29.06.2018 All is lost!

In der Taverna Porto auf Zakynthos lodert schon das Feuer im Grillkamin, als wir auf der überdachten Terrasse vor dem Flachbildschirm Platz nehmen. Kurz darauf setzt sich ein junges deutsches Paar aus Ratingen an den Nebentisch. Einen Tisch weiter kommt ein Paar aus der Schweiz dazu. Alle warten gespannt auf den Anpfiff des WM-Vorrundenspiels Deutschland gegen Schweden.

Die Schweizer wollen nicht so recht raus mit der Sprache, wem sie die Daumen drücken. Sind eben eine „neutrale Nation“. Die junge Frau aus Ratingen hüllt sich derweil in eine große schwarz-rot-goldene Flagge. Sie ist ein echter Fußballfan und fiebert die ganze Zeit mit, während Deutschland eine Chance nach der anderen durch die Lappen geht und Schweden das erste Tor schießt. Weiterlesen

02.08.2017 Wer ist Takis Vrionis???

Der Wind hält sich tatsächlich an die „Drei-Tage-Regel“ und flaut am Samstag ab. Der Seegang im Hafen von Vathi beruhigt sich und wir können an Land frisches Brot für die Weiterreise einkaufen. Dann tanken wir an der Tankstelle frisches Wasser und füllen den Dieseltank auf. Jetzt heißt es Abschied nehmen von Odysseus Insel. Durch den Kolpos Aetou fahren wir hinaus Richtung Ak A. Ilias, wo wir auf Nordkurs gehen.

Je mehr wir uns der Nordspitze von Ithaka nähern, je stärker bläst uns der Wind entgegen. „War wohl doch ein Fehler, nach Norden zu fahren“, denken wir. Doch als wir schließlich die drei Kaps – Ak Nikolaos, Ak Ioannis und Ak Exogi – gerundet haben, schwächt sich der Wind auf vier Bft ab und die Welle schiebt uns in die Meerenge „Stenon Ithakis“ zwischen Ithaka und Kefalonia.

Nun haben wir die größte Ionische Insel an Steuerbord. Bis zu 1618 m erheben sich die verkarsteten Berge auf Kefalonia. Das bewaldete Ufer und die bunten Häuschen erinnern uns ein bisschen an Norwegen. Weiterlesen

28.07.2017 Von Wolken, Wind und mehr

Am Mittwoch machen wir nach dem Frühstück das Schlauchboot klar und schippern zur Hafenmauer. Eine riesige Schildkröte sitzt dort auf einem der Treppchen, an denen man mit dem Beiboot festmachen und an Land gehen kann. Sie verströmt einen unglaublichen Gestank, denn sie ist tot. Der Panzer hat ein großes Loch, das den Blick auf die inneren Organe freigibt. Wahrscheinlich ist das arme Tier auf seinem Weg an den Laichplatz in eine Schiffsschraube geraten.

Wir suchen uns ein anderes Treppchen zum Anlanden und machen ein paar Besorgungen. Dann besuchen wir unser Stammcafe mit Wifi. Doch heute können wir nicht lange bleiben. Der Wind geht an und das Wasser gerät in Bewegung. Weiterlesen

25.07.2017 Spurensuche

Wir bleiben eine Nacht in der Bucht Ormos Schoinos und fahren am Freitagmorgen nach Vathi. Einen Ort namens Vathi hatten wir ja schon auf der Insel Meganision, aber das hier ist Vathi auf Ithaka, der Insel, die einst das Reich des sagenhaften Königs und Helden Odysseus war.

Vathi ist seit dem 16. Jahrhundert die Inselhauptstadt. Wie die Zuschauer in einem riesigen Amphitheater blicken die bunten, hübschen Häuser von den steilen Hängen hinunter auf die ankernden Schiffe in diesen wunderschönen Naturhafen.

Blick von der Nordinsel auf die Ankerbucht Ormos Schoinos (links) und den Naturhafen Vathi (rechts).

Zuerst steuern wir die Tankstelle an. Hier füllen wir den Tank mit Diesel auf, machen den Kanister für unseren Außenborder voll und können sogar Wasser nachtanken. Den großen Beutel Müll nimmt uns der Tankwart auch noch ab, dann heißt es aber: Schnell weg! Denn die Yachten stehen schon Schlange an dieser Bunkerstation. In diesem Teil der Ionischen Inseln gibt es selten Möglichkeiten zum Tanken von Treibstoff und Wasser. Weiterlesen

22.07.2017 Im Land der Götter

Am Sonntag kehren wir nach dem Abendessen in der Taverne „Pascha“ noch auf einen Uso in der benachbarten Bar „Pristina“ ein. Hier sitzen wir auf der luftigen Terrasse und beobachten die dunklen Wolkenformationen, die vom Festland herüberquellen. Die freundliche Wirtin hat uns schon erzählt, dass dort bereits heftige Regenschauer niedergehen. Und genau so sagen es auch unsere Gribs vorher!

Hier in Vathi auf der Insel Meganision soll es allerdings auch Regen geben, doch die kleine Kellnerin erklärt: „Nein, es wird nicht regnen. Ich bin von Levkada und kenne mich aus. Das Wasser muss schwarz werden, dann regnet es bald. Es ist aber noch zu hell. Vielleicht ein paar Tropfen. Mehr nicht.“

Obwohl es drückend heiß im Schiff ist, haben wir beim Weggehen vorsorglich die Luken geschlossen. So trinken wir in Ruhe unseren Uso aus und machen uns dann auf den Weg zum Schiff.

Kaum sind wir da, beginnt es zu krachen und zu blitzen. Der dunkle Himmel öffnet seine Schleusen. Um 21 Uhr prasseln Hagelkörner wie ein Trommelfeuer auf das Deck und unseren Cockpitschirm. Hoffentlich überlebt er das! Zehn Minuten später verwandelt sich der Hagelschauer in Starkregen. Nach weiteren 15 Minuten stoppt der Regen, es blitzt und donnert weiter und die Luft ist deutlich abgekühlt. Ein süßer Duft von Oleanderblüten erfüllt die Luft. Die Natur atmet auf!

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