19.09.2018 Auf eine Pizza nach Neapel

Am Montag, den 10. September verlassen wir um 7:00 Uhr morgens Salerno.

Noch einmal geht es an der Amalfi-Küste entlang und an den Sirenen-Inseln vorbei. Doch heute strahlen sie nicht wie am vergangenen Wochenende, denn der bedeckte Himmel legt einen leichten Grauschleier über Land und Meer.

Wir sind ein bisschen wehmütig. Nein, eher nachdenklich.

Seit wir Griechenland verlassen haben, denken wir bei jedem Abschied, dass wir diesen Ort wahrscheinlich nie wiedersehen werden. Wenn früher, als wir noch jung waren, der Urlaub zu Ende ging, hatten wir nie solche Gedanken. Da freuten wir uns bei der Abreise schon auf das nächste, neue Urlaubsziel. Mit zunehmendem Alter ticken wir anders und ertappen uns oft bei Gedanken wie diesen:

Das letzte Mal griechischer Bauernsalat in der Taverne auf Othoni. Das letzte Mal vom Cockpit aus der Blick auf den Stromboli. Das letzte Mal Aperol Spritz in der schönen Marina von Vibo Valencia…. Weiterlesen

11.09.2018 Wir sammeln Edelsteine

Den ersten Edelstein finden wir, als wir am 01. September die Äolischen Inseln erreichen.

Es ist die Insel Vulcano, deren aktiver Gran Cratere sich dunkel, vegetationslos und rauchend hinter den bizarren Felsen der Bucht Porto di Ponente erhebt.

Unseren Plan, hier zu ankern, verwerfen wir nach kurzer Überlegung. Nach 50 Seemeilen sind wir irgendwie zu müde, um jetzt noch ein Ankermanöver zu fahren. Zumal es beim ersten Versuch nicht unbedingt klappen könnte, wie Rod Heikell in seinem Küstenhandbuch Italien schreibt:

„Der Grund besteht aus grobem Sand, in dem sich der Anker nicht sofort eingräbt. Mit Geduld und Ausdauer gelingt es.“ Weiterlesen

24.08.2018 Auf der Flucht

Es ist ätzend!

Jeden Tag kündigt der Wetterbericht spätestens ab Nachmittag Gewitter für Sizilien an. Sightseeing ist jetzt zweitrangig. Allein das Wetter bestimmt die Reiseplanung.

Unterwegs beäugen wir misstrauisch die Wolkenberge, die sich um uns herum auftürmen. Wo kommen sie her? Wo ziehen sie hin?

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18.08.2018 „Viva Maria“ oder „Eine Wallfahrt für Architekturinteressierte und Gourmets“

Ragusa: Ein Name, der auf der Zunge zergeht.

Der klingt, wie ein stundenlang im Ofen geschmortes Gericht, das nun dampfend und duftend auf dem Tisch steht.

Vorbereitet zu einem hohen Feiertag, wie zum Beispiel „Mariä Himmelfahrt„.

In allen katholischen Ländern des Mittelmeers ist der 15. August ein hohes Fest, verbunden mit Gottesdiensten und Prozessionen, mit genussvollen Essgelagen im Kreise der Familie oder – falls das Meer in der Nähe ist – mit ausgelassenen Strandpartys im Freundeskreis.

Auch hier im Küstenort Marina di Ragusa, in dessen gleichnamigen Sportboothafen wir seit Montag liegen, bereiten sich die Menschen auf das Marienfest am Mittwoch vor.

Laute Kanonenschüsse puffen bereits am Morgen dicke, kugelrunde Rußwölkchen in den blauen Himmel. Weiterlesen

14.08.2018 Die große Schwester

Es ist nicht gerade ein friedliches Liegen in der Msida Marina auf Gozo.

Ständig laufen die Fähren nach Malta und Comino ein und aus, so dass das Wasser nur nachts zur Ruhe kommt.

Am Freitag, dem 10. August, beenden wir die Schaukelei und machen uns auf den Weg zu Gozos großer Schwester Malta.

Wir überqueren den North Comino Channel und steuern an Comino, dem kleinen Bruder der beiden Schwestern vorbei. Nur drei Menschen leben auf diesem schroffen Felshaufen, doch Tausende von Ausflüglern stürmen täglich mit Ausflugsbooten oder auf dem eigenen Schiff die „Blaue Lagune„, um dort schöne Fotos zu machen. Weiterlesen