Sonntag, 29.09.13 — Plymouth

Seit Freitag stürmt und regnet es mehr oder weniger. Doch obwohl der Wind aus Osten bläst, ist es überhaupt nicht kalt (so um die 20 Grad). Am Mittwoch hat Heinz  den Ölwechsel gemacht, am Donnerstag dann das alte Kühlerwasser abgelassen und neuen Frostschutz eingefüllt. Höchste Zeit!  War ´ne schöne Brühe, die da rauskam!

Am Freitag bot sich mal wieder ein kleines Wetterfenster für einen Ausflug. Dartmoor oder Polperro war die Frage. Nachdem ich die Busfahrpläne studiert hatte, fiel die Entscheidung auf  den alten Fischerhafen Polperro in Cornwall.  Für  8,50 Pfund Hin- und Rückfahrt pro Person erreichten wir nach einer  kurvenreichen, rasanten  Fahrt mit dem „Western Greyhound“   in gut eineinhalb Stunden  unser Ziel.

Die Bushaltestelle liegt außerhalb Polperros und schon der Anmarsch  dorthin war vielversprechend. Links des Weges plätscherte ein klarer Bach bergabwärts, gesäumt von  Blumenrabatten und hübschen Häuschen.

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Dann verengte sich die Straße zu einer Gasse mit überwiegend weißen Häusern, von denen die meisten Pubs oder Shops beherbergten.  Ich hatte bereits gelesen, dass Polperro, das ehemals vom Fischfang und vom Schmuggel gelebt hatte, heute überwiegend vom Tourismus profitiert, doch ein wenig enttäuscht waren wir dennoch von dem Überangebot an Andenkenläden.  Immerhin herrschte wenig Gedränge, denn die schoolholidays sind vorbei. Danach werden in England so langsam „die Bürgersteige hochgeklappt“, was zu unserer Freude überall  zu einer „touristischen Verkehrsberuhigung“ führt.

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Doch schon an der nächsten Ecke veränderte sich  das Straßenbild.  Statt Schildern schmückten Blumenampeln, Fischereizubehör und Muscheln die weißgekälkten Häuschen.

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Nun gabelte sich der Weg. Wir entschieden uns, links abzubiegen und wieder bergauf zu wandern. Am Hang links die übliche Mischvegetation aus Pinien, Palmen , Fuchsienhecken und Hortensienbüschen. Schön! Doch dann der Blick nach rechts: Nein, das gibt es doch gar nicht (würde grandson Jakob jetzt sagen). Ein Ort wie aus dem Bilderbuch, perfekt gestaltet von Natur und Menschenhand. Eine enge Hafeneinfahrt zwischen zerklüfteten Felsen. Dahinter ein kleines, trockenfallendes Hafenbecken,  rundum geschützt durch Steilwände, an denen  weiße Häuschen kleben . Um den Hafen herum ein kleiner Dorfplatz  mit farbenfrohen Häusern. Dazu  eine schmale Brücke über den klaren Bach, der sich zwischen den Häusern hindurch seinen Weg zum Meer bahnt. Ich muss leider  sagen: Die folgenden Bilder geben nur einen unvollkommenden Eindruck von der wahren Schönheit  dieses einmaligen Fleckchens  Erde wieder. Die Liste der „schönsten Orte“ ist um den Namen POLPERRO erweitert worden!

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Die Einfahrt zum Hafen Polperro

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 Bei Ebbe fällt Polperro trocken. Jetzt  suchen die Möwen im Schlick nach Futter.

Wir hoffen, dem einen oder anderen Leser ist jetzt bei dem Gedanken an eine Englandreise  das Wasser  im Munde zusammengelaufen. Wenn nicht, dann vielleicht beim Anblick meiner selbstgebackenen Muffins mit Brombeerkrönung. „It´s a good year for blackberries“  rief mir freundlich ein Spaziergänger zu, als ich sie (mit Blick auf den Plymouth Sound) pflückte. Stimmt!  Sie  haben ja auch viel Sonne getankt und schmecken wirklich zuckersüß .

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Bis demnächst! Und noch ein besonderer Dank an Anja und Stefan für ihren Polperro-Tip! Wir seh´n uns! (In ca. zwei Wochen)…

 11 Ein Kunstwerk von „Baumeister Natur“

 

Plymouth, den 24.09.13

Es wird mal wieder Zeit, ein Lebenszeichen von der Anima mea zu senden. Wir fühlen uns mittlerweile hier in England wie Zuhause. In der Stadt kommen wir ohne Stadtplan zurecht und finden sogar die günstigsten Einkaufsquellen für Öl und Frostschutz, denn bevor wir nach Deutschland fliegen, wird das Kühlerwasser abgelassen und neuer Frostschutz eingefüllt sowie ein Ölwechsel gemacht. Leider ist es immer ein elendes Geschleppe, die Einkäufe an Bord zu bringen.

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7 Liter Öl, zwei Filter und 5 Liter Frostschutz wurden an Bord geschleppt

Wenn das Wetter schlecht ist, liest Heinz sein Kindle leer und ich  koche was Leckeres. Der erste selbstgebackene Kuchen auf der Anima mea ist gut gelungen und auch die Lauch-Tarte schmeckte vorzüglich!

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Nuss-Sand-Torte

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Lauch-Tarte

Am Wochenende feierte Plymouth das Sea Food Festival. Leider war am Samstag so dichter Nebel, dass wir nicht zur Parade der „hunderten von Schulkindern in ihren maritimen Karnevalskostümen“ hinüberfuhren (wir sind ja hier auf der anderen Seite von Plymouth und müssen mit der Fähre oder dem Bus hinüber in die City). Am Sonntag war zunächst wieder blauer Himmel, doch dann zog Seenebel auf und präsentierte ein Wetterschauspiel, das man auch nicht alle Tage erlebt.

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Auch das Art Deco Schwimmbad „Tinside Lido“ war vom Seenebel umwölkt.

Seit gestern blies dann ein frischer Ostwind und brachte schönes Wetter mit. So machten wir uns heute morgen auf den Weg, um ein weiteres Stück (ca. zehn Kilometer) des South West Coast Path zu erwandern. Es ging in Richtung Wembury an der beeindruckenden Steilküste entlang und dann zurück quer durch Wald und Feld  mit Blick  über die „roling hills“  hinüber zum Dartmoor.

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Auf dem South West Coast Path

Und hier noch eine kleine Bildergeschichte für meine „grandsons“!

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Am wunderschönen Bovisand-Strand  lebt in einer Meereshöhle eine kleine Meerjungfrau. Bei Flut füllt sich die Höhle mit dem salzigen  Meereswasser aus dem Plymouth Sound.

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Die kleine Meerjungfrau ist eine große Künstlerin. Mit der Feder eines Austernfischers schwimmt sie  auf dem Meeresgrund umher und zeichnet Bilder von allem, was da kreucht und fleucht. Zum Beispiel von den Muscheln und Seepocken hier:

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Oder von den Unterwasserpflanzen , die sich an den Steinen festhalten, um nicht fortgespült zu werden.

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Und woher ich das alles weiß? Weil ich selbst  in der Höhle war :

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Und weil ich am Strand eins von den Kunstwerken der kleinen Meerjungfrau fotografieren konnte. Hier ist es:

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Viele Grüße, auch von der kleinen Meerjungfrau!

Plymouth, 17.09.13

Pos. 50°21.5´N  004°07.3´W

Ich sitze bei  Windstärke 5 bis 6, in Spitzen sogar 7 unter der Kuchenbude im  Plymouth Yacht Haven an genau demselben Platz, den wir am 4.9. in Richtung Falmouth verlassen haben. B 14 ist  nun  für mindestens sechs Monate „unser“ Platz , denn  gestern haben wir den Vertrag für  „Winter Berth“ abgeschlossen.  Anima mea  wird  als sogenanntes „shrinkwrap boat“  ihren ersten Winter unter einer Plane  im Wasser verbringen.  Chris von „Dicky B Marine“ wird sie in einen schützenden Kokon aus Plastikplane einschweißen.

Natürlich wird sie hier nicht allein sein, denn viele Boote bleiben aus Kostengründen im Wasser, teilweise  leben auch die Besitzer das ganze Jahr über  an Bord. Der Hafen ist ganzjährig geöffnet  und Winterlager im Wasser bedeutet lediglich, dass man keinen Landstrom hat. Den kann man bei Bedarf extra buchen.

Wir werden noch bis Mitte Oktober hier bleiben. Ab dem Wochenende soll sich das Wetter bessern und wir hoffen auf ein paar goldene Herbsttage, bevor wir mit British Airways in einer Stunde und 40 Minuten nach Hause düsen.

Um hierher zu kommen, haben wir seit  dem 24. Juni  in  81 Tagen 991,1 Seemeilen zurückgelegt. Am Freitag, dem 13.9.   endete unser Sommertörn nach einem sehr ungemütlichen Trip, der mangels Wind als Motorfahrt bei schlechter Sicht in Falmouth begann und  mit Wind 5-6 Bf von Achtern bei noch schlechterer Sicht und Regen  in Plymouth endete.

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Auf dem Weg von Falmouth nach Plymouth: Dodman Point mit Wolkenmütze

 Ich hatte bereits von dem jungen Engländer berichtet, der  in fünf Tagen von Eastbourne  nach Falmouth gesegelt war. Er wollte einen Tag nach uns zu seinem Törn nach Madeira aufbrechen. Wir hoffen, er hat sein Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt, denn sonst müsste er momentan da draußen durch die Hölle segeln.  Jeden Tag schaue ich mir die Grip Daten mit Gruseln an! Übrigens vielen Dank, liebe Michelle, dir  haben wir ja dieses Programm zu verdanken. Wir haben am Freitag auch ganz oft an dich gedacht, denn da sollte dein erster Tag in Irland an der Uni sein. Hoffentlich bist du heil und pünktlich dort angekommen.

Nein, auf Extremtörns haben wir  mittlerweile keine Lust mehr. Windstärke 7 im Hafen reicht, das müssen wir nicht bei der Ansteuerung von La Coruna haben. Vielleicht mag mancher denken, wir haben eine richtige Pannentour hinter uns, die nur viel Geld gekostet und Sorgen gemacht hat. Stimmt soweit, was das Geld betrifft. Es war auch die eine oder andere schlaflose Nacht dabei. Aber letztendlich  haben wir dadurch viel Zeit an wunderschönen Orten verbracht, an denen wir sonst vorbeigerauscht wären. Die „Stehende Mastroute“ wird uns in bester Erinnerung bleiben. Wir können sie nur zur Nachahmung empfehlen!  Auch haben wir uns hier in England  sehr wohl gefühlt unter diesen netten, höflichen und hilfsbereiten Menschen. Und wir sind uns mittlerweile einig darüber, dass wir zu zweit allein  nicht so lange Strecken über das offene Meer zurücklegen wollen. Wir haben ja Zeit, um gemütlich an Küsten entlang zu segeln, Land und Leute kennenzulernen und „wie Gott in Frankreich“ zu leben. Das wollen wir nämlich nächstes Jahr ausprobieren,  denn  von hier  aus kann man in  einem Tagestörn rüber in die Bretagne segeln .

Übrigens riecht es in unserer Kuchenbude zwar nicht nach Kuchen sondern nach frischem Brot. Wir müssen vor unserer Abreise alle verderblichen Vorräte aufbrauchen, wozu auch diverse Brotbackmischungen gehören. Heute habe ich ein kräftiges Vollkornbrot gebacken. Sonst half mir immer die Sonne dabei, dass der Teig in der Wärme unter der Kuchenbude gut aufging. Heute habe ich die Teigschüssel einfach  vor den Heizlüfter gestellt. Hat prima geklappt!

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Der Brotteig geht.

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Besser geht´s nicht!

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Sieht gut aus.

 

 

11.09.13 — Falmouth

Für jeden gibt es „Schönste Orte“. Für mich sind es zum Beispiel Hamburg/Deutschland, Funchal/Madeira und Valdemossa/Mallorca. Seit gestern gehört  auch St. Mawes/ Cornwall dazu. Es liegt auf der anderen Seite des River Fal und ist mit einer Fähre zu erreichen. Dorthin ging es gestern bei strahlendem Sonnenschein.

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Mit so einer Fähre fuhren wir zu diesem malerischen Ort.

 

02 Hübsche , meist weiß getüncht Häuser  liegen an den steilen Gassen. Mittelmeer-Feeling stellt sich ein!

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 Dieser Baustil ist allerdings typisch englisch!

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 Die Besitzer dieses  englischen Gartens mit der fantastischen Aussicht  sind zu beneiden.

 

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Natürlich darf ein Castle nicht fehlen. Dieses  gilt als das malerischste der  von Heinrich dem VIII. erbauten Festungsanlagen.

 

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Ein wundervoller Park mit üppigen Hortensienbüschen umgibt dieses Castle.

 

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Nach der Ortsbesichtigung nutzten wir einen Wanderweg des „National Trust“ für  einen  ausgedehnten Spaziergang.

 

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Die restliche Zeit bis zur Abfahrt der Fähre verbrachten wir am Strand. Es war gerade Niedrigwasser und wir verspeisten unser Sandwich auf dem Meeresboden sitzend mit dieser Aussicht auf die Traumbucht von St. Mawes.

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Montag, der 09.09.13 — Falmouth/Cornwall Pos. 50°09.8´N – 005°05.0´W

Mit etwas Herzklopfen starteten wir am vergangenen Mittwoch um 9.30 Uhr unseren reparierten Motor. Er sprang sofort an, qualmte allerdings etwas mehr als wir es  bisher von ihm  gewohnt waren. „Unser Monteur“ Mat legte Heinz  beim herzlichen Abschied ans Herz, ein Auge auf die Filter zu haben. Die Rechnung konnten wir  bei Chris Online  bezahlen. Für eine  kostengünstige SEPA-Überweisung  rechnete  er vorher den Pfundbetrag in Euro um: 963,16 Euro! Er hat allerdings nur die 12 Arbeitsstunden für Mat , aber nichts für die Kontrolle und das Reinigen der Einspritzdüsen sowie für die Entsorgung des abgepumpten Diesel berechnet. Leider mussten  wir auch die 20 % Umsatzsteuer (VAT) bezahlen. Chris fluchte kurz über seine eigene Steuerlast und meinte, wir sollten uns die gezahlte Steuer bei unserer Rückkehr in Deutschland erstatten  lassen, da wir sie als „Visitor“ nicht  zahlen müssen. Mal sehen, ob sich da was machen lässt…

Nach neun Tagen in Plymouth waren wir jedenfalls froh, wieder unterwegs  zu sein. Es war kaum Wind, aber wir wollten ja ohnehin den Motor testen. Gut 40 Seemeilen lagen bis Falmouth vor uns. Leider verhängte Nebel den Blick auf die schöne Küste von Cornwall. Der Motor lief prima. Um 17.00 Uhr meldeten wir uns über das Telefon an der Fuel-Station bei der Premier-Marina in Falmouth an und bekamen einen Liegeplatz. In England fährt man nämlich nicht einfach in den Hafen und sucht sich einen freien Liegeplatz, sondern meldet sich per Funk oder telefonisch beim Hafenbüro. Dort wird einem gesagt, zu welchem Liegeplatz man fahren kann. Danach geht man zum Hafenbüro, bezahlt und bekommt den Code für die Eingangstore und Sanitäranlagen, denn alle Häfen sind eingezäunt. Mal so durch den Hafen bummeln wie in Deutschland oder Dänemark geht hier, aber auch in Belgien und Frankreich überhaupt nicht.

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St. Anthony Head am Eingang zum River Fal

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Blick über den River Fal

 Wir liegen hier sehr ruhig in einem Seitenarm des River Fal, etwas abseits von dieser schönen Universitätsstadt mit ihren vielen Kunst- und Antiquitätenläden.

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Princess Pavillon

 Außerdem gibt es zahlreiche wunderschöne Gärten und Parks mit subtropischen Pflanzen, eine Festung mit tollem Ausblick über den Englischen Kanal und leckere Pasties mit hohem Sättigungsfaktor.

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Blütenpracht in den Gyllyngdune Gardens

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Eine ausgezeichnete Pasty!

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Pendennis – Castle

 Leider regnete es  von  Samstagnachmittag bis Sonntagabend. In dieser Zeit beschäftigte sich Heinz  intensiv und immer erfolgreicher mit dem Funkgerät, während ich die Grip Files Datei auf unserem Notebook studierte. Ab Dienstag ergab sich doch tatsächlich ein Wetterfenster für eine Überquerung der Biskaya!  Auch DB3FE (Charly von Intermar) sah das genauso, so dass wir am Sonntagabend beschlossen, heute nochmal Proviant einzukaufen, zwei zusätzliche Dieselkanister zu besorgen – es war nämlich zwischendurch mit einer Schwachwindphase zu rechnen – vorzukochen und dann morgen mit dem ablaufenden Wasser abzulegen. Am Anfang würde es etwas stärker blasen, aber mit Wind von Achtern sollte es schon auszuhalten sein. Wir waren etwas überrascht, als es dann heute Vormittag immer heftiger zu blasen begann. Passte überhaupt nicht zum Wetterbericht (www.windfinder.com) den wir uns täglich aus dem Hafenbüro  holen. Da war Windstärke 3 -4 mit Böen von 5 am Abend angesagt. Schnell wurde das Notebook aufgeklappt und die Grip Files Datei aktualisiert. Welcher Unterschied zu gestern! Starkwind zwischen 5 und 6 Bf bei uns und in der Biskaya. In den nächsten Tagen werden dann voraussichtlich immer wieder neue  Starkwindgebiete von Westen heranziehen. Noch schlimmer sieht es  um La Coruna herum und an der Atlantikküste hinunter Richtung Portugal aus. Hier sind es häufig 7 Windstärken. Bis nächsten Montag- so weit reichen die Daten- ist kein  Ende  abzusehen.

Etwas frustriert und sehr nachdenklich ob der Unzuverlässigkeit der Wetterberichte begab ich mich erst mal in die Pantry, um die eingekauften Vorräte zu Kartoffelsalat, Antipasti und Co. zu verarbeiten. Plötzlich klopft es. Zwei schwarz uniformierte Männer mit Schwimmweste bitten um Einlass zwecks Zollkontrolle. Sie überprüfen unsere Pässe und das Flaggenzertifikat. Gewissenhaft notieren sie unsere bisherige Reiseroute  und wollen auch wissen,  seit wann wir in England sind und wo wir noch hinwollen. Als wir sagen, dass wir eigentlich morgen über die Biskaya wollen, winken sie ab. Sie waren gerade mit ihrem Schiff 20 Meilen südlich von Lizard Point (das ist der südlichste Punkt von GB) und hatten dort fürchterlichen Schwell, was wohl morgen nicht besser sein würde. Sie raten uns dringend ab, los zu segeln und verabschieden sich mit den besten Wünschen für unsere Weiterreise. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass wir während unserer ganzen Reise hier zum ersten Mal vom Zoll kontrolliert wurden. In Boulogne sur Mer war zwar ein Zollboot im Hafen, kontrolliert haben die aber unseres Wissens niemanden. Die englischen Zöllner wollten nur unsere Pässe und das Flaggenzertifikat sehen, also feststellen, ob wir rechtmäßige Eigentümer der Anima mea sind. Sie haben nicht nach Waffen, Drogen und auch nicht nach Medikamenten gefragt. Wir haben ja eine umfangreiche Bordapotheke mit teilweise verschreibungpflichtigen Medikamenten dabei, für die wir ärztliche Atteste und Bescheinigungen des Gesundheitsamtes mitführen. Bisher hat sich dafür niemand interessiert.

Durch die beiden Zollbeamten wissen wir nun auch genau, was wir schon vermutet hatten. Wir sind weit und breit die einzigen Ausländer in Falmouth, von einem Kanadier, der seine Familie in England besucht, mal abgesehen. Es sollen in diesem Jahr ohnehin nicht viele „Visitor“ hier gewesen sein, überwiegend Niederländer und Franzosen, sagte man uns schon  bei unserer Ankunft  im Hafenbüro.

Und noch etwas wissen wir seit heute: Wir werden dieses Jahr nicht über die Biskaya segeln, sondern nach Plymouth zurückkehren und dort ab Oktober ins Winterlager gehen. Hier bleiben wir noch ein paar Tage, um uns ein bisschen von Cornwall anzuschauen. Darüber wird dann im nächsten Blog berichtet.

Mittlerweile bläst der Wind nicht mehr ganz so heftig , aber das wird sich bestimmt wieder ändern. Die Sonne strahlt und morgen soll es laut Windfinder  ebenfalls viel Sonnenschein geben.  Ich werde  mir jetzt hier in  der Kuchenbude gemütlich ein  Sundowner- Cider eingießen. „ Cheers!“ nach Germany und viele Grüße an alle, die uns bisher so nette E-Mails geschrieben haben.

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 Am Horizont beginnt die Biscaya