23.04.2017 Plan B

 

Eigentlich wollten wir ja schon weg sein aus Rom. Nicht, weil es uns hier nicht mehr gefällt, sondern weil uns ein bisschen die Zeit wegläuft. Das liegt vor allem daran, dass ab Mai in vielen Marinas in Italien die Wintersaison endet und damit wieder die Hafengebühren steigen. Manche Häfen überspringen dabei sogar die Nebensaison und gehen direkt zur Sommersaison über!

Doch seit Ostern hatten wir hier starken und vor allem kalten Nordwind mit heftigen Böen. Bei 17 Grad zieht es einen nicht gerade aufs Wasser hinaus, wo man von der Gischt nassgespritzt wird und erst recht auskühlt.

Trotzdem! Für gestern hatte der Wetterbericht eine Windberuhigung angesagt und wir waren fest entschlossen, die 27 Seemeilen bis Nettuno und nach einem kurzen Zwischenstopp 40 weitere Meilen zur Insel Ponza zu segeln.

Der Proviant war schon aufgefüllt und der Kurs auf dem Kartenplotter eingegeben, da trieb mich „eine innere Stimme“ dazu, doch mal auf die Homepage der Marina Ponza zu schauen. Mit der Erkenntnis, dass dort noch bis zum ersten Mai die Bürgersteige hochgeklappt sind!

Das würde bedeuten, wir müssten in der Marina in Nettuno etwa 10 Tage für „teuer Geld“ ausharren, um endlich Ponza ansteuern zu können. Vielleicht kommt jetzt der eine oder andere auf die Idee, dass wir doch in Ponza ankern könnten. Geht aber leider nicht bei den auch hier zurzeit ungewöhnlich niedrigen Luft-

und Wassertemperaturen. Ohne Heizlüfter ist es im Schiffsbauch lausig kalt und vor Anker haben wir keinen Landstrom für unser „Öfchen“. Weiterlesen

20.04.2017 La dolce vita

Am Ostersonntag machen wir mal nichts. Einfach nur faulenzen und die Sonne genießen!  Das ist der wahre Luxus: Wir sind in ROM und müssen nichts machen! Wir haben Zeit!

Am Ostermontag schlägt der Käptn einen letzten Besuch im Petersdom vor. Bevor wir Rom verlassen,  will er dort unbedingt noch das Petrusgrab unter der Basilika besichtigen.

In den beiden Metrolinien ist relativ wenig los. Auch die Menschenmassen in den Straßen zwischen der Metrostation Ottaviano und dem Dom halten sich in Grenzen. Dann der Schock: Eine ellenlange Warteschlange, die sich über den gesamten Petersplatz zieht. Bei aller Liebe: Da stelle ich mich nicht an!

Der Käptn ist enttäuscht. Nichts kann ihn trösten, weder das Argument, dass ja heute am Montag alle Museen geschlossen sind und daher der Besucherandrang im Petersdom besonders groß ist, noch, dass in meinem Reiseführer steht, die Besichtigung des Petrusgrabes müsse mindestens zwei Monate vorher schriftlich angemeldet werden.

Nun ist guter Rat teuer. Was könnte den Käptn jetzt aufheitern? Weiterlesen

16.04.2017 Tivoli

So hieß ein Kinopalast in meinem Heimatort. Als Kind war es für mich in den Fünfziger-Jahren die Spitze des Vergnügens, am Sonntag ins Tivoli zu gehen. Danach beglückten mich meine Eltern mit einer Tüte Pommes mit Senf von der Frittenbude gegenüber, die mir Kraft für den kilometerlangen Heimweg spendete.

Als ich selbst Kinder hatte, führte ich sie während eines Sommerurlaubs ins Kopenhagener Tivoli. In diesem großen Vergnügungspark wanderten wir auf verschlungenen, von Lampions erleuchteten Wegen von Attraktion zu Attraktion, bis meiner kleinen Tochter Silke plötzlich der gasgefüllte Luftballon aus dem Händchen flutschte. Da war es aus mit dem Vergnügen im Tivoli!

Was ich damals noch nicht wusste:

Tivoli,  Synonym für verschiedenste Vergnügungseinrichtungen, hat seinen Ursprung in dem gleichnamigen Ort 35 km östlich von Rom. Weiterlesen

16.04.2017 Wir wollen es wissen

Ist zu Ostern in Rom tatsächlich „Die Hölle“ los?

Am Karfreitag machen wir uns morgens auf den Weg in die heilige Stadt. Die Geschäfte sind geöffnet. Die Menschen bereiten sich auf das Osterwochenende vor. In Deutschland läuft an diesem Tag gar nichts, hier ist es wie immer. Die Metro ist gut gefüllt, aber lange nicht überfüllt. Im Vatikan sind viele Touristen und Pilger, aber längst nicht so viele wie im letzten Herbst. Der abgesperrte Platz vor dem Petersdom ist menschenleer. Pflanzenkübel werden in Position gebracht, eine Kehrmaschine dreht ihre Runden. Die Polizei in prächtiger Uniform passt auf, dass niemand die Absperrung überwindet. Alles wirkt entspannt und heiter.

Der Petersdom am Karfreitag Weiterlesen

14.04.2017 Über Pleiten, Pech und Pannen

können wir uns dieses Jahr wirklich nicht beklagen auf der Anima mea!

Nach dem schönen Stadtbummel am Palmsonntag wollten wir am Montag gleich wieder los. Doch schon beim Frühstück wurden unsere Pläne durchkreuzt, als ein Stück vom Schneidezahn des Käptns im Brötchen hängenblieb. Während der Schneidezahn echt ist, ist das „wönzige“ Stückchen eine Plombe, die eine kleine Ecke unten links ergänzt, doch leider alle paar Jahre den Geist aufgibt. Pech, dass sie es gerade hier tun musste!

Schon bald ging es dem Käptn gehörig auf die Nerven, dass seine Zunge unwillkürlich den Weg zur Lücke suchte. Und da er die Plombe aus dem Brotbrei gerettet hatte, wollte er nun unser „Notfall-Zahn-Kit“ ausprobieren und den Schaden selbst beheben. Der „Zement“ wurde angerührt und war nach fünf Minuten einsatzbereit. Das Problem war nur, das Stückchen zwischen den Fingern in die richtige Position zu bekommen und dann einzusetzen! Als das endlich gelang, war der Zement schon zu hart geworden.

Das Notfall-Zahn-Kit

Also versuchte „Schwester Christine“ ihr Glück. Neuer Zement wurde angerührt und das Plömpchen tatsächlich schnell an seinen Platz befördert. Zehn Minuten fest anpressen war nun die nächste Aufgabe. Es kam uns vor wie zehn Stunden! Aber auch das ging vorüber…

Bis zum Abendessen war die Welt wieder in Ordnung. Dann hing die Plombe wieder im Speisebrei. Weiterlesen