28.07.2017 Von Wolken, Wind und mehr

Am Mittwoch machen wir nach dem Frühstück das Schlauchboot klar und schippern zur Hafenmauer. Eine riesige Schildkröte sitzt dort auf einem der Treppchen, an denen man mit dem Beiboot festmachen und an Land gehen kann. Sie verströmt einen unglaublichen Gestank, denn sie ist tot. Der Panzer hat ein großes Loch, das den Blick auf die inneren Organe freigibt. Wahrscheinlich ist das arme Tier auf seinem Weg an den Laichplatz in eine Schiffsschraube geraten.

Wir suchen uns ein anderes Treppchen zum Anlanden und machen ein paar Besorgungen. Dann besuchen wir unser Stammcafe mit Wifi. Doch heute können wir nicht lange bleiben. Der Wind geht an und das Wasser gerät in Bewegung. Weiterlesen

25.07.2017 Spurensuche

Wir bleiben eine Nacht in der Bucht Ormos Schoinos und fahren am Freitagmorgen nach Vathi. Einen Ort namens Vathi hatten wir ja schon auf der Insel Meganision, aber das hier ist Vathi auf Ithaka, der Insel, die einst das Reich des sagenhaften Königs und Helden Odysseus war.

Vathi ist seit dem 16. Jahrhundert die Inselhauptstadt. Wie die Zuschauer in einem riesigen Amphitheater blicken die bunten, hübschen Häuser von den steilen Hängen hinunter auf die ankernden Schiffe in diesen wunderschönen Naturhafen.

Blick von der Nordinsel auf die Ankerbucht Ormos Schoinos (links) und den Naturhafen Vathi (rechts).

Zuerst steuern wir die Tankstelle an. Hier füllen wir den Tank mit Diesel auf, machen den Kanister für unseren Außenborder voll und können sogar Wasser nachtanken. Den großen Beutel Müll nimmt uns der Tankwart auch noch ab, dann heißt es aber: Schnell weg! Denn die Yachten stehen schon Schlange an dieser Bunkerstation. In diesem Teil der Ionischen Inseln gibt es selten Möglichkeiten zum Tanken von Treibstoff und Wasser. Weiterlesen

22.07.2017 Im Land der Götter

Am Sonntag kehren wir nach dem Abendessen in der Taverne „Pascha“ noch auf einen Uso in der benachbarten Bar „Pristina“ ein. Hier sitzen wir auf der luftigen Terrasse und beobachten die dunklen Wolkenformationen, die vom Festland herüberquellen. Die freundliche Wirtin hat uns schon erzählt, dass dort bereits heftige Regenschauer niedergehen. Und genau so sagen es auch unsere Gribs vorher!

Hier in Vathi auf der Insel Meganision soll es allerdings auch Regen geben, doch die kleine Kellnerin erklärt: „Nein, es wird nicht regnen. Ich bin von Levkada und kenne mich aus. Das Wasser muss schwarz werden, dann regnet es bald. Es ist aber noch zu hell. Vielleicht ein paar Tropfen. Mehr nicht.“

Obwohl es drückend heiß im Schiff ist, haben wir beim Weggehen vorsorglich die Luken geschlossen. So trinken wir in Ruhe unseren Uso aus und machen uns dann auf den Weg zum Schiff.

Kaum sind wir da, beginnt es zu krachen und zu blitzen. Der dunkle Himmel öffnet seine Schleusen. Um 21 Uhr prasseln Hagelkörner wie ein Trommelfeuer auf das Deck und unseren Cockpitschirm. Hoffentlich überlebt er das! Zehn Minuten später verwandelt sich der Hagelschauer in Starkregen. Nach weiteren 15 Minuten stoppt der Regen, es blitzt und donnert weiter und die Luft ist deutlich abgekühlt. Ein süßer Duft von Oleanderblüten erfüllt die Luft. Die Natur atmet auf!

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16.07.2017 Wenn ich einmal reich wär….

zum Beispiel so reich wie Aristoteles Onassis, dann würde ich mir bestimmt auch eine Insel in Griechenland kaufen.

Genau genommen, kaufte sich der verstorbene Tankerkönig gleich ein kleines Archipel: Skorpios, Skorpidi und Sparti. Eine Insel schöner als die andere mit einem fantastischen Panorama auf die Inseln Levkada und Meganision, das griechische Festland und die vielen kleinen Inselchen dazwischen.

Obwohl wir noch nicht viel von Griechenland kennen, gehen wir davon aus, dass ein so reicher Grieche sicher weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um sein Häusle in einer der schönsten Ecken seines Heimatlandes zu errichten.

In diese paradiesische Inselwelt brechen wir am Dienstag, den 11. Juli um 10 Uhr morgens auf. Weiterlesen

10.07.2017 Mein Gott Walter!

Gestern sind wir nach drei Tagen aus dem „Nirvana“ in die Marina Cleopatra zurückgekehrt und haben wieder Internet. Die Schlagzeilen über den G 20 Gipfel in Hamburg trafen uns wie ein Paukenschlag. Besonders im Schanzenviertel wütete der Wahnsinn, während Putin und Trump in der Elbphilharmonie dinierten und schönen Klängen lauschten.

Unsere erste Sorge galt unserer Hamburger Familie. Sie lebt in Altona, nicht weit weg vom Schanzenviertel. Schon bevor wir nach „Nirvana“ ablegten, bekamen wir per SMS aktuelle Lageberichte. Pausenlos kreisende Hubschrauber, Tatütata ohne Ende und martialische Polizeikontrollen nervten von früh bis spät. „Wie im Krieg!“ schrieb meine Tochter per SMS.

Am Freitag verzog sich die Familie in die Lüneburger Heide. Gestern kehrte sie zurück und fand die Stadt in einem desolaten Zustand. Überall Menschen mit Besen und Schaufeln, die gemeinsam aufräumten. Und alle sind sauer auf unseren Bürgermeister Scholz. Jetzt, wo die Bürger wieder ihre Ruhe haben, wird er schlaflose Nächte haben. Weiterlesen