27.10.2016 Die Königin der Straßen

Broadway, Champs Elysees, Kurfürstendamm und Elbchaussee; Seidenstraße, Jacobsweg und Alte Salzstraße: Das sind Namen, die mir spontan einfallen, wenn ich an Straßen denke. Es sind Hauptstraßen, Prachtstraßen, Pilgerstraßen oder Handelsstraßen: alt, berühmt und viel befahren. Irgendwann habe ich ihren Namen erfahren, sei es, weil ich von ihnen gelesen oder gehört habe, oder weil ich selbst über eine dieser Straßen gelaufen bin. Doch es gibt da eine Straße, deren Name ich noch vor all den anderen kannte!

Es muss wohl einer meiner engagierten Landschullehrer gewesen sein, der in früher Schulzeit im Geschichtsunterricht den Namen Via Appia nannte. Fiel dieser Straßenname, tauchten vor meinem geistigen Auge stets Heerscharen von römischen Soldaten auf, die aus Rom hinauszogen, um die Welt zu erobern. Auch die Frage „Quo vadis?“ war eng mit dem Namen Via Appia verbunden, wodurch das Geschichtsträchtige dieser Straße zusätzlich einen mystisch-heiligen Aspekt bekam.

Damals, in den sechziger Jahren, hätte ich nicht daran gedacht, die Via Appia einmal selbst zu betreten und quasi in die Fußstapfen der römischen Soldaten zu treten. Und auch der Käptn, der sich schon seit frühester Jugend für Monumentalfilme aus dem alten Rom begeistern konnte, ist ganz andächtig, als wir vor dem Schild mit der Aufschrift „VIA APPIA ANTICA“ stehen.1-img_0050

Weiterlesen

26.10.2016 Zum Zentrum der Macht

Bei unseren Streifzügen durch Rom waren uns schon mehrmals die beiden Quadrigen auf dem Dach eines weißen Gebäudes aufgefallen, die in der Nähe des Kapitolhügels aus dem Häusermeer herausragten.1-img_3982

 

Als am Dienstag, dem 18.10. nach einer Schlechtwetterphase mit viel Wind und Regen die Sonne wieder hervorkommt, beschließen wir, heute den Monte Capitolino zu besteigen und bei der Gelegenheit auch gleich „das Gebiss“ in Augenschein zu nehmen. Weiterlesen

23.10.2016 Römischer Klüngel

Für alle „Nicht-Rheinländer“: Das Wort Klüngel bezeichnet ein System gegenseitiger Gefälligkeiten und Hilfeleistungen, wobei sich gesellschaftliche, politische und unternehmerische Interessen vermischen.

Dieses Wort kam mir immer wieder in den Sinn, als ich mich während und nach unseren Sightseeing-Touren durch Rom mit dem ersten römischen Kaiser beschäftigte. Er herrschte von 31 vor bis 41 nach Christus. Angesichts seiner schwachen körperlichen Konstitution hatte er mit einer so langen Amtszeit gar nicht gerechnet. Nach einem Start als ehrgeiziger, manchmal auch grausamer und skrupelloser Kämpfer an der Seite Caesars endete er als mächtiger, geschickt regierender Alleinherrscher, der seinem Reich Frieden und Wohlstand gebracht hatte. Viele hören seinen Namen, bevor sie den ersten Geschichtsunterricht haben, denn er wird auch am Anfang der Weihnachtsgeschichte genannt:

Kaiser Augustus. Genauer gesagt: Imperator Caesar Divi filius Augustus.

Was hat dieser Mann nicht alles angestellt, um seinen Staat neu aufzubauen, ihn nach außen und innen zu sichern und vor allem: seinem Werk auch über den Tod hinaus Dauer zu verleihen. Weiterlesen

22.10.2016 Zum Nabel der Welt

wandern wir von der Keimzelle Roms auf den Palatin hinunter zum Forum Romanum.

Dort erstreckt sich im 7. Jahrh. vor Christus zwischen dem Monte Palatino und dem Monte Capitolino eine sumpfige Ebene. Zunächst werden hier die Toten begraben. Doch 600 vor Christus beginnt der römische König Lucius Tarquinius Priscus mit dem Bau der Cloaca Maxima. Seine Nachfolger setzen die Arbeit an dem Entwässerungssystem fort, und am Ende des 6. Jahrh. stehen hier das Haus bzw. der Regierungssitz des Königs Numa sowie der Vesta-Tempel.1-img_3981

Am Fuße des Palatins wurden Vesta-Tempel und Regia (Regierungssitz) gebaut.

Nach der Königszeit wird 509 v. Chr. die Römische Republik ausgerufen. Ein zweiter Platz wird angelegt: Das Comitium ist nun der Ort der römischen gesetzgebenden Volksversammlung. Hier findet sich die öffentliche Rednerbühne (die Rostra) und die Curia (der Senatssitz). Auch Tempel und verschiedene Wirtschaftsgebäude – z.B. die Basilica Aemilia (179 v. Chr.) kommen hinzu. Unter Caesar wird ein neues Pflaster verlegt. Darin befinden sich Zugänge zu einem unterirdischen Gangsystem, das zur Nutzung der Gladiatorenkämpfe gebaut wurde. Die Kämpfe fanden unter freiem Himmel auf dem Forum statt. Später entstand für solche Veranstaltungen ein Amphitheater.

Weiterlesen

19.10.2016 Über sieben Hügel musst du gehn

Das weiß wohl jeder: Das antike Rom erstreckte sich über sieben Hügel.

Ihre Namen kennt sicher nicht jeder: Palatino, Capitolino, Aventino, Celio, Esquilino, Viminale, Quirinale.

Die Fläche dieses antiken Stadtgebiets beträgt 143 Quadratkilometer, wogegen die Gesamtfläche Roms heute 1285 Quadratkilometer beträgt.

Was auch jeder weiß: Rom wurde der Sage nach von Romulus und Remus gegründet.

Auf deren Spuren begeben wir uns am 5. Oktober in der Hoffnung, dass viele Touristen zum Petersplatz strömen, um dort um 10:30 Uhr mittwochs in den Genuss des Papstsegens zu gelangen und gleich im Anschluss Dom und Vatikanische Museen zu besichtigen.

Die Rechnung scheint aufzugehen! Trotz des herrlichen Wetters erhalten wir an der Ticketkasse am Kolosseum zügig unser Sammelticket für Kolosseum, Forum Romanum und Palatin (Palatino) für 12 Euro pro Person.

Um zur Keimzelle Roms zu gelangen, muss man zuerst auf den Monte Palatin hinauf. Im Museo Palatino findet man dann das Modell eines Hüttendorfes. In einer der Hütten lebte Romulus auf dem Palatin.1-img_3913

Das Hüttendorf

Weiterlesen