Pos. 53°53.7´N, 009°08,8´E

Der stürmische Westwind trägt die Shantys der Klabautermänner zu uns in den Salon der anima mea,die seit Mittwoch vor der Schleuse in Brunsbüttel im kalten Wasser des Nord-Ostsee-Kanals schaukelt. Am Montag, dem 24.06.2013 sind wir – Christine und Heinz aus Hamburg- in Großenbroder Fähre aufgebrochen, um die nächsten 16 Monate durch die Welt zu segeln. Wir grüßen besonders Elke und Jürgen Koch, Rolf und Margriet und Jürgen, aber auch alle, die uns von ihren Booten aus zum Abschied zugetutet und gewunken haben.

Und Tschüs!

Und Tschüs!


Zunächst ging es nach Kiel, durch die Regattafelder der Kieler Woche. Vor der Schleuse in Kiel-Holtenau mussten wir zwei Stunden kreisen, bis uns endlich die Einfahrt in die Schleusenkammer gewährt wurde. Als einziges Sportboot wurden wir mit zwei Frachtern und einem Schlepper in den NOK geschleust. Kostete nur 12 Euro! Die Nacht verbrachten wir vor Anker im Flemhuder See, der bei Kanal-Kilometer 85,4 an Backbord abzweigt. Mit uns waren waren wir fünf Boote in beschaulicher Natur.

Kiel-Holtenau: In der Schleuse

Kiel-Holtenau: In der Schleuse

Am nächsten Tag schipperten wir bis Brunsbüttel. Zu unserem großen Erstaunen wurden wir bald von Bekannten begrüßt, die hier in der Nähe wohnen. Seitdem ist das Wetter leider sehr stürmisch, kalt und nass. Wir müssen noch hier bleiben, vielleicht können wir Sonntag nach Cuxhaven. Haben ja Zeit im Gegensatz zu den meisten anderen Seglern. Urlaub war eben gestern, jetzt ist Ruhestand, juchu! Unterhaltung haben wir auch. Von heute bis Sonntag ist hier 118tes Kanalgeburtstagsfest. Gerade werden auf der Bühne hier am Hafen die Shanties geschmettert. Wir liegen direkt an den Schleusen , die laufend die Riesen der Ozeane schlucken bzw. ausspucken. Sehr imposant!

Ankern auf dem Flemhuder See / Nord-Ostsee-Kanal

Ankern auf dem Flemhuder See / Nord-Ostsee-Kanal

Gestern Abend sind wir ins Restaurant „Torhaus“ essen gegangen. Dort saß schon unser Bootsnachbar von der Skippy beim Abendbrot. Ein sehr netter Herr von 77 Jahren, der nur noch allein unterwegs ist mit seiner Nauticat 44, da seine Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitfährt. Er war früher als Obersteiger und dann als Betriebsführer auf einer Zeche im Ruhrgebiet tätig und kannte auch die Zeche, auf der mein Vater (Christine) gearbeitet hatte. Nun ist er in die Eider gefahren, weil es ihm hier zu langweilig wurde. Er hat uns sein „Beiheft zu den amtlichen Karten für die Sportschifffahrt“ geschenkt, in dem wichtige Informationen über die Gezeitenströme in der Nordsee enthalten sind. Wir haben noch ein bisschen Zeit, diese zu studieren, bevor es hinaus geht auf Elbe und Nordsee. Mal sehen, wie es anima mea dort gefällt. Sie kennt ja bisher nur Ostseewasser.