann jedenfalls am nächsten Tag weitergehen. Wir starten bei vier Beaufort, aber schon vor der Meerenge von Rion und Antirrion bläst es uns mit Windstärke fünf bis sechs entgegen. Gleichzeitig setzt der Strom mit etwa zwei Knoten aus der gleichen Richtung, so dass unser Oscar ganz schön arbeiten muss, um die acht Tonnen Schiff unter der gewaltigen Hängebrücke hindurchzuschieben.

Die Rion-Antirrion-Hängebrücke ist mit 2252 m Länge die längste Drahtseilbrücke der Welt. Die Durchfahrten zwischen den vier Pylonen sind 560 m breit, die Durchfahrtshöhe reicht von 25 m bis maximal 45 m.

Jetzt haben wir den Golf von Patras hinter uns und den Golf von Korinth vor uns. Weiterlesen