11.09.2018 Wir sammeln Edelsteine

Den ersten Edelstein finden wir, als wir am 01. September die Äolischen Inseln erreichen.

Es ist die Insel Vulcano, deren aktiver Gran Cratere sich dunkel, vegetationslos und rauchend hinter den bizarren Felsen der Bucht Porto di Ponente erhebt.

Unseren Plan, hier zu ankern, verwerfen wir nach kurzer Überlegung. Nach 50 Seemeilen sind wir irgendwie zu müde, um jetzt noch ein Ankermanöver zu fahren. Zumal es beim ersten Versuch nicht unbedingt klappen könnte, wie Rod Heikell in seinem Küstenhandbuch Italien schreibt:

„Der Grund besteht aus grobem Sand, in dem sich der Anker nicht sofort eingräbt. Mit Geduld und Ausdauer gelingt es.“ Weiterlesen

01.09.2018 Gib Gas, Käptn!

Der heißblütige August übergibt dem milden September das Ruder!

Die Tage werden deutlich kürzer, so dass die Sonne nicht mehr so viel Zeit hat, das Land aufzuheizen. Wenn wir abends im Cockpit sitzen, müssen wir uns manchmal etwas Langärmliges überziehen und schlafen besser in den kühleren Nächten.

Der Weg nach Rom ist noch lang und wir haben schon den 28. August, als der Werftchef Claudio in Marsala höchstpersönlich unsere Vorleinen löst und uns hinterherwinkt, als wir seinen Steg verlassen. Weiterlesen

29.08.2018 Tief im Westen von Sizilien

Es begann in Korfu an der Tankstelle der Gouvia Marina:

Der Käptn drückt den Stopp-Schalter, doch der Motor geht nicht aus. Gut, dass es noch eine Notlösung für diesen Fall gibt!

Nach dem Tanken drückt er den Startknopf, doch der Motor startet nicht. Auch dafür gibt es eine Notlösung.

Später, während der Fahrt, fängt der Motor plötzlich an zu ruckeln. Der Käptn nimmt schnell das Gas weg und der Motor läuft wieder ruhig weiter. Doch danach werden die Motorstunden nicht mehr gezählt.

Immer häufiger treten diese Probleme auf und wir rufen besorgt Volvo-Penta-Oscar in Torrevieja/Spanien an. Seine Ferndiagnose: Die MDI (Mechanical Diesel Interface) ist kaputt.

Wir sind geschockt! Was das wohl wieder kostet? Weiterlesen

24.08.2018 Auf der Flucht

Es ist ätzend!

Jeden Tag kündigt der Wetterbericht spätestens ab Nachmittag Gewitter für Sizilien an. Sightseeing ist jetzt zweitrangig. Allein das Wetter bestimmt die Reiseplanung.

Unterwegs beäugen wir misstrauisch die Wolkenberge, die sich um uns herum auftürmen. Wo kommen sie her? Wo ziehen sie hin?

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18.08.2018 „Viva Maria“ oder „Eine Wallfahrt für Architekturinteressierte und Gourmets“

Ragusa: Ein Name, der auf der Zunge zergeht.

Der klingt, wie ein stundenlang im Ofen geschmortes Gericht, das nun dampfend und duftend auf dem Tisch steht.

Vorbereitet zu einem hohen Feiertag, wie zum Beispiel „Mariä Himmelfahrt„.

In allen katholischen Ländern des Mittelmeers ist der 15. August ein hohes Fest, verbunden mit Gottesdiensten und Prozessionen, mit genussvollen Essgelagen im Kreise der Familie oder – falls das Meer in der Nähe ist – mit ausgelassenen Strandpartys im Freundeskreis.

Auch hier im Küstenort Marina di Ragusa, in dessen gleichnamigen Sportboothafen wir seit Montag liegen, bereiten sich die Menschen auf das Marienfest am Mittwoch vor.

Laute Kanonenschüsse puffen bereits am Morgen dicke, kugelrunde Rußwölkchen in den blauen Himmel. Weiterlesen