Guernsey, 23.5.14

Isle of Sark – A world apart

Sark?

Es gibt so viele berühmte Inseln auf der Welt, die jeder kennt. Grönland, Mallorca, Teneriffa…Fehmarn…

Aber Sark?

Kannte ich früher auch nicht, bis ich Anfang des Jahres kurz vor unserer Abreise noch mal schnell zur Vorsorgeuntersuchung zu meinem Hautarzt nach Ahrensburg fuhr. Bei Herrn Rüpke macht das Warten im Untersuchungszimmer immer richtig Spaß, denn auf seinem Computerbildschirm auf dem Schreibtisch laufen in einer Endlosschleife ausgewählte Fotos seiner letzten Urlaubsreise. Eines dieser Fotos faszinierte mich besonders. Es zeigte eine schmale, rampenartige Straße. Links und rechts felsige, grüne Abgründe, die in knallblaues Meer stürzten. Wo konnte das sein? Zu meiner großen Freude erfuhr ich, dass Herr Rüpke seinen letzten Urlaub auf den Kanalinseln verbracht hatte. Da, wo wir demnächst auch hinwollten.

Am vergangenen Freitag, einen Tag nach unserer Ankunft auf Guernsey, sitzen wir im Bus. Da! Die Straße von Herrn Rüpkes Computerbildschirm auf einem Plakat über dem Busfenster! Daneben das Wort SARK. „Da müssen wir hin, so lange noch so schönes Wetter ist!“ sagte ich zu Heinz und so starteten wir am Samstag mit der Fähre in Richtung „ Eine Welt für sich“.

Nach einer knappen Stunde erreichten wir den tidenunabhängigen kleinen Maseline Harbour. Oberhalb der schroffen Steilküste breiteten sich grüne Wiesen mit großen blauschimmernden Flecken aus. Blue Bells in Massen!

1.Blue Bell Teppich auf der höhlenreichen Küste

Blue Bell Teppich auf der höhlenreichen Küste.

Die kleine Insel, die zum Bailiwick of Guernsey gehört, zählt gerade mal 600 Einwohner. Am Hafen stehen kleine Traktoren, mit denen man den Hügel hinauf ins Dorf fahren kann oder die das Gepäck transportieren, falls man hier seinen Urlaub verbringen möchte. Ansonsten gibt es nur die Fortbewegungsmittel zu Fuß, per Rad oder mit Pferdekutschen, die oben im Dorf warten. Also kein Verkehrslärm und keine Auspuffgase weit und breit.

Wir wanderten zunächst den verschlungenen Waldpfad ins Dorf hinauf.

2. Der Waldpfad zum Dorf hinauf

Der Waldpfad zum Dorf hinauf.

An Wiesen, Feldern und Weinhängen vorbei, steuerten wir später über die mit Wildblumen gesäumten Sandwege in Richtung „ Little Sark“. Und da war sie endlich, die Straße! „La Coupee“, die schmale Landverbindung zwischen den beiden Inseln. Gesichert durch ein Geländer, das deutsche Kriegsgefangene nach 1945 in schwindelnder Höhe bauten. Links und rechts von der „Rampe“ geht es 90 Meter in den Abgrund! Eine Treppe führt hinunter zum Strand. Drumherum das unglaublich blaue Wasser und die vielen kleinen Inseln, die je nach Wasserstand mal mehr, mal weniger zum Vorschein kommen.

3. La Coupee

La Coupee

Überwältigend schön, mehr kann man dazu kaum sagen.

4.Hier wollte ich hin!

Hier wollte ich hin!

In einem schattigen Garten eines kleinen Restaurants auf Little Sark legten wir eine Lunch-Pause ein, dann ging es zurück über La Coupee. Mittlerweile war Niedrigwasser und der Strand unterhalb des Abgrunds breitete sich in voller Größe aus.

5. Strand bei Ebbe unter La Coupee

Strand bei Ebbe unter La Coupee

„Ist das noch zu toppen?“ fragten wir uns, als wir über die Küstenpfade zurück, dem Schild „La Seigneurie“ folgend, wanderten. So erreichten wir den Sitz des einstigen Feudalherren, Seigneur of Sark. Das Herrenhaus selbst kann nicht besichtigt werden, wohl aber der im viktorianischen Stil angelegte Garten. Eingefasst von hohen Granitmauern gedeihen hier die prächtigsten Zier- und Nutzpflanzen. Plätschernde Brunnen, lauschige Bänke und ein Labyrinth vervollständigen das Ensemble. Nun haben wir schon so viele schöne Gärten gesehen, und jeder war ein Kleinod für sich. Dieser hier strahlte ganz besonders viel Harmonie und Ruhe aus, ähnlich wie der Garten um Buckland Abbey.

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La Seigneurie

Stellvertretend für die vielen Blumen , Büsche und Bäume habe ich diese filigrane Schönheit ausgewählt:

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Filigrane Schönheit

Während der abschließenden Wanderung auf dem Klippenpfad zeigte sich wieder einmal, dass die Natur auch ohne die gestaltende Hand des Gärtners die schönsten Arrangements zaubert, im Großen und, wie das Foto zeigt, im Kleinen.

8. Wandern auf dem Klippenpfad

Wandern auf dem Klippenpfad

9. Kleine Schönheiten

Kleine Schönheiten

Der Blick auf St. Peter Port erinnerte uns schließlich daran, dass es Zeit wurde, zur Fähre zurück zu gehen. Die Liste der „schönsten Orte“ hatte einen neuen Namen dazubekommen!

10. Blick auf St. Peter Port und das Kreuzfahrtschiff Aurora

Blick auf St. Peter Port und das Kreuzfahrtschiff „Aurora“