05.08.2018 Und täglich grüßt der Ätna

Nach einem gemütlichen Abend mit Monika und Klaus von der SY Majunga verabschieden wir uns am letzten Tag im Juli vom italienischen Festland, von Kalabrien und vom Porto delle Gracie in Roccela Ionica.

Es ist kurz nach fünf Uhr morgens, als wir uns bei ganz wenig Wind aus der Marina ins tiefe Wasser hinaustasten. Danach streben wir entlang der kalabrischen Küste der Straße von Messina entgegen. Schon eine Stunde später bekommen wir die harten Fallböen zu spüren, die mit bis zu sieben Beaufort von den Bergen auf dem Festland heruntersausen und ins gesetzte Großsegel knallen. Weiterlesen

17.06.2017 Jungfräuliche Tränen und „Hölle, Hölle, Hölle“

Nach unserer unfreiwilligen Teilnahme an der Hafendisco können wir am Sonntag, dem 11. Juni, ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Dann wandern wir an der „Raserstrecke“ entlang zum Bahnhof von Catania. Stadtauswärts ist kaum Verkehr, auf der Spur stadteinwärts drängeln sich aber schon die Autos.

Nach zehn Minuten sind wir am Bahnhof. Dort kaufen wir zwei „Bigliettos“ für die Fahrt nach Syrakus und zwei für die Rückfahrt nach Catania. Bahnfahren ist in Italien relativ teuer. Während wir für die Busfahrt zum Ätna hin und zurück 6,60 Euro bezahlt hatten, kostet jetzt die einfache Bahnfahrt 6,90 Euro. Dafür macht das Reisen in italienischen Zügen aber auch wirklich Spaß. Sie sind komfortabel ausgestattet, gepflegt und sehr leise.

Auf dem Bahnsteig entwerten wir unsere Rückfahrkarten, sonst sind sie ungültig, wenn wir im Zug vom Schaffner überprüft werden. Schließlich wollen wir nicht noch ein drittesmal als (unfreiwillige) Schwarzfahrer zur Kasse gebeten werden.

Wir stehen auf dem Bahnsteig und warten auf den Zug. Genau wie Lo Presti und seine Frau Marisa es irgendwann in den fünfziger Jahren taten. Lo Presti hatte noch ein fünfig-Gramm-Päckchen Watte in die Handtasche seiner Frau gesteckt, denn die beiden wollten nicht wie wir zur Besichtigung der antiken Ausgrabungen und zum Stadtbummel nach Syrakus. Als gläubige Katholiken war ihr Ziel einzig und allein das Standbild der Madonnenfigur auf der Piazza Euripide.

Ursprünglich stand diese bemalte Gipsfigur im Schlafzimmer eines jungen Ehepaares. Tante Grazia hatte es für ein paar Lire in einem Töpferladen gekauft und dem Paar zur Hochzeit geschenkt. Nun war die zwanzigjährige Antonina Giusto seit ein paar Monaten schwanger. Kein Zuckerlecken für die junge Frau, die seitdem an Sehstörungen und nervösen Krämpfen litt.

Am 29. August des Jahres 1953 nahmen diese Beschwerden so schreckliche Ausmaße an, dass die Tante und die Schwägerin der jungen Frau an ihrem Bett alle Heiligen um Hilfe anflehten. Plötzlich wurde die Kranke ganz ruhig, deutete auf die Marienstatue und sagte: „Die Madonna weint!“

Leider nur auf Italienisch: Die Erklärung zur weinenden Madonna Weiterlesen