14.09.2014 – Denn sie will ja nach Sevilla….

Heute ist Sonntag. Sonnentag! Wie jeder Tag hier in Andalusien an der Costa de la Luz…

Am vergangenen Dienstag ging es zunächst durch die Ensenada de Huelva (Bucht von Huelva) nach Mazagon an der Flussmündung des Rio Odiel. Zunächst musste der übliche spanische „Papierkrieg“ an der Rezeption erledigt werden. Das dauert! Gut, dass auch hier die Hauptsaison zu Ende geht, also nichts mehr los ist in den Marinas, sonst würde die Prozedur wohl den Rest des Tages verschlingen. Um sechs DIN A 4 Seiten reicher verließ ich schließlich das Hafenbüro: 1. Ficha general de entrada (Vertrag zwischen dem Bootseigner und der Marina), 2. Recibo de entregas de fianzas (Beleg, dass 30 Euro Deposit /Pfand) für zwei Zugangskarten bezahlt wurden), 3. Contrato de cesion del derecho de uso preferente de amarre (auf 2 Seiten sind die Geschäftsbedingungen in spanischer Sprache ausgeführt), 4. Ein Hafenplan, aus dem wir ersehen konnten, wie wir zu unserem Platz finden, 5. Grado de satisfaccion (Beurteilungsbogen).

Blatt 4 leistete uns gute Dienste, um den Platz S 31 zu finden, Blatt 5 werde ich (vielleicht) abgeben, wenn wir nächste Woche auf dem Rückweg notgedrungen nochmals Mazagon anlaufen, die restlichen Blätter werden zerschnippelt und als Notizzettel verwendet. Ansonsten hatte die Marina Mazagon nicht viel zu bieten. Sehr einfache Sanitäranlagen, die etwas müffelten. Wifi nur im Hafencafe (haben wir erst gar nicht in Anspruch genommen), „tote Hose“ im Hafen und in der näheren Umgebung. Gut, dass wir uns vorher mit Nahrungsmitteln eingedeckt hatten, sonst wären wir schon auf dem Weg zum nächsten Supermarkt verhungert.   Einziger Pluspunkt: Das Hafenpersonal war sehr freundlich und hilfsbereit. So überließ man uns den notwendigen Adapter für die Stromsäule für „läppische“ 50 statt für 100! Euro Deposit. Trotzdem war der Geldbeutel jetzt leer. Immerhin gab es im Hafen einen Geldautomaten. Gut, dass wir jetzt immerhin 300 statt wie in Portugal 200 Euro aus der Cashmachine herausholen konnten, was immerhin 50 % Bankgebühren spart. Gut auch, dass in Spanien nur 18 % VAT (Steuer) statt wie in Portugal 23 % auf die Liegegebühren draufgeschlagen wurden. So kostete die Übernachtung in Mazagon 22,54 Euro, in Villa Real/Portugal 28,43 Euro.

Auch am nächsten Morgen wehte nur ein laues Lüftchen, so dass wir mal wieder unter Motor – mit gesetztem Großsegel – weiterfuhren. An Backbord zog die recht unspektakuläre Küste vorbei: Endlose Strände und Pinienwälder, die zur „Donana“, einem 85.000 Hektar großen Naturschutzgebiet gehören. Immerhin verhindert das die Bebauung mit häßlichen Touristensilos! Nach 1 ½ Stunden dann ein kleiner Schock: Der Baum hatte sich unbemerkt vom Mast gelöst! Schnell wurde er notdürftig an den Mast gebändselt und dann das Groß geborgen. Um 16:30 Uhr hatten wir die 31 Seemeilen bis Chipiona südlich der Flussmündung des Guadalquivir geschafft. Der übliche Formularkram erwartete mich, während der Käpt´n am Besuchersteg zurückblieb. Als ich mit meinem neuen „Papierschatz“ zurückkehrte, unterhielt er sich mit einem jungen Mann, der mit Töchterchen im Kindersitz sein Fahrrad gestoppt hatte, um unsere Anima mea zu bewundern. Er wollte unbedingt, dass wir ihm den Bootstyp aufschreiben, worauf wir ihn einluden, nach dem Festmachen und der Baumreparatur (war komplizierter als gedacht) an Bord zu kommen. Er selber lag mit seinem 7,20 m- Boot mit marokkanischer Flagge am Steg gegenüber. Wir waren überrascht, als er ein paar deutsche Wörter ins Gespräch einbrachte und erfuhren dann, dass er eine deutsche, aus Aarweiler stammende Großmutter, zu seinen Ahnen zählen konnte. Von Beruf war er Jazzmusiker , und zu gerne hätten wir mal erlebt, wie er in seinem Restaurant in Tanger (40 Angestellte) seinen Vater zu Sinatra-Songs begleitete. Das alles und noch viel mehr – z.B. hatte er auch noch eine spanische Großmutter und daher wohl auch einen spanischen Pass- erfuhren wir von dem sympathischen jungen Mann, der seinen einmonatigen Urlaub mit Frau und Kind zwischen Afrika und Europa hin und her schippernd verbrachte. Am nächsten Tag sahen wir von der Strandpromenade in Chipiona aus zu, wie er in westlicher Richtung weitersegelte.

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Marokko lässt grüßen

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Die Strandpromenade und der Leuchtturm von Chipiona

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Mitten in der Stadt ein Zugang zum Strand

Im Gegensatz zu Mazagon zeigte sich Chipiona als lebhafter Ort mit einigen Hotels und schönen Häusern an den gut besuchten, goldgelben Stränden. Außerdem gibt es eine lange Einkaufsmeile, auf der man unter blühenden Malvenbäumen wandeln kann. Doch die Hauptattraktion sind hier wie wohl in jeder spanischen Stadt die Kirchen. Ähnlich wie in Portugal wird die Gottesmutter von den spanischen Gläubigen sehr verehrt und in allen Lebenslagen um Hilfe gebeten. Weiterlesen