A Coruna, 18.07.2014

Die ehemaligen Lehrerkollegen/innen haben es sicher bemerkt:

Gleich im ersten Wort ein Rechtschreibfehler! – Ist aber keiner. La Coruna ist die spanische Bezeichnung für die Stadt, in der wir uns nun bereits eine Woche aufhalten. In der Autonomen Gemeinschaft Galicien mit ihrer eigenen Sprache heißt dieser Ort jedoch A Coruna, wobei es ab sofort auch bei mir bleiben soll.

Da wir auf Reisen sind, packe ich heute mal ein Text-Köfferchen.

Also los: Ich packe in mein Köfferchen….Den Yachthafen Marina Coruna.

Unser Liegeplatz in der Marina Coruna

Anima meas Liegeplatz 1017

Die Platznummer sagt es schon: Ein sehr großer Hafen. Es gibt sehr gute sanitäre Einrichtungen, ein Restaurant, eine Bar und einen gut sortierten Minimarkt . Das Personal ist freundlich und hilfsbereit. Das kostenlose WIFI an Bord funktioniert überwiegend gut. Die benachbarte Marina Darsena ist etwas kleiner. Sie liegt hinter dem Castillo San Anton etwas näher an der Innenstadt. Wir dagegen sind von hier aus schnell in der Altstadt, in der es leider nicht so gute Einkaufsmöglichkeiten gibt. Das ist aber auch schon der einzige Nachteil.

Auch hier wirken noch die Gezeiten, der Tidenhub ist aber lange nicht so extrem wie in Frankreich. Wenn das Wasser bei Ebbe absinkt, zeigen sich an den großen Dalben im klaren Hafenwasser die farbenprächtigen Meeresbewohner : verschiedenfarbige Seesterne, Seeigel und Schwämme kleben daran. Ob unser Puschel jetzt auch von solchen Lebewesen besiedelt wird?

Unterwasserwelt

Unterwasserwelt

Ich packe in mein Köfferchen den Yachthafen Marina Coruna…und die Baudenkmäler der Stadt.

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43°22.048´N – 8°23.154´W, 13.07.2014 La Coruna (sprich: La Corunja)

Hola! Que´tal?

Uns geht´s gut!!! Haben lange nichts von uns hören lassen, weil wir soooo beschäftigt waren und inzwischen wieder soooo viel erlebt haben, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst berichten soll.

Also: In Roscoff waren wir ja wegen des „Kontoproblems“ erstmal hängen geblieben. Am letzten Tag vor unserer Abreise lernten wir noch einen interessanten Segler kennen. Er hatte sich in Südfrankreich eine kleine Segelyacht gekauft und war dann durch die Straße von Gibraltar gefahren. Dann hatte er sich an Portugals Küste gegen den fast beständig wehenden Nordwind bis La Coruna hochgearbeitet. Danach war er gemeinsam mit seinem Mitsegler Arne aus Dänemark über die Biskaya und schließlich an der Ile d´Quessant vorbei durch die wogende See nach Roscoff gekommen. Nun wollte er schnellstmöglich nach Bremerhaven „nach Hause“, doch unsere Grip-files überzeugten ihn, vorerst zu pausieren, da in den nächsten Tagen Ostwind angesagt war. Wir waren sehr überrascht, als sich im Gespräch herausstellte, dass wir einen Naturwissenschaftshistoriker an Bord hatten. Dr. Reinhard Krause segelt nämlich nicht nur, er arbeitet auch am Alfred Wegener Institut Bremerhaven im Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Außerdem liebt er Frankreich und so hoffen wir, dass er inzwischen glücklich in Bremerhaven angekommen ist und sich im nächsten Monat auf seiner geliebten Ile de Groix in der Südbretagne von seinem Segelabenteuer erholen wird.

Uns aber kam der Ostwind gerade recht, so dass wir am nächsten Morgen nach L´Aber wrac´h segeln konnten. Doch leider reichten die drei Windstärken nicht aus, um in der zur Verfügung stehen Zeit mit dem laufenden Strom dort anzukommen. Also musste der Motor nachhelfen. Wir hatten noch etwa eine Stunde vor uns, als plötzlich ein schrecklich kreischendes Geräusch aus dem Motorraum an unser Ohr drang. Sofort wurde das Gas weggenommen und der Kapitän stürzte den Niedergang hinunter. Er öffnete den Motorraum und voller Entsetzen rief er mir entgegen: „Wir haben Wasser im Schiff!“ Zuerst warf er die Lenzpumpe an, dann half er selbst mit Ösfass und Eimer nach. Literweise goß er die Brühe ins Spülbecken! Nachdem das Schlimmste beseitigt war, inspizierte er den Motorraum, konnte aber kein Leck finden. Das Wasser kam trotzdem beständig nach und wir waren froh, endlich in L´Aber wrac´h anzulegen.

Am nächsten Tag bestellten wir einen Monteur, doch auch er konnte das Leck nicht finden. Wir sollten ruhig weiterfahren, es wäre bestimmt nichts Schlimmes. Na ja, wenn er meint!

In der kurzen Zeit, die uns an diesem schönen Ort zur Verfügung stand, machten wir einen kleinen Spaziergang durch den Ort und an der Küste entlang. Hier blickten wir auf die weißen Strände hinunter. An einem davon hatten vor 36 Jahren meine beiden Mädels ein gaaanz tiefes Loch gegraben, in das sie dann hineingestiegen waren, worauf ich sie bis zum Hals mit dem puderfeinen Sand eingebuddelt hatte. Das Foto mit den beiden Köpfen im weißen Sand klebt fortan in einem alten Fotoalbum.

Gegenüber von unserem Steg hatte ein hübscher Spitzgatter mit deutscher Flagge und dem Heimathafen Wesel festgemacht. Der Eigner hatte das Schiff in Portugal gekauft und war genau wie Dr. Krause an Portugals Küste hoch und dann über die Biskaya hierher gekommen. Er gab uns ein paar gute Tipps und seine Visitenkarte: Captain Harry, Yachtüberführungen. Für alle, die ihre Yacht überführen lassen wollen: www.yachtüberführungen.de

Wir wünschen Captain Harry viel Freude an seinem Schiff und allzeit gute Fahrt.

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Der 32 Fuß Spitzgatter von Captain Harry

Nachdem wir uns gründlich auf die Fahrt durch den berühmt, berüchtigten Chenal du Four, der Kanal des „Höllenofen“, vorbereitet hatten, verließen wir am 2. Juli um 9:00 Uhr die Nordbretagne und segelten vorbei an den Roches de Portsall, wo 1978 die AMOCO-CADIZ strandete und die größte Ölkatastrophe aller Zeiten verursachte. Es war genau in dem Jahr, als ich meine Zwillinge hier am Strand eingegraben hatte. Baden konnten wir damals nicht. Wenn man durchs Wasser lief, hatte man anschließend einen dunklen „Ölring“ um die Wade. Bei Ebbe kamen die schwarzen, ölgetränkten Felsen zum Vorschein. Es waren kaum Touristen hier, und für die Fischer brach eine Welt zusammen.

Um 12:25 Uhr waren wir am Leuchtturm „Le Four“ angelangt. Viele werden die Leuchtturmfotos von Philippe Plisson kennen. Bei Wind gegen Strom oder quer zum Strom oberhalb von 5 Beaufort bauen sich hier hohe Brecher auf. Dann sollte man hier nicht herumsegeln. Uns bot „Le Four“ einen sehr friedlichen Anblick.

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Le Four in der Brandung

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Le Four während unserer Fahrt durch den Chenal

Um 13:40 Uhr ließ der Wind so stark nach, dass wir den Motor anschmeißen mussten. Bisher hatten wir kein Wasser im Schiff, doch jetzt sprudelte es wieder in die Bilge. Während ich steuerte, inspizierte Heinz von der Hundekoje aus nochmals genau den Motorraum. Dann tauchte er freudestrahlend am Niedergang auf: „Ich weiß, wo das Wasser herkommt! Kein Problem, eine kaputte Schelle an einem Schlauch ist der Übeltäter, kann leicht repariert werden!“ war die gute Nachricht. Beständig lenzend tuckerten wir unserem Ziel entgegen.

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