07.06.2018 Kalamata

Ein wundervoller Duft von frischer Wäsche erfüllt die Anima mea.

Ich weiß nicht, welches Waschmittel die Frau des Marineros in der Kalamata Marina benutzt, aber es verfehlt seine Wirkung nicht. Genüsslich nehme ich das dicke Wäschepaket auseinander und verstaue Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche wieder an ihrem Platz in den fast leeren Schapps. Das war mir die 25 Euro wert und ich freue mich immer, wenn ich die Menschen vor Ort ein wenig unterstützen kann. Weiterlesen

03.06.2018 Von Robotern, Ratten und Dieselpest

Der geniale Dädalos baute nicht nur die hölzerne Kuh für Königin Pasiphae. Er schuf auch den ehernen Giganten Talos, den er König Minos schenkte und der ihn zum Wächter Kretas bestimmte.

Dreimal am Tag umrundete dieser eherne Roboter die Insel, um jeden Fremden daran zu hindern, Kreta zu betreten, aber auch jeden Einheimischen, von ihr zu fliehen.

Vielleicht hält uns Talos inzwischen auch schon für Einheimische. Auch nach einer vollen Woche haben weder die Polizei noch irgendeiner unserer sporadisch auftauchenden Nachbarn Anstoß daran genommen, dass wir immer noch an der Kaimauer mit den dicken, schwarzen Autoreifen auf und ab tanzen. Zwar hat der Wind hier abgenommen, doch draußen auf dem offenen Meer weht es noch immer kräftig, weshalb ständig hohe Wellenberge die Bucht herunter bis an unsere Mauer rollen.

Wann hört dieser heftige Nordwind endlich auf? Weiterlesen

11.05.2018 Reise, Reise

In Poros kündigt unsere Wetter-App „Windy“ Starkwind und Unwetter an.

Misstrauisch beäugen wir die Wolkentürme am Himmel. Da braut sich was zusammen, aber es kommt anscheinend nicht so schnell wie es der Wetterbericht ankündigt.

Neben uns liegt eine Segelyacht mit deutscher Flagge. Der Skipper hangelt sich in den Mast hinauf, während die Begleiterin ihn über die Winsch sichert. Als das kippelige Manöver beendet ist, lichten die beiden den Anker, hängen alle Fender an die Backbordseite, steuern zum Ponton am Stadtkai rüber und machen dort längsseits fest. Das könnte uns auch gefallen!

Vorher wollen wir uns aber Gewissheit verschaffen, ob das überhaupt erlaubt ist.

Wir tuckern mit Klein-Poros zum Ponton. Die beiden Deutschen sind nicht mehr an Bord, aber hinter ihnen liegt ein französisches Schiff, dessen Besatzung wir fragen, ob man hier liegen darf. Es sind nämlich überall kleine Schilder angebracht, die ein Längsseits-Anlegen verbieten! Weiterlesen

04.05.2018 Wenn Täter zu Opfern werden

Am zweiten Mai ist es endlich so weit: Anima mea wird wieder ihrem Element übergeben.

Vom roten Saharastaub befreit, auf Hochglanz gewienert hievt die professionell arbeitende Mannschaft von Jordan Kanonis unser Schiff ins Wasser. Weiterlesen