14.04.2017 Über Pleiten, Pech und Pannen

können wir uns dieses Jahr wirklich nicht beklagen auf der Anima mea!

Nach dem schönen Stadtbummel am Palmsonntag wollten wir am Montag gleich wieder los. Doch schon beim Frühstück wurden unsere Pläne durchkreuzt, als ein Stück vom Schneidezahn des Käptns im Brötchen hängenblieb. Während der Schneidezahn echt ist, ist das „wönzige“ Stückchen eine Plombe, die eine kleine Ecke unten links ergänzt, doch leider alle paar Jahre den Geist aufgibt. Pech, dass sie es gerade hier tun musste!

Schon bald ging es dem Käptn gehörig auf die Nerven, dass seine Zunge unwillkürlich den Weg zur Lücke suchte. Und da er die Plombe aus dem Brotbrei gerettet hatte, wollte er nun unser „Notfall-Zahn-Kit“ ausprobieren und den Schaden selbst beheben. Der „Zement“ wurde angerührt und war nach fünf Minuten einsatzbereit. Das Problem war nur, das Stückchen zwischen den Fingern in die richtige Position zu bekommen und dann einzusetzen! Als das endlich gelang, war der Zement schon zu hart geworden.

Das Notfall-Zahn-Kit

Also versuchte „Schwester Christine“ ihr Glück. Neuer Zement wurde angerührt und das Plömpchen tatsächlich schnell an seinen Platz befördert. Zehn Minuten fest anpressen war nun die nächste Aufgabe. Es kam uns vor wie zehn Stunden! Aber auch das ging vorüber…

Bis zum Abendessen war die Welt wieder in Ordnung. Dann hing die Plombe wieder im Speisebrei. Weiterlesen

09.04.2017 Wir haben ein Rad ab

Wären wir Normal-Urlauber, dann wären wir jetzt schon wieder zu Hause; denn die ersten 14 Tage in Italien sind rum. Aber Gott-sei-Dank sind wir ja nicht im Urlaub sondern reisen mit unserem zweiten Zuhause durchs Mittelmeer. Und normal sind wir schon gar nicht, denn das, was wir bisher gemacht haben, schaffen nur Bekloppte. Oder halt Segler, die sich für nichts zu schade sind, wenn es um ihr Schiff geht.

Wir sind also letztes Wochenende von der „Villa Kunterbunt“ in der Via delle Sirene per pedes einige Straßen weiter ins Vier-Sterne-Hotel „Bacelo Aran Blu“ direkt am Porto di Roma umgezogen. Die Bürgersteige in Lido di Ostia sind zwar übersät von Unebenheiten, Rissen und Löchern, doch kann das nicht der Grund dafür gewesen sein, dass sich der Käptn kurz vor dem Hotel laut fluchend über den neuen Rollkoffer der Marke „Musto“ beugte und eines der beiden Räder in die Luft hielt.

Was? Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Der Koffer, mein Geburtstagsgeschenk mit 100 l Fassungsvermögen, hatte 200 Euro gekostet und war nach nur einem Flug, einer Taxifahrt und einem kurzen Fußmarsch schon im Eimer?

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12.10.2016 Die Schwarzfahrer

Das Wochenende ist vorbei und in Italien wird wieder gearbeitet. Also beschließen wir am Montag, dem 3. Oktober, zum Tiberkanal „Canale di Fiumicino“ zu fahren, um uns dort nach einem geeigneten Landstellplatz für den Winter umzusehen. Der Käptn ist Mitglied im Club Kreuzer- Abteilung des deutschen Seglerverbandes e.V., was unter anderem auch den Vorteil hat, dass man Informationen von anderen Mitgliedern bekommt, die in der Vergangenheit Erfahrungen mit Liegeplätzen, Häfen und Werften gesammelt haben. So besitzen wir die Adresse von zwei empfohlenen Werften, die in diesem Kanal ansässig sind.

Also fahren wir zunächst mit der Stadtbahn bis zur Endstation Piramide und steigen dann in der Metrostation Ostiense um in den „Leonardo Express„. Dieser fährt von hier aus zum Flughafen Leonardo da Vinci, von den Römern kurz „Fiumicino“ genannt, da er in direkter Nachbarschaft zum gleichnamigen Ort liegt. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Flughafen. Eine gute Gelegenheit, sich umzusehen, denn irgendwann werden wir von hier aus nach Hause fliegen.

Im Gegensatz zu unserer Hamburger U-Bahn ist es hier so geregelt, dass man jedes Mal durch eine Schranke muss, um zum Bahnsteig zu gelangen. Man steckt seine Fahrkarte in einen Schlitz und die Schranke öffnet sich, sofern die Fahrkarte gültig ist.

Wir sind bis hierher ohne Probleme mit unserer Wochenkarte durch alle Schranken gekommen, doch am Flughafen öffnet sich die Schranke nicht. Weiterlesen

06.10.2016 Goldener Oktober

1-img_3939 Fehlanzeige! Jedenfalls nicht im Moment. Bleigraue Wolkenmassen, aus denen sich Sturzbäche ergießen. Manchmal auch Hagelkörner, die aufs Deck trommeln. Blitze, die sich mit wilden Zuckungen den Weg ins Meer bahnen, gefolgt von krachenden Donnerschlägen. Dann eine kurze Ruhepause, bis die heulenden Windfurien erneut Fahrt aufnehmen. Sie rütteln an allem, was sich ihnen in den Weg stellt: Masten, Fallen, Persenninge, Festmacher… Wehe, wenn sie eine Rollfock zu fassen kriegen, die nicht sorgfältig aufgerollt wurde! Wie hungrige Wölfe reißen und zerren sie an ihr, bis sie in Fetzen am Vorstag schlägt.

Dann verschmelzen die Furien zu einem brüllenden Ungeheuer. Mit seiner Riesenpranke schiebt es die Schiffe auf die Stege. Unnachgiebig kämpft es mit den Festmachern, die unter der Wucht ächzen und stöhnen.

Der Windmesser fiept seinen Warnton durch die Kuchenbude. Auf der Anzeige leuchtet die Acht, dann die Sieben, dann wieder die Acht. Ich sitze im Cockpit und halte den Atem an. Hoffentlich hält unsere Mooringleine und die der Nachbarschiffe rechts und links!

Nach 15 Minuten ist die Walze weitergezogen. An unserem Steg ist alles heil geblieben. Das Zelt des Restaurants an Land ist jedoch zusammengebrochen. Über den Tischen und Stühlen türmt sich das schwarze Gestänge wie ein Mikadospiel. Die Teile der weißen Zeltplane flattern wild umher. Die große Gasflamme – wir haben sie „das ewige Licht“ getauft – ist nach der ersten heftigen Böe mit Getöse umgestürzt und wird demnächst wohl nicht mehr leuchten, wenn wir abends von unserem Ausflug nach ROM zurückkehren.2-img_3940

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