11.06.2018 Natur trifft Kultur

Wir wollen noch ein paar Tage das angenehme Leben in der Kalamata Marina genießen und mieten uns für drei Tage ein Auto bei STRADA – RENTACAR ( www.stradarent.gr ). Das kleine Büro in Rot und Weiß sieht frisch gestrichen aus und wie sich herausstellt, sind wir die ersten Kunden im neuen Geschäft.

Die junge Frau hinter dem Schreibtisch ist sehr freundlich und macht uns ein gutes Angebot: 93 Euro ohne Selbstbeteiligung für einen Skoda Fabia – Diesel. Nehmen wir sofort, denn der Liter Diesel ist gut 20 Cent billiger als Benzin.

Der kleine Wagen hat noch keine 6000 km auf dem Tacho und zieht wie der Teufel.

Zuerst machen wir eine Tour in die Mani. So nennt sich die mittlere der drei Landzungen, in denen der Peleponnes nach Süden ausläuft.

Rechts leuchtet das blaue Meer, links grüßen die grünen Berge. Entlang der kurvenreichen Straße reihen sich wie Perlen auf der Schnur die hübschen Dörfer mit den grauen Natursteinhäusern. Natürlich gehört in jedes Dorf auch mindestens eine Kirche, aber auch zwischendurch sehen wir uralte Kirchlein am Wegesrand.

Dieses Kirchlein heißt Ayioi Anargyroi. Den Namen werden wir sicher nicht behalten, aber das urige Aussehen sowohl von außen als auch von innen bestimmt!

Im Dorf Thalames gibt es etwas ganz Besonderes zu besichtigen.

Es ist eine Ölmühle, in der ein deutsches Paar allerbestes Olivenöl herstellt.

Im Verkaufsraum hat Ivonne Samstag die Schälchen mit Olivenöl pur, Zitronenaroma, Orangenaroma und Ingweraroma aufgebaut. Wir tauchen Brotbröckchen hinein und – mhhh – köstlich! Besonders das mit Zitrone muss unbedingt mit an Bord genommen werden.

Das kleine Fläschchen ist nicht gerade billig. Doch als Frau Samstag uns erzählt, wie aufwändig der Herstellungsprozess ist, erklärt sich der stolze Preis von sieben Euro.

Die jungen Betreiber der Ölmühle haben keine eigenen Olivenbäume. Die Bauern der Umgebung bringen ihre Oliven nach der Ernte im Herbst zur Mühle und bekommen dafür kein Geld, sondern das gepresste Öl. Acht Prozent des gewonnenen Öls dürfen die Müller behalten. Das ist der einzige Lohn für ihre Arbeit, die uns in einem Video anschaulich erklärt wird.

Zuerst werden in einer speziellen Maschine die Stängel und Blätter entfernt (Staubsaugerprinzip). Dann werden die Oliven gewaschen.

Mit den Granit-Mahlsteinen werden die Oliven mit Kern zermahlen. Aromatisierende Zutaten, wie z.B. Zitronenschale, müssen jetzt bereits zugefügt werden. Dann wird noch etwas Wasser zugesetzt.

Dieser Olivenbrei wird auf Matten aufgetragen, die wie ein Blätterteig aufeinandergeschichtet werden. In der Presse wird das ganze unter hohem Druck belastet bis eine dicke, milchige Flüssigkeit herausfließt.

In einer Zentrifuge werden anschließend Wasser und Öl voneinander getrennt. Danach muss das Öl längere Zeit in Edelstahltanks lagern, bis sich die Schwebstoffe abgesetzt haben.

Nach einer strengen Qualitätskontrolle wird das Öl in Flaschen abgefüllt.

Wir wünschen dem engagierten Paar für sein Ölmühlen-Abenteuer viel Erfolg, denn noch wirft das Unternehmen wenig Gewinn ab, da gerade neue Maschinen angeschafft werden. Wer wirklich reines Olivenöl erwerben möchte, kann es auch im Internet unter www.olivenoel-morea.de bestellen.

In Areopoli fahren wir quer über die Mani nach Githio am Lakonischen Golf. Hier wandern wir zum Leuchtturm auf das mit einem Damm verbundene Inselchen Marathonisi, das in der Antike Kranai hieß. Hier verbrachten nach der Sage der schöne Prinz Paris und die entführte Helena – die Miss World der Antike – ihre erste Liebesnacht. Das Liebesabenteuer löste schließlich den Trojanischen Krieg aus!

Zurück geht es über Sparta (Sparti) und den Pass durch das Taigetos-Gebirge.

Gelbe Ginsterbüsche und rot blühende Wolfsmilchgewächse säumen den schmalen Weg durch die beeindruckende Bergwelt. Auf den steinigen, sonnenbeschienenen Flächen sprießt ein Meer von Blüten, in dem sich Insekten und Reptilien tummeln. Zum Schluss gewinnen die Perückensträucher die Oberhand. Wie rosa Zuckerwatte schimmern ihre Blütenreste im Sonnenlicht!

Wolfsmilch

Raupe


Eidechse

Perückenstrauch

Am nächsten Tag ist wieder Kultur angesagt.

Wir besuchen die antike Stadt Messene, deren Name von einer Königin stammt, die über das Land Messenien herrschte, bevor es die Dorer in Besitz nahmen.

Auch Messene liegt in einer wunderschönen Landschaft mit grünen Hügeln und Bergen. Schon der Blick vom heutigen Dorf Messene hinunter auf die Reste der antiken Stadt ist großartig. Erst recht beeindruckend ist es dann, auf dem weitläufigen Gelände auf Entdeckungstour zu gehen.

Die Hauptstadt des unabhängigen Messenien wurde 369 v. Chr. gegründet und um 360/70 nach Chr. verlassen.

Das Theater war eines der größten in der Antike.


Das Stadion und das Gymnasium bilden eine architektonische Einheit. Heracles und Hermes, die Beschützer der Jugend, hatten hier einen Kultraum. Aber auch die Bäder und die Übungsräume für die jungen Männer waren dort untergebracht. Im Alter von 17 Jahren begannen sie hier ihre dreijährige Ausbildung im Schrifterwerb, in der Athletik und im Kampf mit den Waffen.

Im Asclepieion huldigte man den Gottheiten Artemis, Orthia und Phosphoros. Vor der riesigen Statue der Göttin Artemis stand ein Opfertisch, um den sich im Halbkreis die Statuen von Priesterinnen und jungen Frauen scharten, die heute im kleinen Museum die Stellung halten.

Einen ganzen Tag verbringen wir in Messene und sind begeistert.

Am nächsten Tag machen wir noch einmal eine Rundfahrt durch das Taigetosgebirge, um uns an der wunderschönen Landschaft mit grünen Wäldern und blühenden Hängen zu berauschen.

Überall stehen Bienenkästen, denn das Blütenmeer spendet den fleißigen Insekten reichlich Nahrung. Aber auch für die Schmetterlinge und Käfer ist der Tisch reich gedeckt. Und manchmal wird er sogar zur Hochzeitstafel!

Eine von Millionen: Die kleine Biene auf der Zistose

Der Bläuling nascht am Thymian

Käferpaar im Ginster

Zartrosa Schönheit

Mistelbusch in der Tanne


Ende der Fahrt: Die dramatische Schlucht

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