14.05.2016 – Formentera

Freitag, den 13. haben wir hinter uns. Es ist nichts Schlimmes passiert. Vorgestern haben wir uns für 70 Euro ( zwei Tage) einen kleinen Panda beim nächstbesten Autoverleiher gemietet, um die Insel zu erkunden. Es gibt unzählige Fahrrad-, Moped- und Autovermieter auf der Insel. Der Himmel weiß, wo all die Fahrzeuge hinsollen, wenn im Sommer die Touristenscharen einfallen. Wahrscheinlich gleicht die 17 km lange Straße von La Savina bis El Pilar de la Mola dann der A1 von Hamburg nach Fehmarn an einem heißen Sommerwochenende. Ein einziger Stau von morgens bis abends!
Wir haben unser Auto gestern Nachmittag unversehrt auf dem Parkplatz abgestellt und werden es heute wieder zurückgeben. Der einzige kleine Schock schoss uns in die Glieder, als wir gestern auf der superschmalen Straße zum Leuchtturm „Far des Cap de Barbaria“ von einem entgegenkommenden Fahrzeug in voller Fahrt am linken Rückspiegel gestreift wurden. „Klonk!“ machte es, aber der Spiegel war nur umgeklappt und hatte keine Schramme. Der Übeltäter fuhr übrigens ungebremst weiter. „Merkst du was, oder bist du schon tot?“

Unser Panda

Unser Panda

Citroen

Kultauto Citroen

Überall auf der Insel hört man deutsche Töne. Eine Fähre nach der anderen bringt  bzw. holt die „Ruhesuchenden“ auf die Insel. Bis in die späte Nacht bollern die Rollkoffer an uns vorbei. Die Fähren verursachen einen Schwell, der Anima mea unglaublich aufwühlt und uns in der Koje eine Rollkur verpasst.

Anima mea in der Marina la Savina Anima mea an ihrem schwelligen Platz

Fährterminal im Port de la Savina Blick auf  den Fährterminal im Port de la Savina

Man merkt es schon: Formentera ist beliebt. Was kein Wunder ist, wenn man sich auf einsamen Wegen entlang der Steilküste oder durch die duftenden Pinienwälder aufmacht, die Schönheit dieser Baleareninsel zu erkunden.

Far de la Mola

Far de la Mola

 

Blick vom Far de la Mola auf die Cala Codolar im Südosten

Blick vom Far de la Mola auf die Cala Codolar im Südosten

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11.05.2016 – Mit dem Blähboy nach Formentera

„Formentera muss man einmal im Leben gesehen haben“, sagt die nette Dame an der Rezeption in Denia, als ich mir den Wetterbericht für die Balearen abhole. Sie schwärmt von den Stränden und vom türkisfarbenen Wasser der Insel.
Der ehemalige Berufskapitän aus Hamburg, der uns von Bord seiner Mascot 28 ein freundliches „Moin“ zuruft, rät uns dringend zu einer Liegeplatzreservierung in der Marina Port de Sant Antoni de Portmany an Ibizas Westküste. Es sei aber nicht gerade die beste Marina auf Ibiza.
So ändern wir unsere Pläne. Statt Ibiza heißt unser Ziel nun Formentera.
Vor Montag ist an eine Überfahrt zu den Balearen allerdings nicht zu denken. Es bläst aus der falschen Richtung, ist obendrein bewölkt, kühl und regnerisch. Die Sonne macht wohl gerade in Deutschland Urlaub.
Auch am Montag trauen wir dem Wetter noch nicht. Stattdessen wandern wir zum nahe gelegenen Lidl und machen einen Großeinkauf. Auf dem Weg dorthin versorgen wir uns in einer „Farmacia“ mit Medikamenten gegen Erkältung. Frau Doktor, die Frau des Berufskapitäns, hatte Rolf bei einem Glas Wein in der Hafenkneipe ein „Rezept“ auf ein Tempotaschentuch geschrieben. Seit geraumer Zeit schniefen und husten wir auf der Anima mea nämlich um die Wette.

Alles gegen Erkältung

Alles gegen Erkältung

Dann werden nochmals Gribs heruntergeladen und weitere Wetterberichte im Internet studiert. Heute soll der Wind weiter abflauen und morgen erstmal zur Ruhe kommen. Am Nachmittag soll er langsam aufdrehen und aus nördlicher Richtung kommen. Erst am späten Nachmittag soll es wieder einen „Fünfer“ geben. Wenn wir ganz früh starten, könnte es gut klappen, die ersten Meilen ruhig unter Motor und danach mit halbem Wind unter Segeln Formentera anzulaufen.
Beim Abendbrot gibt es dann eine Überraschung. Wie der berühmte Geist aus der Flasche schießen plötzlich wahnsinnige Windböen die Hänge des Montgo hinunter. Dunkle, bedrohliche Wolkenwalzen überrollen Denias Hausberg, bedecken bald den ganzen Himmel und lassen kurze Schauer fallen. Große Yachten flüchten sich in den Hafen. Das Großsegel des Nachbarschiffes wird vom Sturm aus dem Segelkleid gezerrt. Bevor es zerrissen wird, zurrt es Heinz mit einem Tampen fest. Die Windanzeige kann sich kaum von der Sieben trennen, dann leuchtet immer häufiger die Acht auf.

Heinz rettet Nachbars Großsegel

Heinz rettet Nachbars Großsegel

 

8 im Hafen

8 Windstärken im Hafen

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