Altea, den 20.09.2015 – Wer hat Lust, mitzukommen?

Die Sonne scheint und ein angenehmes Lüftchen weht. Genau richtig für einen Sonntagsspaziergang!

Zuerst wandern wir am Wasser entlang nach Albir. Hier machen wir eine kleine Pause im Strandcafe´. Wie wär´s mit einer erfrischenden „Tonica“ oder einem kühlen Bier?

Albir

Albir

Nun folgen wir den Schildern „Parc Natural Serra Gelada“. Da ist auch schon das Eingangstor zum Naturpark! Unter schattigen Aleppo-Kiefern schlängelt sich der Weg immer höher hinauf bis zum Faro Punta del Albir. 2 ½ Kilometer Strecke mit spektakulären Aussichten und interessanten Einsichten, vermittelt  an zwölf Infotafeln machen die Wanderung  zum kurzweiligen Vergnügen.

Da ist ja auch schon die erste Station: MARINA BAIXA

heißt das Gebiet, in dem wir uns hier befinden. Dazu gehören die Gemeinden Benidorm, l´Alfas del Pi und  Altea. Wir schauen über die Bucht nach Altea, machen ein Foto und weiter geht´s!

Blick über die Bucht von Altea, die Stadt und die Sierra de Bernia, 1129 m hoch

Blick über die Bucht von Altea, die Stadt und die Sierra de Bernia, 1129 m hoch

Und was genau macht den Serra Gelada Naturpark aus?

Das erfahren wir an der zweiten Station. 2005 zum Naturpark erklärt, umfasst er 5.564 Hektar, davon 4.920 ha Meeresfläche. Er gilt als einer der einzigartigsten geschützten Gebiete innerhalb der Valencianischen Gemeinde, weil er sowohl ein Land- als auch ein Meeresreservat ist. Er umfasst die Buchten von Altea und Benidorm bis zu einer Tiefe von 50 Metern sowie vier kleine Inseln, darunter die I´lla de Benidorm und die Serra Gelada. Diese Küstengebirgskette erreicht mit dem „Alt del Governador“ mit 438 Metern ihren höchsten Punkt. Die seewärtigen Kliffs gehören zu den höchsten der Iberischen Halbinsel. Weiterlesen

Donnerstag, der 11.September 2015 Adios, Valencia!

Die Nacht, die diesem Tag  mit dem denkwürdigen Datum folgt, verbringen wir  in deinem ruhigen Südhafen. Wir waren  lange in deiner „Marina Real Juan Carlos“, wechselten wegen Stromausfalls vom Nord- in den Südhafen, wo es uns trotz der Weitläufigkeit  schließlich irgendwie zu eng wurde.  Für Segler bist du die Stadt der weiten Wege. Wir haben uns die Hacken abgelaufen, um deine schöne Altstadt zu bewundern und deine „Ciudad de las Artes y las Ciencias“ zu bestaunen. Die Arme wurden uns lang, wenn wir nach langen Märschen über glühenden Asphalt  die Einkaufstüten an Bord schleppten.

In der nicht enden wollenden Gluthitze haben wir uns an deinem feinsandigen Strand in der Brandung abgekühlt. An deiner endlosen Strandpromenade, wo sich die Restaurants und Bars dicht an dicht drängen, haben wir die schlechtesten Tapas von Spanien gegessen. Nie wieder „Arroz negro“! Doch der Abend im Restaurant „Panorama“ (www.panoramarestaurante.com ) im Nordhafen war ein kulinarisches Highlight!

Zweimal warst du Gastgeberin beim „America´s Cup“ und zehrst noch immer vom Glanz der vergangenen Großereignisse  aus der Welt des Segelns. Doch die dafür gebauten Gebäude und Hallen stehen heute leer und zeigen erste Spuren des Verfalls. Security-Dienste und Polizei drehen dort regelmäßig ihre Runden. Einzig die mageren Hafenkatzen haben hier ihre Bleibe gefunden, warten, dass Tierfreunde sie mit Futter versorgen. Die berühmte Rennmaschine  „Alinghi“ fristet  weitab von den verlassenen Gebäuden der internationalen Teams ihr Dasein auf einem umzäunten Gelände am Rande des Südhafens, kaum beachtet, nutzlos, vergessen…

Der Mast der alinghi

Der Mast der alinghi

Valencia, dein Name klingt beschwingt und blumig. Doch du bist kein Mekka für Pflanzenfreunde. Deine Straßen und Plätze wurden gründlich versiegelt. Die Regenfluten finden keinen anderen Weg als den in die Gullis mit der Aufschrift „CIUDAD SEDE – VALENCIA – 32ND AMERICA´S CUP“. Den wenigen Kübelpflanzen, die in der Gluthitze darben, hilft das wenig.

Die Menschen, die in deinen engen Straßen mit den mehrstöckigen Häusern leben, treffen sich in den unzähligen, kleinen Cafes und Bars, fiebern dort mit ihren Fußballteams, die auf riesigen Flachbildschirmen um Tore kämpfen, oder sie sitzen am Tresen, trinken ihren Espresso oder ihr Cerveza. In den Stadtvierteln in Hafennähe lebt nicht gerade der Reichtum, doch egal, wo und wann wir unterwegs waren, wir fühlten uns sicher und willkommen.

Valencia, du bist eine Stadt mit zwei Gesichtern und wirst uns genau so in Erinnerung bleiben. Das wollten wir dir zum Abschied noch sagen.

Freitag, den 12.09.2015

Der Wetterbericht hat gelogen! Nur 35 Minuten legen wir segelnd auf dem 31 Meilen weiten Weg nach Gandia zurück. Das gefällt dem Motor überhaupt nicht. Trotz „Schongang“ macht unsere „Klackerschlange“ mehr denn je ihre beängstigenden Geräusche. Wir sind erleichtert, als wir um 14:25 Uhr im „Real Club Nautico“ anlegen können. Vor fast genau zwei Monaten waren wir schon einmal hier. Der kurze Aufenthalt reichte jedoch nicht, um die Stadt zu erkunden, zumal die Hochhäuser, auf die wir von Bord aus blickten, damals abschreckend auf uns wirkten. Doch in Valencia erzählte mir eine Seglerin beim Wäschewaschen, wie schön  Gandia sei. Und das wollen wir jetzt gleich einmal überprüfen.

Uferpromenade in Gandia

Uferpromenade in Gandia

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Valencia, den 08.09.2015 – Eine Reise nach Mallorca

Vorbei: Der heftige Regen der letzten beiden Tage, der die Stromversorgung auf unserem Steg gekappt hatte, so dass wir uns während einer Regenpause  an einen anderen Platz verlegen mussten.

Vorbei: Unsere Reise nach Mallorca, wo wir Tochter Susanne, Schwiegersohn Dirk und die Enkel Jakob und Nick nach vier Monaten  wiedersehen konnten.

Zum Regen gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass er jetzt immer häufiger vorkommt und wohl so langsam den Herbst ankündigt. Die dicken, dunklen Wolkenberge verwandeln das Meer und die Stadt Valencia in trübes Grau, der heftige Regen überschwemmt die Straßen und spült jede Menge Müll ins Wasser. Unser Einkauf gestern gestaltet sich zum Pfützenweitsprung, von dem wir nass bis auf die Haut an Bord zurückkehren.

Auch die Temperatur ist um mindestens zehn Grad gefallen, was uns aber am wenigsten stört. Zum Trocknen der Kleidung und der Rucksäcke muss allerdings nach langer Zeit wieder der Heizlüfter angeschlossen werden, sonst wird es im Schiff klamm und ungemütlich.

Als wir am Samstag, dem 28.August um 22:30 Uhr mit der Balearia-Fähre von Valencia nach Palma de Mallorca ablegen, ist es jedoch noch sehr warm draußen. Dafür ist es in der Cafeteria der Fähre kalt wie in einem Kühlschrank . Hier sollen wir laut Buchungsbestätigung einen „reservierten Sitzplatz“ haben. Okay, es gibt genügend Platz, aber die besten Plätze für die Nacht befinden sich auf den Sofas entlang der Wände. Die sesselartigen Plastikstühle mit den niedrigen Lehnen sind für die „Nachtruhe“ kaum geeignet.

Auf den Sofas haben sich bereits die vor uns Eingetroffenen breitgemacht. Anders kann man es leider nicht bezeichnen.  Ausgestreckt, das Gepäck um sich verteilt, lümmeln sich die „Belagerer“ auf den begehrten „Schlafplätzen“ und beanspruchen dabei mindestens zwei Sitzplätze für sich. Darunter auch ein junger Mann. Angestrengt starrt er auf sein Laptop, als ich vor ihm stehe, ihn anlächle und mit einer Handbewegung andeute, er möge doch ein wenig zur Seite rücken. Zunächst will er wohl nicht verstehen, doch ich bin hartnäckig, und so macht er widerwillig etwas Platz für mich. Der Käpt´n steht daneben, was den jungen Mann überhaupt nicht stört. Wieder zeige ich per Handbewegung, dass auch mein Begleiter einen Platz benötigt. Endlich nimmt mein Nachbar den Rucksack von der Sitzbank und Heinz kann sich ebenfalls setzen.

Obwohl wir nun wenigstens den Kopf an die Wand hinter uns lehnen und die Beine auf ein Plastiksesselchen legen können, ist an Schlaf kaum zu denken. Rundum hängen an den Wänden mehrere Flachbildschirme, ein absolutes Muss in Spanien.  Unser Blick fällt auf den Bildschirm mit den Fußballspielen, über uns dröhnen die Geräusche eines  Actionfilms. Das gleißende Licht der Neonbeleuchtung wird die ganze Nacht über nicht gedimmt. Erfahrene Reisende haben sich längst die mitgebrachte Decke über den Kopf gezogen, wir dagegen sind Lärm und Licht schutzlos ausgeliefert und schlagen uns die lange Nacht um die Ohren. Auch wenn´s teurer ist: Beim nächsten Mal buchen wir eine Kabine  oder mindestens einen Schlafsessel.

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In Palma müssen wir nicht lange warten, bis Dirk uns gefunden hat. Wir fahren nach Porto Petro, wo die Familie eine Ferienwohnung bezogen hat und wir für eine Woche ein Hotel direkt am Hafen gebucht haben. Welche Freude, Susanne und die beiden Enkel so unverhofft wiederzusehen! Normalerweise wären wir ja jetzt irgendwo auf Sardinien oder Italien, doch unser Problem- Motor hat dieses unerwartete Familientreffen „erzwungen“.

Da wir erst um 14:00 Uhr ins Hotel können, wandern wir nach dem Frühstück mit dem faltbaren „Bollerwagen“ an den Strand einer kleinen Bucht in Porto Petro. Jakob, der vor unserer Abreise in Hamburg noch Probleme bei der Aufnahme in die „Pinguin-Schwimmschule“ hatte, weil er den Kopf nicht unter Wasser tauchen wollte, nimmt mich an die Hand und stürzt sich in die Wellen. Er macht schon richtige Schwimmbewegungen, trägt aber sicherheitshalber noch seine Schwimmflügel. Nick sitzt in seinem Plastikbötchen und hat ebenfalls Spaß im Wasser. Als ich ihn frage, ob ich auch ins Boot darf, meint er: „ Ja, aber erst, wenn du kleiner bist!“

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Mit dem Plastikbötchen im Wasser

Dann beziehen wir unser Hotelzimmer. Wir haben zwar keinen Balkon, und das Fenster liegt zu einem Hinterhof, doch wir sind ja ohnehin kaum im „Hotel de Luxe Varadero Portopetro Adults Only“.

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