11.09.2013 — Falmouth

Für jeden gibt es „Schönste Orte“. Für mich sind es zum Beispiel Hamburg/Deutschland, Funchal/Madeira und Valdemossa/Mallorca. Seit gestern gehört  auch St. Mawes/ Cornwall dazu. Es liegt auf der anderen Seite des River Fal und ist mit einer Fähre zu erreichen. Dorthin ging es gestern bei strahlendem Sonnenschein.

 

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 Dieser Baustil ist allerdings typisch englisch!04

 Die Besitzer dieses  englischen Gartens mit der fantastischen Aussicht  sind zu beneiden.

 

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Natürlich darf ein Castle nicht fehlen. Dieses  gilt als das malerischste der  von Heinrich dem VIII. erbauten Festungsanlagen.

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Ein wundervoller Park mit üppigen Hortensienbüschen umgibt dieses Castle.

 

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Nach der Ortsbesichtigung nutzten wir einen Wanderweg des „National Trust“ für  einen  ausgedehnten Spaziergang.08

Die restliche Zeit bis zur Abfahrt der Fähre verbrachten wir am Strand. Es war gerade Niedrigwasser und wir verspeisten unser Sandwich auf dem Meeresboden sitzend mit dieser Aussicht auf die Traumbucht von St. Mawes.

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09.09.2013 — Biskaya: Yes or no?

Mit etwas Herzklopfen starteten wir am vergangenen Mittwoch um 9.30 Uhr unseren reparierten Motor.

Er sprang sofort an, qualmte allerdings etwas mehr als wir es  bisher von ihm  gewohnt waren. „Unser Monteur“ Mat legte Heinz  beim herzlichen Abschied ans Herz, ein Auge auf die Filter zu haben. Die Rechnung konnten wir  bei Chris Online  bezahlen. Für eine  kostengünstige SEPA-Überweisung  rechnete  er vorher den Pfundbetrag in Euro um: 963,16 Euro! Er hat allerdings nur die 12 Arbeitsstunden für Mat , aber nichts für die Kontrolle und das Reinigen der Einspritzdüsen sowie für die Entsorgung des abgepumpten Diesel berechnet. Leider mussten  wir auch die 20 % Umsatzsteuer (VAT) bezahlen. Chris fluchte kurz über seine eigene Steuerlast und meinte, wir sollten uns die gezahlte Steuer bei unserer Rückkehr in Deutschland erstatten  lassen, da wir sie als „Visitor“ nicht  zahlen müssen. Mal sehen, ob sich da was machen lässt…

Nach neun Tagen in Plymouth waren wir jedenfalls froh, wieder unterwegs  zu sein. Es war kaum Wind, aber wir wollten ja ohnehin den Motor testen. Gut 40 Seemeilen lagen bis Falmouth vor uns. Leider verhängte Nebel den Blick auf die schöne Küste von Cornwall. Der Motor lief prima. Um 17.00 Uhr meldeten wir uns über das Telefon an der Fuel-Station bei der Premier-Marina in Falmouth an und bekamen einen Liegeplatz. In England fährt man nämlich nicht einfach in den Hafen und sucht sich einen freien Liegeplatz, sondern meldet sich per Funk oder telefonisch beim Hafenbüro. Dort wird einem gesagt, zu welchem Liegeplatz man fahren kann. Danach geht man zum Hafenbüro, bezahlt und bekommt den Code für die Eingangstore und Sanitäranlagen, denn alle Häfen sind eingezäunt. Mal so durch den Hafen bummeln wie in Deutschland oder Dänemark geht hier, wie auch in Belgien und Frankreich, überhaupt nicht.01

St. Anthony Head am Eingang zum River Fal

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Blick über den River Fal

 Wir liegen hier sehr ruhig in einem Seitenarm des River Fal, etwas abseits von dieser schönen Universitätsstadt mit ihren vielen Kunst- und Antiquitätenläden.03

Princess Pavillon

 Außerdem gibt es zahlreiche wunderschöne Gärten und Parks mit subtropischen Pflanzen, eine Festung mit tollem Ausblick über den Englischen Kanal und leckere Pasties mit hohem Sättigungsfaktor.

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Blütenpracht in den Gyllyngdune Gardens05

Eine ausgezeichnete Pasty!

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Pendennis – Castle

 Leider regnete es  von  Samstagnachmittag bis Sonntagabend. In dieser Zeit beschäftigte sich Heinz  intensiv und immer erfolgreicher mit dem Funkgerät, während ich die Grip Files Datei auf unserem Notebook studierte. Ab Dienstag ergab sich doch tatsächlich ein Wetterfenster für eine Überquerung der Biskaya!  Auch DB3FE (Charly von Intermar) sah das genauso, so dass wir am Sonntagabend beschlossen, heute nochmal Proviant einzukaufen, zwei zusätzliche Dieselkanister zu besorgen – es war nämlich zwischendurch mit einer Schwachwindphase zu rechnen – vorzukochen und dann morgen mit dem ablaufenden Wasser abzulegen. Am Anfang würde es etwas stärker blasen, aber mit Wind von Achtern sollte es schon auszuhalten sein.

Wir waren etwas überrascht, als es dann heute Vormittag immer heftiger zu blasen begann. Passte überhaupt nicht zum Wetterbericht (www.windfinder.com), den wir uns täglich aus dem Hafenbüro  holen. Da war Windstärke 3 -4 mit Böen von 5 am Abend angesagt.

Schnell wurde das Notebook aufgeklappt und die Grip Files Datei aktualisiert. Welcher Unterschied zu gestern! Starkwind zwischen 5 und 6 Bf bei uns und in der Biskaya. In den nächsten Tagen werden dann voraussichtlich immer wieder neue  Starkwindgebiete von Westen heranziehen. Noch schlimmer sieht es  um La Coruna herum und an der Atlantikküste hinunter Richtung Portugal aus. Hier sind es häufig 7 Windstärken. Bis nächsten Montag- so weit reichen die Daten- ist kein  Ende  abzusehen.

Etwas frustriert und sehr nachdenklich ob der Unzuverlässigkeit der Wetterberichte begab ich mich erst mal in die Pantry, um die eingekauften Vorräte zu Kartoffelsalat, Antipasti und Co. zu verarbeiten. Plötzlich klopft es. Zwei schwarz uniformierte Männer mit Schwimmweste bitten um Einlass zwecks Zollkontrolle. Sie überprüfen unsere Pässe und das Flaggenzertifikat. Gewissenhaft notieren sie unsere bisherige Reiseroute  und wollen auch wissen,  seit wann wir in England sind und wo wir noch hinwollen. Als wir sagen, dass wir eigentlich morgen über die Biskaya wollen, winken sie ab. Sie waren gerade mit ihrem Schiff 20 Meilen südlich von Lizard Point (das ist der südlichste Punkt von GB) und hatten dort fürchterlichen Schwell, was wohl morgen nicht besser sein würde. Sie raten uns dringend ab, los zu segeln und verabschieden sich mit den besten Wünschen für unsere Weiterreise. An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass wir während unserer ganzen Reise hier zum ersten Mal vom Zoll kontrolliert wurden. In Boulogne sur Mer war zwar ein Zollboot im Hafen, kontrolliert haben die aber unseres Wissens niemanden. Die englischen Zöllner wollten nur unsere Pässe und das Flaggenzertifikat sehen, also feststellen, ob wir rechtmäßige Eigentümer der Anima mea sind. Sie haben nicht nach Waffen, Drogen und auch nicht nach Medikamenten gefragt. Wir haben ja eine umfangreiche Bordapotheke mit teilweise verschreibungpflichtigen Medikamenten dabei, für die wir ärztliche Atteste und Bescheinigungen des Gesundheitsamtes mitführen. Bisher hat sich dafür niemand interessiert.

Durch die beiden Zollbeamten wissen wir nun auch genau, was wir schon vermutet hatten. Wir sind weit und breit die einzigen Ausländer in Falmouth, von einem Kanadier, der seine Familie in England besucht, mal abgesehen. Es sollen in diesem Jahr ohnehin nicht viele „Visitor“ hier gewesen sein, überwiegend Niederländer und Franzosen, sagte man uns schon bei unserer Ankunft  im Hafenbüro.

Und noch etwas wissen wir seit heute: Wir werden dieses Jahr nicht über die Biskaya segeln, sondern nach Plymouth zurückkehren und dort ab Oktober ins Winterlager gehen. Hier bleiben wir noch ein paar Tage, um uns ein bisschen von Cornwall anzuschauen. Darüber wird dann im nächsten Blog berichtet.

Mittlerweile bläst der Wind nicht mehr ganz so heftig , aber das wird sich bestimmt wieder ändern. Die Sonne strahlt und morgen soll es laut Windfinder  ebenfalls viel Sonnenschein geben.  Ich werde  mir jetzt hier in  der Kuchenbude gemütlich ein  Sundowner- Cider eingießen. „ Cheers!“ nach Germany und viele Grüße an alle, die uns bisher so nette E-Mails geschrieben haben.

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 Am Horizont beginnt die Biscaya