28.09.2014 Wandern in Albufeira

Nun sind wir schon seit sieben Tagen in Albufeira. Nachdem wir reichlich durch den Ort und über die ortsnahen Strände gebummelt sind, wünschten wir uns mal etwas mehr Landschaft und weniger Bebauung. Die Marina liegt ja in einem Tal. Auf der einen Seite zieht sich die Stadt Albufeira den Hang hinauf. Haus an Haus, terrassenförmig ineinander verschachtelt, stapeln dich die neu gebauten Ferienwohnungen. Teilweise sind es noch Rohbauten, an denen anscheinend seit längerer Zeit nicht gearbeitet wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass das kein Dauerzustand bleibt!

Auf der anderen Seite steht am Rande der Marina eine Doppelreihe mit bunten Einfamilienhäuschen. Dahinter ein noch unverbauter Hang, nur ganz oben stehen villenartige Häuser. Diesen Hang wanderten wir gestern bis zum Leuchtturm hinauf.

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Der Leuchtturm Albufeira

Na ja, schon wieder alles bebaut! Aber großzügiger, mit parkähnlichen Gärten drumherum. Überwiegend moderne Villen, einige mit „unverbaubarem“ Meerblick und atemberaubender Aussicht. Etwas störend und gar nicht edel: Hier eine leere Plastikflasche am Wegesrand, da ein Plastikbeutel im Gebüsch. Ich konnte mich einfach nicht beherrschen und sammelte den Müll ein, wenn ein Müllcontainer in der Nähe war.

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Sicher keine preiswerte Wohnlage

Wir wanderten durch das Villenviertel an der Küste entlang nach Westen. Plötzlich tauchten in unmittelbarer Nachbarschaft der Edelhäuser elende Hütten auf. Dazwischen lärmende Kinder und bellende Hunde. Von hier kam also das abendliche Kläffkonzert des kleinen Köters, das wir täglich von Bord aus hörten! Drumherum: Müllberge! Uns wurde erzählt, Portugal habe den höchsten Verbrauch an Plastiktüten europaweit: 400 Plastiktüten pro Kopf im Jahr! Und die fliegen trotz des vorbildlichen Mülltrennungssystems munter durch die Gegend.

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Leben am Rande der feinen Gesellschaft

Wir wanderten weiter. Die Bebauung lichtete sich, die geteerte Straße mündete in einen Sandweg. Endlich nur noch Pinien, Gras und Felsen und dahinter das Meer. Überall führten schmale Trampelpfade zum Küstenrand. Wir bogen auf einen davon ein und dann dieser Ausblick!

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Farbenprächtige Steilküste

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Von Wind und Wasser geformt

Wir folgten einem Küstenpfad, der mit einem roten Punkt markiert war. Traumhaft schön: Die Farben des Sandsteins, die filigranen Muster der ausgewaschenen Steingerippe und die bizarren Formen der zerklüfteten Felsen.

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Steingerippe

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Felskluft

Trotz der langen Trockenzeit – es ist nach wie vor jeden Tag um die 25° C – schaffen es einige Pflanzen zu blühen. Aber auch die längst verblühten waren schön anzusehen!

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Blühende Distel

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Verblühte Schönheit

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Überlebenskünstler

Im üppigen Buschwerk mit roten und rosa Beeren – die Floristen in Deutschland binden diese Zweige gern in ihre Blumensträuße- ein Kunstwerk aus Wespenpapier.

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Wespennest

Dann erreichten wir einen kleinen, malerischen Strand. Sein Name war „Arrifes“. Im Strandrestaurant machten wir eine Rast. Unsere Tischnachbarn wollten wissen, ob wir hier leben. „Wir leben auf unserem Boot!“ antworteten wir. Große Überraschung bei den beiden Herren aus Trelleborg in Schweden. Sie selber waren auf der Suche nach einem Haus für ihr Leben im gerade erreichten Ruhestand . Die Sonne und das milde Klima der Algarve waren Grund genug, der schwedischen Heimat den Rücken zu kehren.

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Arrifes

Gleich nebenan die nächste Traumbucht: S. Rafael

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S. Rafael

Am nächsten Tag wollten wir noch ein Stück weiter wandern. Doch nach S. Rafael kamen wir nur eine Bucht weiter, dann standen wir wieder in einer neu erbauten Feriensiedlung. Offensichtlich leben hier überwiegend Engländer wie überall in Albufeira. Die Speisekarten der Restaurants sind grundsätzlich in Portugiesisch und Englisch, manchmal auch in Deutsch. Es gibt sogar einen lokalen englischsprachigen Radiosender. Etwas enttäuscht drehten wir um und gönnten uns im Strandrestaurant Arrifes eine leckere Weißwein-Sangria.

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Die Küste hinter S. Rafael

Wenn wir morgen nach Portimao weiterfahren, werden wir ganz dicht unter dieser Küste vorbeiziehen, um uns die Pracht noch einmal vom Wasser aus anzusehen. Dann haben wir den unverbaubaren Blick auf die farbenfrohe Landschaft. Hoffentlich gerät uns keine Plastiktüte in die Schraube!

37°05.049 N – 8°16.069 W Albufeira, den 25.09.2014

Auch im Paradies regnet es…

Sonst wäre es ja auch kein Paradies. Pflanzen, Tiere und Menschen können ohne das nasse Element nicht existieren und daher ist es in Ordnung, dass es am Montag, dem 15. September um die Mittagszeit mit einem Donnerwetter begann. Das Barometer stürzte ab, der Himmel öffnete seine Schleusen und der warme Südwind blies in Böen bis sechs Beaufort.

???????????????????????Im Westen nichts Gutes

Der Käpt´n entkoppelte die Achterstagantenne vom Tuner, damit der Blitz unserem Funkgerät kein Leid zufügen konnte. Das Sonnensegel über dem Cockpit konnte gerade noch rechtzeitig geborgen werden, bevor die ersten Böen und Regengüsse sich darüber hermachen konnten. Das Steckschott wurde eingesetzt und seit langer Zeit kam das Frühstück im Salon auf den Tisch. Frühstück um die Mittagszeit? Na ja, wir haben ja „Urlaub“ und wenn wir nichts Besonderes vorhaben, wird aus dem Frühstück meist ein frühes Mittagessen.

Danach stillte der Käpt´n seinen Lesehunger. An solchen Tagen liest er locker ein Buch runter. Dank „Kindle“ besitzt er eine umfangreiche Bibliothek, die während unserer Reise schon mehrmals aufgestockt wurde. Auch in diesem Punkt ist das Internet ein Segen.

Ich nutzte die „Saure-Gurken-Zeit“ für profanere Dinge. Putzen und Betten abziehen, da man in Chipiona /Spanien günstig waschen und trocknen konnte (insgesamt fünf Euro). Die Waschmaschine war stets frei, da kaum noch jemand wusch. Wer auch? Die Spanier arbeiteten während der Woche und waren nicht an Bord. Gäste gab es kaum noch im Hafen. Während unseres Aufenthaltes in Chipiona sichteten wir zwei französische Boote, eine deutsche Yacht, zwei niederländische und zwei britische.

Als der „überschaubare“ Haushalt erledigt war, kramte ich meine Spanischbücher heraus, um die Kenntnisse aufzufrischen. Es ist sehr hilfreich, die Landessprache etwas zu beherrschen, denn die Spanier können leider nicht so gut Englisch wie die Portugiesen. Gut, dass ich meine Lehrbücher dabei habe! In England habe ich mir die Abende an Bord mit „Babbel“, einem Internet-Sprachkurs vertrieben. Ging prima, da ich dort stets Internet an Bord empfangen konnte. In Spanien war das leider anders. Dort musste ich immer ins Hafenrestaurant um zu surfen. Da setzt man sich dann ja auch nicht hin und übt Vokabeln. Übrigens: „Babbel“(www.babbel.de) kann ich wirklich empfehlen. Hat ein gutes Konzept, ist nicht teuer und vor allem: Jederzeit problemlos kündbar. Man kann es sogar kostenlos ausprobieren!

Also: Langeweile kommt nicht auf. Im Gegenteil: Solche Tage, an denen man das Gefühl hat, nichts zu verpassen, sind sehr wichtig, um zur Ruhe zu kommen, das Erlebte sacken zu lassen und Dinge zu erledigen, für die man vorher keine Zeit und Lust hatte.

Wegen des Wetterumschwungs mussten wir also unsere Abfahrt von Chipiona verschieben.

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Position 36°44.737N – 6°25.788W, Chipiona, 14.09.2014

Heute ist Sonntag. Sonnentag! Wie jeder Tag hier in Andalusien an der Costa de la Luz…

Am vergangenen Dienstag ging es zunächst durch die Ensenada de Huelva (Bucht von Huelva) nach Mazagon an der Flussmündung des Rio Odiel. Zunächst musste der übliche spanische „Papierkrieg“ an der Rezeption erledigt werden. Das dauert! Gut, dass auch hier die Hauptsaison zu Ende geht, also nichts mehr los ist in den Marinas, sonst würde die Prozedur wohl den Rest des Tages verschlingen. Um sechs DIN A 4 Seiten reicher verließ ich schließlich das Hafenbüro: 1. Ficha general de entrada (Vertrag zwischen dem Bootseigner und der Marina), 2. Recibo de entregas de fianzas (Beleg, dass 30 Euro Deposit /Pfand) für zwei Zugangskarten bezahlt wurden), 3. Contrato de cesion del derecho de uso preferente de amarre (auf 2 Seiten sind die Geschäftsbedingungen in spanischer Sprache ausgeführt), 4. Ein Hafenplan, aus dem wir ersehen konnten, wie wir zu unserem Platz finden, 5. Grado de satisfaccion (Beurteilungsbogen).

Blatt 4 leistete uns gute Dienste, um den Platz S 31 zu finden, Blatt 5 werde ich (vielleicht) abgeben, wenn wir nächste Woche auf dem Rückweg notgedrungen nochmals Mazagon anlaufen, die restlichen Blätter werden zerschnippelt und als Notizzettel verwendet. Ansonsten hatte die Marina Mazagon nicht viel zu bieten. Sehr einfache Sanitäranlagen, die etwas müffelten. Wifi nur im Hafencafe (haben wir erst gar nicht in Anspruch genommen), „tote Hose“ im Hafen und in der näheren Umgebung. Gut, dass wir uns vorher mit Nahrungsmitteln eingedeckt hatten, sonst wären wir schon auf dem Weg zum nächsten Supermarkt verhungert.   Einziger Pluspunkt: Das Hafenpersonal war sehr freundlich und hilfsbereit. So überließ man uns den notwendigen Adapter für die Stromsäule für „läppische“ 50 statt für 100! Euro Deposit. Trotzdem war der Geldbeutel jetzt leer. Immerhin gab es im Hafen einen Geldautomaten. Gut, dass wir jetzt immerhin 300 statt wie in Portugal 200 Euro aus der Cashmachine herausholen konnten, was immerhin 50 % Bankgebühren spart. Gut auch, dass in Spanien nur 18 % VAT (Steuer) statt wie in Portugal 23 % auf die Liegegebühren draufgeschlagen wurden. So kostete die Übernachtung in Mazagon 22,54 Euro, in Villa Real/Portugal 28,43 Euro.

Auch am nächsten Morgen wehte nur ein laues Lüftchen, so dass wir mal wieder unter Motor – mit gesetztem Großsegel – weiterfuhren. An Backbord zog die recht unspektakuläre Küste vorbei: Endlose Strände und Pinienwälder, die zur „Donana“, einem 85.000 Hektar großen Naturschutzgebiet gehören. Immerhin verhindert das die Bebauung mit häßlichen Touristensilos! Nach 1 ½ Stunden dann ein kleiner Schock: Der Baum hatte sich unbemerkt vom Mast gelöst! Schnell wurde er notdürftig an den Mast gebändselt und dann das Groß geborgen. Um 16:30 Uhr hatten wir die 31 Seemeilen bis Chipiona südlich der Flussmündung des Guadalquivir geschafft. Der übliche Formularkram erwartete mich, während der Käpt´n am Besuchersteg zurückblieb. Als ich mit meinem neuen „Papierschatz“ zurückkehrte, unterhielt er sich mit einem jungen Mann, der mit Töchterchen im Kindersitz sein Fahrrad gestoppt hatte, um unsere Anima mea zu bewundern. Er wollte unbedingt, dass wir ihm den Bootstyp aufschreiben, worauf wir ihn einluden, nach dem Festmachen und der Baumreparatur (war komplizierter als gedacht) an Bord zu kommen. Er selber lag mit seinem 7,20 m- Boot mit marokkanischer Flagge am Steg gegenüber. Wir waren überrascht, als er ein paar deutsche Wörter ins Gespräch einbrachte und erfuhren dann, dass er eine deutsche, aus Aarweiler stammende Großmutter, zu seinen Ahnen zählen konnte. Von Beruf war er Jazzmusiker , und zu gerne hätten wir mal erlebt, wie er in seinem Restaurant in Tanger (40 Angestellte) seinen Vater zu Sinatra-Songs begleitete. Das alles und noch viel mehr – z.B. hatte er auch noch eine spanische Großmutter und daher wohl auch einen spanischen Pass- erfuhren wir von dem sympathischen jungen Mann, der seinen einmonatigen Urlaub mit Frau und Kind zwischen Afrika und Europa hin und her schippernd verbrachte. Am nächsten Tag sahen wir von der Strandpromenade in Chipiona aus zu, wie er in westlicher Richtung weitersegelte.

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Marokko lässt grüßen

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Die Strandpromenade und der Leuchtturm von Chipiona

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Mitten in der Stadt ein Zugang zum Strand

Im Gegensatz zu Mazagon zeigte sich Chipiona als lebhafter Ort mit einigen Hotels und schönen Häusern an den gut besuchten, goldgelben Stränden. Außerdem gibt es eine lange Einkaufsmeile, auf der man unter blühenden Malvenbäumen wandeln kann. Doch die Hauptattraktion sind hier wie wohl in jeder spanischen Stadt die Kirchen. Ähnlich wie in Portugal wird die Gottesmutter von den spanischen Gläubigen sehr verehrt und in allen Lebenslagen um Hilfe gebeten. Weiterlesen

37°11.659N – 07°24.779W 08.09.2014, Vila Real de Santo Antonio

Portugal ist umrundet!

Am Freitag, d. 05.09. segelten wir bei ordentlich Wind und Welle in den Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien und liegen seitdem in der portugiesischen Marina von Vila Real de Santo Antonio.

Nach Portimao ging es zunächst an der bizarren Küste der Felsalgarve entlang zur Touristenhochburg Vilamoura.

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Fotomotive ohne Ende: Die Algarveküste östlich von Portimao

Dieser Ort mit der größten Marina der Algarve wurde 20 Seemeilen östlich von Portimao auf dem freien Feld aus dem Boden gestampft. Schon bei der Annäherung an diesen künstlichen Ort hatten wir sehr gemischte Gefühle hinsichtlich dessen, was uns dort wohl erwarten würde.

Vilamoura

Bild 2: Touristenhochburg Vilamoura

Die Marina Vilamoura – www.marinadevilamoura.com – feiert in diesem Jahr ihr 40jähriges Bestehen und weist in ihrem Hochglanzprospekt darauf hin, Jahr für Jahr bei den Preisverleihungen Publituris Portugal Trade Awards als „Der Beste“ prämiert zu werden. So liefen wir mit hohen Erwartungen den Besuchersteg an. Hinter dem Tresen der Rezeption saßen drei schick zurechtgemachte Damen am Computer. Wir bekamen einen Platz an Steg L, ganz tief im Hafenbecken. Hier lagen wir hautnah an allem, was offensichtlich alle Vilamoura-Liebhaber schätzen: Teure Restaurants, teure Geschäfte, teure Cafes und Bars in der ersten Reihe. In der zweiten Reihe Apartmenthäuser und Hotels: Hoch, höher, am höchsten. Trotz Hafenplan hatten wir Mühe, im Labyrinth der Lokale die Sanitäranlagen zu finden. Diese waren allerdings Spitzenklasse! Die Motor- und Segelyachten um uns herum: Groß, größer, am größten. Das Publikum, das durch die Gastronomie- und Shoppingmeile flanierte, war dem „edlen Ambiente“ angepasst. Am Abend wurde bis in die späte Nacht gefeiert. Laserpointer tanzten über Masten und Mauern, Discorhythmen erfüllten das moderne Amphitheater. An Ruhe war nicht zu denken. Doch wer kommt schon nach Vilamoura um zu schlafen! Wir jedenfalls suchten am nächsten Morgen das Weite. Überflüssig zu sagen, dass diese Marina auch die teuerste in ganz Portugal war.

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37°07.271N – 8°31.677W — Portimao, 01.09.2014

Der König ist tot – es lebe der König!

Der Urlaub unseres Webmasters ist vorbei – wir können wieder von unseren „Urlaubsabenteuern“ berichten!

Wir wollten ja herausbekommen, ob in Lissabon die Spieler von Portugal leben. Es stimmt! Zumindest spielt man hier besonders laute (Rock)Musik! Und das bis drei Uhr morgens mit einer Lautstärke, die Tote zum Leben erweckt.

Das war in Cascais, wo 650zigster Geburtstag gefeiert wurde . Dazu wurden eine Budenmeile wie auf den Hamburger Weihnachtsmärkten und eine bombastische Bühne in Hafennähe aufgebaut. Am Freitag, dem 15.8. startete das Spektakel . Eine schlaflose Nacht reichte uns, so dass wir am Samstag, dem 16.8. auscheckten, obwohl morgens noch ein kräftiger Nordwind blies.

Doch gegen Mittag hatte sich der Wind etwas beruhigt und wir segelten mit ordentlich Welle und Wind von Achtern zügig über die Tejomündung und danach mit Südkurs zum beeindruckenden Cabo Espichel. Von hier waren es nur noch sechs Seemeilen bis Sesimbra, wo wir mit einem zwölf-Meter Platz zu 28,47 Euro Vorlieb nehmen mussten, weil alle zehn-Meter Plätze „ausverkauft“ waren. Es war bisher das einzige Mal, dass es „Liegeplatznot“ gab, denn die portugiesischen Häfen waren bis auf Viana do Castello allesamt nur lückenhaft belegt.

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Sesimbra

Die meisten Gastlieger in den portugiesischen Marinas kommen aus Frankreich, dann folgen Deutschland , Großbritannien , Schweden und Holland. Vereinzelt tauchen auch mal Yachten aus der Schweiz, aus Dänemark, Finnland, Belgien und Australien (Black Butterfl y) auf . Immerhin sind uns bisher auch schon drei Schiffe aus Polen begegnet. Aus dem Nachbarland Spanien verirrt sich aber anscheinend so gut wie niemand hierher. Unsere Theorie: Man kommt aus Nordspanien mit dem fast beständig wehenden Nordwind zwar gut nach Portugal, jedoch nur schwer wieder zurück in die Heimat. Da schippern die Nordspanier im Urlaub vielleicht doch lieber in ihren schönen Rias herum.

Wir aber und die meisten anderen Yachten, die portugiesische Häfen anlaufen, wollen dorthin, wo uns der Wind hin bläst: nach Süden! In dieser Richtung lag denn auch unser nächstes, 35 Seemeilen entferntes Ziel: Sines.

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 Ankerlieger in Sines

Während wir wegen Flaute die gesamte Strecke motoren mussten, blies uns auf den letzten paar Meilen bei der Ansteuerung der Marina gegen 16 Uhr ein strammer „Fünfer“ aus Nord entgegen. Das kommt an diesem Küstenabschnitt nachmittags regelmäßig vor. Nachdem sich das Land tagsüber ordentlich aufgeheizt hat, fallen kräftige Böen die steile Küste herunter. Im „Reeds Nautical Almanac“ wird diesbezüglich bei der Beschreibung für Sesimbra im Abschnitt „Shelter“ (Schutz) vor „strong N´ly gusts blow down from high ground late pm/evening“ gewarnt. Als preiswerte Alternative zur Marina kann man sowohl in Sesimbra als auch in Cascais und Sines in den Buchten, in denen sich die Marinas befinden, dicht unter Land gut geschützt vor Anker gehen. Dann muss man allerdings auf das kostenlose und überwiegend gut funktionierende Internet in den Marinas verzichten. Auch braucht man ein Dinghi, um an Land zu kommen. Schließlich muss man ja seine Vorräte auffüllen und Müll entsorgen.

Wir hatten unser Beiboot noch nicht aufgeblasen, weil es uns ca. einen Knoten Fahrt kostet, wenn wir es hinterher schleppen. Also liefen wir meist die Marinas an. Umso besser, wenn sie dann auch noch so preiswert wie in Sines sind (17 Euro für 10 Meter). Außerdem bietet Sines eine sehr gut ausgestattete Marina, in der an alles gedacht wurde, was das Seglerherz begehrt: Gepflegte Sanitäranlagen mit einer ausreichenden Zahl von Duschkabinen und Toiletten. Aus der Dusche fließt sofort ein warmer Wasserstrahl. In der Duschkabine sind ein sauberer Duschvorhang sowie eine Ablage und Haken . Der Dunstabzug funktioniert tadellos. Der Papierspender ist mit Papier gefüllt. Es gibt einen Fön, mehrere Waschbecken sowie ein Kinderwaschbecken und ein Kinderklo! Die Waschmaschine wäscht sauber, aus dem Trockner kommt wirklich trockene Wäsche (zweimal Waschen und einmal Trocknen kosteten nur 11,70 Euro). Selbst vom äußersten Anlegesteg ist der Weg zum Sanitärgebäude nicht zu weit (in manchen Marinas muss man zur Toilette aufbrechen, bevor man muss, so weit es zum Sanitärgebäude). Das Internet ist kostenlos, unbegrenzt (manche Marinas geben nur stundenweise kostenloses Wifi) und auch an Bord gut zu empfangen. Die Marina bietet einen 24 Stunden Check in und out, beim Anlegen wird selbstverständlich geholfen. Das Personal ist freundlich und sehr hilfsbereit (was in Portugal überall der Fall ist). Vor allem aber kann man so die Marina zu jeder Tages- und Nachtzeit verlassen, weil man seine „Eintrittskarte“ jederzeit an der Rezeption abgeben kann und das stets zu hinterlegende Deposit (in Sines 30 Euro pro Karte) anschließend zurück erhält. Fünf Sterne für die tolle Marina in Sines!

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Baugleich mit dem für die Großen, jedoch kleiner: Das niedliche Kinderklo in der Marina Sines

Doch wie gewonnen, so zerronnen!

Wir kommen also in Sines an und sehen eine Tankstelle. Gute Gelegenheit, hier erstmal festzumachen, aufzutanken und nach einem Liegeplatz zu fragen. Während ich zur Rezeption wandere, macht der Käpt´n schon mal alles klar zum Tanken. Leider funktioniert unsere Tankanzeige nicht mehr. Deshalb nimmt er die Motorabdeckung ab und öffnet danach ein „Guckloch“ im Tank. Während des Tankens kann er beobachten, wann der Tank voll ist. Ich stehe mittlerweile an der Rezeption in einer Warteschlange. Der Käpt´n dreht derweil schon mal den Tankverschluss an Deck auf. Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich endlich mit der Nachricht zurück, dass wir einen schönen Liegeplatz an Ponton F bekommen haben, die Tankstelle jedoch heute (Sonntag) geschlossen ist. Etwas enttäuscht verschließt der Käpt´n das Guckloch und setzt die Motorabdeckung wieder ein. Dann geht es zum Liegeplatz, wo ein geduldiger Hafenmeister schon auf uns wartet, um beim Festmachen zu helfen. Wie praktisch, dass ein Wasserschlauch griffbereit auf dem Steg liegt! Schnell dreht der Käpt´n das Wasser auf, um Anima mea von der Salzkruste zu befreien. Ich stehe im Cockpit und schaue zu, wie das Wasser auf´s Deck spritzt. Da macht sich im Kapitänsgesicht plötzlich ein Zug von ungläubigem Entsetzten breit, gefolgt von der Frage: „Ist der Tank zu?“ Nein, ist er nicht! Aber um ihn herum steht eine ordentliche Wasserlache. Wieviel davon ist wohl in den Diesel gelaufen? Keine Frage: Der Motor darf erst wieder gestartet werden, wenn der Diesel abgepumpt ist. Der Abend ist gelaufen!!!

Am nächsten Morgen bin ich wieder an der Rezeption. Wie gut, dass in Portugal so viele Menschen gut Englisch sprechen (meist können sie sogar noch weitere Fremdsprachen). Da der im Hafen ansässige Bootsmechaniker erkrankt ist, ruft der Rezeptionist bei einer Werkstadt in Sines an. Da sich niemand meldet, will er es später noch einmal versuchen und uns über Funk Bescheid sagen, wenn es geklappt hat. Einige Zeit später erfolgt die Durchsage, der Mechaniker kommt noch vor Mittag. Um zwei Uhr warten wir noch immer. Ich wandere wieder zur Rezeption und erhalte die Antwort, dass der Mechaniker auf jeden Fall heute noch kommt. Wir warten weiter .

Doch wir haben ja „Urlaub“ und auch von Bord aus gibt es viel zu gucken. Zum Beispiel bewundern wir die wunderschöne Segelyacht am Nachbarsteg. Wer sich so was wohl leisten kann? … Später erfahren wir, dass die Yacht „an der Kette“ liegt. Die Crew wurde nach ihrer Rückkehr aus Südamerika verhaftet, weil sie Rauschgift (angeblich eine Tonne) geschmuggelt hatte.

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Die Schmuggleryacht

Gegen 15 Uhr kommt der Mann im roten Overall endlich an Bord. Mit einem Mischmasch aus Englisch, Spanisch und Portugiesisch erklärt er uns, dass er zur Zeit den Laden allein schmeißt, weil der Chef in Urlaub ist. Dann erklären wir ihm unser Problem. Kein Problem für Artur Delfino! Er verschwindet mit seinem Lieferwagen und kehrt gegen 19 Uhr mit einer Absaugpumpe und mehreren Behältern zurück. Dann pumpt er gut 80 Liter Tankinhalt ab. Die Rechnung wird cash fällig. 100 Euro einschließlich 10 Euro Trinkgeld wechseln ihren Besitzer. Wir hoffen, dass das Problem damit aus der Welt ist. Nun werden unsere Reservekanister in den leeren Tank umgefüllt und der Motor gestartet. Läuft einwandfrei! Am nächsten Tag wandern wir mit den Kanistern mehrmals zur Tankstelle und machen den Tank voll. Die 117,61 Liter kosten 163,95 Euro. Wieder cash bezahlt, denn an der Tankstelle (sie gehört nicht zur Marina) kann man nicht mit Karte bezahlen. Das lohnt sich angeblich nicht für die Firma „Gulp“, die zwar überall in Portugal Tankstellen betreibt, doch in der Marina nur in der Hauptsaison Umsatz macht. Ich frage den Tankwart, ob die Motorbootfahrer immer so viel Bargeld dabei haben, dass sie Beträge von 800 bis 1000 Euro begleichen können. „Manchmal schon, wenn sie es wissen. Sonst fahren sie zu einer anderen Tankstelle, “ ist die lakonische Antwort. Muss ein Kartenautomat teuer sein, wenn man sich so viel Geld durch die Lappen gehen lässt! Uns ärgert dabei nur, dass wir laufend Bargeld besorgen müssen und für jede Abhebung – egal wie hoch der Betrag ist- bis zu 5,95 Euro Gebühr berappen müssen. Leider ist die Summe, die man in Portugal am Bankautomaten bekommt, auf 200 Euro begrenzt und das Geld ist schnell ausgegeben, weil auch kleine Läden oder Restaurants keine Kartenzahlung akzeptieren.

Noch ein Plus für die Marina Sines! Hier müssen wir wenigstens nicht meilenweit laufen um Geld abzuheben, denn neben der Rezeption steht ein Bankautomat. Dafür ist das Industriegebiet in Sines kilometerweit entfernt. Und dorthin wanderten wir am nächsten Tag, weil wir „Loktide“ für den Stutzen des Kühlwasserbehälters (Seewasserkreislauf) brauchten. Der hatte sich gelöst und musste neu eingeklebt werden. Dazu benötigt man eben „Loktide“, denn es hält hohem Druck und hohen Temperaturen Stand.

Nachdem wir sämtliche Schubladen nach unserem Loktide-Vorrat durchsucht hatten – das Seglerleben besteht zu einem hohen Prozentsatz aus „Kramen“ – liefen wir im Industriegebiet von Sines erfolglos von Pontius zu Pilatus. Denn neben „Kramen nach diesem und jenem“ verbringt der Segler auch jede Menge Zeit mit „Laufen nach diesem und jenem“. Laufen zum Waschhaus, zur Waschmaschine, zum Trockner, zum Lebensmittelgeschäft, zur Tankstelle und eben zum „Loktide“-Händler, den man letztendlich dann doch nicht findet. Schließlich erwarben wir beim Schiffsausrüster im Hafen das zuvor abgelehnte Mittel, das leider nur Hitze bis 100° C übersteht. Wir hoffen, es wird reichen.

Am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Sines fanden wir endlich Zeit für eine Stadtbesichtigung. Die Highlights der kleinen Stadt sind eindeutig der „Praia Vasco da Gama“, das Geburtshaus und die Statue des berühmten Entdeckers in der Festungsanlage hoch über dem Hafen und die Kirche „Nossa Senhora das Salvas“. Sie wurde als Nationalmonument eingestuft und birgt eine sehr beeindruckende Innenausstattung mit wunderschönen Azulejos und einen kostbaren Kirchenschatz. Leider darf beides nicht fotografiert werden. Ansonsten strahlen die engen Gassen von Sines , durch die sich die Anlieger mit ihren Autos hindurchtasten und in deren Rinnsteinen die Hunde faul in der Sonne liegen, viel „maroden Charme“ aus.

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Praia Vasco da Gama

Am Donnerstag, dem 21.8., war es dann aber auch Zeit, endlich den letzten langen Schlag bis zur Algarve in Angriff zu nehmen. Gut 60 Seemeilen am Stück lagen vor uns. Am Ende wartete das beeindruckende Cabo Sao Vicente auf uns. Während der Wetterbericht mindestens drei Windstärken aus Nord versprochen hatte, wurde es eine reine Motorfahrt bei ein bis zwei „Windschwächen“. Eine schöne Unterbrechung bot das emsige Treiben einer großen Gruppe von Delfinen, die wohl einen Fischschwarm eingekreist hatten. Hin und wieder mussten wir Nebelbänke durchdringen und schalteten vorsichtshalber das Radargerät ein. Es kamen uns auch immer wieder Segler entgegen, die die Gunst der Stunde nutzten, um problemlos von Süd nach Nord zu gelangen. Wegen des ruhigen Wetters konnten wir das Kap mit den steil aufragenden Felswänden jedoch sehr eng umfahren. Bei bewegter See sollte man wegen der kräftigen Wellenreflektion ordentlich Abstand halten.

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Das Cabo Sao Vicente

Wir schauten zum Kap hinauf. Da oben hatten wir vor vielen Jahren gestanden und sehnsüchtig auf den Atlantik geschaut. Kaum zu glauben, dass der Wunsch von damals, den südwestlichsten Punkt Europas mit dem eigenen Schiff zu umrunden, nun Wirklichkeit geworden war.

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Der Kapitän umrundet Europas südwestliches Ende

Von hier aus sind es noch 20 Seemeilen bis Lagos. Man kann aber 2,5 Seemeilen südöstlich des Cabo Sao Vicente in der Ensenada de Sagres vor Anker gehen. So machten es schon in der Frühzeit der Seefahrt die Schiffe , die hier auf ein heranrückendes Tiefdruckgebiet darauf warteten, dass der im Sommer fast ständig blasende Norder von einem Südwestwind abgelöst würde. Nur dann konnten sie entlang der Küste nach Norden segeln. Noch besser erschien uns allerdings der kurz hinter dieser Bucht liegende Fischerhafen Baleira, vor dem man ebenfalls gut ankern kann. Kurz vor dem Einlaufen setzte prompt der kräftige „Nachmittagswind“ mit fünf Bfd ein. Als wir um die hohe Kliffküste herum in die Bucht einliefen, kam ein junger Mann im Motorboot auf uns zu und bot uns für 10 Euro die Nacht eine Boje in der Bucht an. Wir nahmen das Angebot an und lagen gut vertäut zwei Nächte daran fest, denn der Wind blies fast ununterbrochen mit gleicher Stärke weiter.

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Die polnische Segelyacht „Pengo“ hat in Baleira ebenfalls an einer Boje festgemacht.

Seit unserer Abreise am 24.6.2013 haben wir vom 24.6.2013 bis zum 21.8.2014 insgesamt 2179 Seemeilen bzw. 4035,508 km zurückgelegt (eine Seemeile entspricht 1,853 km). In Nordeuropa geht nun langsam der Sommer zu Ende. Wir freuen uns , dass wir jetzt die sonnige Algarveküste genießen können.

Am Samstag, dem 23.8. verließen wir Baleira und segelten mit einer kräftigen Brise nach Osten weiter. Endlich sahen wir sie, die Algarveküste, wie man sie von den Reiseprospekten kennt.

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Die wild zerklüftete Felsalgarve

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Algarvestrand in Lagos

Bizarr geformte Felsen in verschiedensten Rot- und Gelbtönen gespickt mit kleinen Stränden leuchteten im hellen Sonnenlicht. Wind und Wellen hatten Grotten und Felsentore gestaltet, besonders eindrucksvoll anzusehen an der Ponta de Piedade, die wir umrundeten, um kurz dahinter in den Rio Alvor hinein zu fahren. Da tauchte auch schon die Klappbrücke auf, die erst geöffnet wird, wenn man sich in der Rezeption der Marina Lagos (www.marinadelagos.pt) angemeldet hat. Diese sehr geschützte Marina mit allem Komfort gilt als die sicherste an der Algarveküste. Eine Hotelanlage und viele Restaurants, Cafes und Bars umrahmen das Hafenbecken. Von morgens bis in die Nacht ist immer viel Leben und Stimmung rund um den Hafen. Wir hatten einen Platz am Ponton D bekommen und machten neben der Segelyacht Albatros, einer betagten, aber sehr gepflegten Halberg Rassy 31 fest. Sie gehörte einem Paar aus München, das bisher zehn Jahre im Mittelmeer unterwegs gewesen war. Gleich am ersten Abend luden uns Franz und Heidi auf ein Gläschen Wein zu sich ein. Am nächsten Abend kamen sie zu uns und so ging es abwechselnd weiter, bis eine Woche vergangen war. Tagsüber bummelten wir durch die engen Gassen des quirligen Städtchens, in dem mehr englisch und deutsch als portugiesisch gesprochen wird. Beste Versorgungsmöglichkeiten mit dem Namen „Intermarche“, „Pingo doce“ und „Lidl“ wurden aufgesucht, um Vorräte aufzufüllen. Der Kapitän bekam einen Haarschnitt an Bord verpasst, ich kam bei einer sehr guten portugiesischen Friseurin „unters Messer“. Einer der besten und preiswertesten Haarschnitte (12 Euro)während meiner „Europatournee“! Inzwischen habe ich Friseurerfahrung in den Niederlanden (Note mangelhaft), England (zwei Friseurtermine, Note sehr gut), Jersey (Note gut), Spanien (Note ausreichend) und Portugal (Note sehr gut ). Manchmal war es aber auch so heiß, dass wir nur faul an Bord relaxten und uns den Trubel an Land vom Cockpit aus anschauten bzw. anhörten, denn in der Hafenbar wurde auch häufig Lifemusik gespielt, ein „must“ für das überwiegend englische Publikum.

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Lagos

Nach einer Woche verabschiedeten wir uns von Heidi und Franz und von Lagos.

Es war ein kurzer und schneller Törn bei Windstärke 5 bis 6. Nur unter Genua bei halbem Wind ging es entlang der Felsalgarve zum 8,66 Seemeilen entfernten Portimao. Eigentlich wollten wir in der Mündungsbucht des Rio Arade ankern, doch nach etwa einer Stunde gaben wir entnervt auf. Der Anker wollte einfach nicht halten. So steuerten wir in die Marina Portimao. Hier erwartete uns ein völlig anderes Umfeld als in Lagos. Gegenüber und hinter unserem Liegeplatz im Nordbecken gibt es ein Hotel in einstöckiger Bauweise, hübsch bunt angestrichen und sehr ruhig. Die Cafes, Bars und Restaurants befinden sich am Südbecken und sind von hier aus so weit entfernt , dass wir sie weder sehen noch hören können. Dafür haben wir eine schöne Aussicht auf das an der anderen Seite des Rio Arade gelegene Fort und das Fischerdorf Ferragudo. Wir haben ab und an nichts gegen Jubel-Trubel-Heiterkeit, aber ruhige Plätzchen sind uns stets lieber. Deshalb fühlten wir uns sofort sehr wohl in der mehrfach ausgezeichneten Marina Portimao (www.marinadeportimao.com.pt).

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Fort bei Ferragudo

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Ferragudo

Wir hatten gerade festgemacht und das Schiff mit Süßwasser geduscht, da winkt eine junge Frau mit Hund vom gegenüberliegenden Steg herüber. Hinter ihr steht ein junger Mann mit Hund . „Das ist doch Frieda!“ rufe ich hinüber. Zur Erinnerung: In meinem Blog vom 6.8.13 habe ich geschrieben, dass wir zunächst in Dunkerque und danach in Bologne sur Mer ein junges Paar mit dem jungen, aber schon sehr großen Hund Frieda treffen und die Wlan-Antenne dieser Crew benutzen dürfen. Danach trennten sich unsere Wege. Nun standen die drei wieder vor uns und hatten noch ein weiteres „Familienmitglied“ dabei: Hund Kiwi, braun mit bernsteinfarbenen Augen, aus dem Tierheim in Portugal adoptiert und neuer Spielgefährte von Frieda. Das „junge Paar“ war seit Oktober vorigen Jahres hier an der Algarve in Portimao „hängen geblieben“, hatte den Hausstand in Hamburg inzwischen aufgegeben und lebt, begeistert von der Landschaft und dem Klima der Algarve, nur noch auf dem Schiff .

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Frieda und Kiwi

Uns gefällt es hier auch. Allerdings ist Portimao nicht gerade der schönste Ort an der Algarve. An der Küste türmen sich moderne, mehrstöckige Touristensilos. Im alten Ortskern fanden wir einen schönen kleinen Park mit kunstvoll umhäkelten Bäumen. An beiden Seiten stehen Bänke mit Azulejos, die Portugals ruhmreiche Geschichte erzählen. Direkt daneben ein besonders hübsches, gut erhaltenes Haus, ebenfalls mit den kunstvollen Kacheln geschmückt. Leider überwiegen jedoch die „Bausünden der Neuzeit“ in dieser Stadt, die bei dem Erdbeben im Jahre 1755 fast alle historischen Bauten verlor. Aber auch hier taucht die Sonne jeden Tag alles in ein goldenes Licht. Um die Mittagszeit wird es zwar sehr warm, es ist aber nie unangenehm stickig oder schwül.

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Kunst am Baum

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Azulejos erzählen Geschichte: 5. Oktober 1143, Das Königreich Leon-Kastilien erkennt im Vertrag von Zamora die Unabhängigkeit Portugals an.

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Das schönste Haus von Portimao

Unser kleines Schiff ist unser geliebtes Zuhause. Seltsam, mit wie wenig Platz man auskommt! Unser Leben spielt sich überwiegend im Freien ab. Wir frühstücken draußen und jeden Abend gibt es ein „Candlelight-Dinner“ im Cockpit. Auf die Speisekarte kommen vorzugsweise portugiesische Produkte: Salat, Bohnen, Tomaten in allen Formen und Größen, Thunfisch, Käse und Obst. Abends ist es meist windstill. Dann glitzern die Sterne und zur Zeit der zunehmende Halbmond am klaren Himmel über uns. Im Hafenbecken drehen unzählige Fische ihre Runden, manche springen aus dem Wasser und fallen mit einem lauten „Platsch“ zurück. Doch länger als eine Woche hält es uns an keinem Ort. Wir sind immer noch neugierig, wie es um das nächste Kap herum aussieht. Und so geht es morgen weiter nach Vilamoura. Danach werden wir die Westalgarve (Barlavento) hinter uns lassen und die Ostalgarve(Sotavento) erkunden.

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Die Alten und das süße Leben