11.09.2018 Wir sammeln Edelsteine

Den ersten Edelstein finden wir, als wir am 01. September die Äolischen Inseln erreichen.

Es ist die Insel Vulcano, deren aktiver Gran Cratere sich dunkel, vegetationslos und rauchend hinter den bizarren Felsen der Bucht Porto di Ponente erhebt.

Unseren Plan, hier zu ankern, verwerfen wir nach kurzer Überlegung. Nach 50 Seemeilen sind wir irgendwie zu müde, um jetzt noch ein Ankermanöver zu fahren. Zumal es beim ersten Versuch nicht unbedingt klappen könnte, wie Rod Heikell in seinem Küstenhandbuch Italien schreibt:

„Der Grund besteht aus grobem Sand, in dem sich der Anker nicht sofort eingräbt. Mit Geduld und Ausdauer gelingt es.“ Weiterlesen

30.05.2017 Quel couleur!

ruft die Französin, als sie am Ende des Corso Vittorio Emanuele neben mir ankommt, die Hände auf das Geländer legt und hinunter auf den Strand des „Mare Piccolo“ schaut. Das „kleine Meer“ vor uns schimmert unglaublich türkisgrün und färbt sich in der Ferne dunkelblau, während es unten in der Schwindel erregenden Tiefe wie eine frisch geputzte Fensterscheibe den hellgelben Sandstrand überspült. So klar, dass man glaubt, dort jedes einzelne Sandkörnchen erkennen zu können.

Links steht auf der Isola Bella die Kirche Santa Maria dell´Isola, das Wahrzeichen von Tropea. Dahinter erhebt sich aus dem Dunst der Vulkankegel der Insel Stromboli, auch heute von einem Rauchwölkchen gekrönt. Weiterlesen

27.05.2017 Tartufo in Pizzo

Was wäre ein italienisches Auto ohne Hupe?

Es wäre schlichtweg unbrauchbar, denn die Hupe ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand im ganzen Auto!

Der italienische Autofahrer hupt anscheinend bei jeder Gelegenheit: Vor der Kurve, vor der engen Tordurchfahrt im Centro Storico, wenn er Bekannte auf der Straße sieht, wenn der Vordermann zu langsam fährt und wenn Fußgänger außerhalb der Ortschaft am Straßenrand entlang laufen.

Letzteres gilt für uns, als wir heute morgen von unserer Marina in Vibo Valentia nach Pizzo wandern. Wir müssen unbedingt mal wieder ein paar Kalorien abbauen, doch leider gibt es keinen Wanderweg entlang der Küste. Schon bald werden die fünf Kilometer bis ins benachbarte mittelalterliche Städtchen Pizzo zum lebensgefährlichen Spießrutenlauf.

Blick über die Dächer von Pizza nach Vibo Valentia 

Unter dem Motto: „Links gehen, Gefahr sehen“ verlassen wir Vibo Valentia. Ein Strom von großen und kleinen Fahrzeugen brettert auf der schmalen Straße an uns vorbei. Vor uneinsehbaren Linkskurven wechseln wir auf die rechte Straßenseite. Sobald die Fahrbahn wieder in die andere Richtung geht, springen wir zurück auf die linke Seite. Kommt ein besonders rasanter Fahrer auf uns zu, pressen wir uns so dicht wie möglich an die Büsche am Straßenrand, ziehen den Bauch ein und zucken zusammen, wenn wieder mal die strafende Hupe ertönt. Weiterlesen