18.12.2016 Kuttelfleck mit Ingwer

 

Heute ist der vierte Adventssonntag. Seit 44 Tagen sind wir nun schon in Hamburg. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen, zumal die Tage immer kürzer werden. Kaum ist man aufgestanden, wird es schon wieder dunkel. Besonders der Käptn leidet seit jeher unter dem Mangel an Sonnenlicht. Kaum sitzt er auf dem Sofa, fallen ihm die Augen zu und er versinkt in den Winterschlaf. Wie bei den tierischen Winterschläfern scheint sich auch bei ihm der Stoffwechsel zu verlangsamen, wodurch dem Ansatz von Winterspeck Tür und Tor geöffnet ist. Doch er kämpft dagegen an! Jeden Morgen marschiert er hurtig durch den Volksdorfer Wald und stoppt an diversen Sitzbänken, um dort durch Liegestütze Fettpölsterchen in Muskelmasse zu verwandeln.

Und was mache ich? Na, zunächst mal das Frühstück! Außerdem erledige ich möglichst alles zu Fuß, meide Fahrstühle, Rolltreppen und KUCHEN. So weit zu unserem Alltag.

Apropos Kuchen: Am 7. Dezember jährte sich mal wieder der Geburtstag des Käptns. Diesmal ein runder. Ein passendes Geschenk war schnell gefunden: Ein Kurztrip mit dem Auto nach Polen, ganz nach dem Motto: Fährt der alte Lord fort, fährt er nur im Ford fort. Und die alte Misses gibt ihm ein paar Kisses…..

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09.11.2016 Ciao Roma!

1-img_0068Nachdem wir unserer Anima mea tschüss gesagt haben, bleibt uns noch ein ganzer Tag Zeit, uns auch von Rom zu verabschieden. Der Reiseführer und der Stadtplan sind an Bord geblieben. Mittlerweile kommen wir auch ohne sie klar. An der Bushaltestelle treffen wir einen alten Bekannten. Es ist der schwedische Segler, der mit seinem Schiff am gleichen Steg liegt, an dem auch wir bis vor ein paar Tagen unseren Platz im Porto di Roma hatten. Gemeinsam mit seiner Frau ist er schon seit vielen Jahren im Mittelmeer unterwegs. Zu Weihnachten fliegen die beiden stets nach Helsingborg zu ihren Kindern und Enkeln. Die heißen Sommermonate verbringen sie in ihrem Sommerhaus in Kalmar. Jetzt erwarten sie einen Cousin mit seiner Familie, die vom Bahnhof abgeholt werden soll. Aber der Bus lässt auf sich warten. Sollte das morgen auch passieren, wenn wir zum Flughafen müssen, kann es Probleme geben! Also entschließen wir uns, heute Abend im Hotel ein Taxi für die Fahrt zum Flughafen zu bestellen.

Endlich kommt der Bus! Am Bahnhof wartet die schwedische Familie schon ungeduldig an der Bushaltestelle. Wir fahren mit der Bahn weiter und steigen dann um in die Metro. Am Kolosseum steigen wir aus. Unser Ziel ist der Capitolshügel. Bis dahin gibt es am Straßenrand jede Menge Abwechslung. Mit Farbe und Flammenwerfer gestalten die Sprühkünstler zu Techno-Klängen ihre Schablonenbilder. Bevorzugtes Motiv: Das Kolosseum. „Schwebende Inder“ in orangen Gewändern, eine Hand lässig an einem ebenfalls orangefarbenen Pfahl, schaffen das „Kunststück“, schwerelos in der Luft zu hängen. Wer den Trick nicht durchschaut, gibt einen Euro und lässt sich mit ihnen fotografieren. Dann hört man schon die Klänge der grandiosen Gitarrenspieler, die unter einer Platane oberhalb des Forum Romanum die Touristen verzaubern. Allein für diese Musiker lohnt sich eine Fahrt hierher! Dann noch vorbei an den Breakdancern und wir biegen links ab, gehen die Straße hinauf, den Blick auf den Palatin und das Forum Romanum geheftet. Etwa in der Mitte des Weges bleiben wir noch einmal auf der kleinen Aussichtsplattform stehen und schauen schweigend und andächtig auf die antiken Überbleibsel der Keimzelle Roms. Dann gehen wir weiter und erreichen den Capitolsplatz. Weiterlesen

03.11.2016 Geburtstag im Tiber

Am 30. Oktober ist es dann so weit. Wir bringen unser Schiff ins Winterlager. Und das bei knallblauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und 25°C im Schatten.1-img_0254

Kaum verlassen wir die Hafenausfahrt vom Porto di Roma, könnten wir schon wieder endlos weiterfahren, so sehr lockt das ruhige, blaue Mittelmeer. Doch nach knapp 1 1/2 Meilen gleich „um die Ecke“ den Tiber flussaufwärts, ist das Vergnügen vorbei.2-img_0222

 

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Der Besitzer von Cantiere Altamarea steht an Land und unterhält sich mit Kunden, als wir auf seinen Steg zulaufen. Er winkt uns zu und kommt, um die Leine anzunehmen. Dann gehen wir ins Büro, um ein Formular auszufüllen. Der Fernseher läuft und wir sehen zerstörte Häuser in den italienischen Nachrichten. Schon wieder hat es nicht weit von Rom entfernt ein Erdbeben gegeben. Erdstöße der Stärke 6,4 haben in mehreren Ortschaften viele alte Gebäude zum Einsturz gebracht. Menschen sind bisher wohl nicht zu Schaden gekommen. Bis Rom war das Beben spürbar! „In den Autos sind die Alarmanlagen durch die Vibration ausgelöst worden und die Menschen stürzten erschrocken auf die Straße. Nun ist auch noch die Metro gesperrt,“ berichtet der Cantiere-Besitzer.

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01.11.2016 Im Kunstparadies

Im vorletzten Blog habe ich geschrieben, dass es unmöglich ist, Rom an einem Wochenende „abzuhaken“. Es sei denn, man nimmt sich nur die Vatikanischen Museen vor!1-img_0101

Dort waren wir am vergangenen Freitag. Schon auf dem Weg von der Metro zu den Museen versuchten uns die „Mitschnacker“ auszubremsen, die überall auf den Gehwegen stehen und Tickets für dieses und jenes verkaufen wollen. Um halb zwölf Uhr mittags reihten wir uns dann in der Besucherschlange ein, die sich unterhalb der mächtigen Vatikanstaatmauer aufgebaut hatte. Durch einen Mauervorsprung konnten wir das Ende der Schlange nicht absehen. Und schon kamen neue „Mitschnacker“! Ihr Versprechen: Karten ohne Wartezeit. „Nur“ 33 Euro pro Person! Alternative: 1 1/2 Stunden Schlange stehen… Weiterlesen

27.10.2016 Die Königin der Straßen

Broadway, Champs Elysees, Kurfürstendamm und Elbchaussee; Seidenstraße, Jacobsweg und Alte Salzstraße: Das sind Namen, die mir spontan einfallen, wenn ich an Straßen denke. Es sind Hauptstraßen, Prachtstraßen, Pilgerstraßen oder Handelsstraßen: alt, berühmt und viel befahren. Irgendwann habe ich ihren Namen erfahren, sei es, weil ich von ihnen gelesen oder gehört habe, oder weil ich selbst über eine dieser Straßen gelaufen bin. Doch es gibt da eine Straße, deren Name ich noch vor all den anderen kannte!

Es muss wohl einer meiner engagierten Landschullehrer gewesen sein, der in früher Schulzeit im Geschichtsunterricht den Namen Via Appia nannte. Fiel dieser Straßenname, tauchten vor meinem geistigen Auge stets Heerscharen von römischen Soldaten auf, die aus Rom hinauszogen, um die Welt zu erobern. Auch die Frage „Quo vadis?“ war eng mit dem Namen Via Appia verbunden, wodurch das Geschichtsträchtige dieser Straße zusätzlich einen mystisch-heiligen Aspekt bekam.

Damals, in den sechziger Jahren, hätte ich nicht daran gedacht, die Via Appia einmal selbst zu betreten und quasi in die Fußstapfen der römischen Soldaten zu treten. Und auch der Käptn, der sich schon seit frühester Jugend für Monumentalfilme aus dem alten Rom begeistern konnte, ist ganz andächtig, als wir vor dem Schild mit der Aufschrift „VIA APPIA ANTICA“ stehen.1-img_0050

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