25.09.2017 – Spurensuche

Das nächste Hotel auf unserer Rundreise durch Zentralgriechenland befindet sich in Litohoro und heißt Ktima Faki.
Das Dorf am Fuße des Olymp finden wir ohne Probleme, doch wo ist unser Hotel?
Auf dem Weg ins Dorfzentrum kommen wir an vielen Hotels vorbei, in denen die Bergsteiger in ihre Wanderschuhe schlüpfen, um die verschiedenen Gipfel des Olympos Gebirges zu bezwingen. Aber ein Hinweisschild zu unserer Herberge entdecken wir nicht.
Am zentralen Dorfplatz zweigen mehrere Straßen ab. Hier frage ich einen Taxifahrer. Er deutet auf eine der Straßen, die wir erstmal bis zum Ende fahren sollen. Dann käme ein Schild mit dem Hotelnamen.
Die holprige, enge Straße führt steil bergauf und will gar nicht enden. Doch dann kommt eine Abzweigung und ich entdecke tatsächlich ein kleines Schild, auf dem Hotel Ktima Faki steht.
Auch diese Straße führt wieder beständig bergaufwärts. Dann wieder ein Schild! Es geht nun auf einen Feldweg, der sich noch steiler zwischen Wald und Wiesen in die Höhe windet. Haben wir etwa eine Berghütte gebucht?

Zwischen den Obstbäumen blühen die Herbstzeitlosen

Schließlich endet der Weg an einem großen Tor. Als wir hindurch fahren, liegt vor uns eine große, grüne Wiese. Mittendrin steht auf einem kleinen Hügel das runde Haupthaus des Hotels und drumherum der Swimmingpool und die Nebengebäude. Ein traumhaft angelegtes Ensemble!

Hotel Ktima Faki

Am Swimmingpool liegen drei Gäste auf den Sonnenliegen, sonst ist niemand zu sehen. Wir parken und gehen zum Haupthaus. Eine junge Frau kommt aus der Tür. Sie hat uns schon erwartet und führt uns in ein Feldsteingebäude. Leider kann unsere Gastgeberin nur Griechisch, weshalb ich auch nicht herausbekomme, wieso wir statt des gebuchten Zweibettzimmers ein kleines Studio mit Wohnbereich, Bad und einer Schlafempore mit zwei Doppelbetten bekommen haben.

Unser Blick über den Pool reicht bis zum Meer

Das klärt sich jedoch später, als wir beim Abendessen im Restaurant den Geschäftsführer treffen. Wie bereits im ersten Hotel haben wir auch hier ein „Upgrade“ bekommen.
Das Abendessen ist wirklich köstlich! Der gemischte Salat kommt knackfrisch aus dem eigenen Garten und ist mit einer leckeren Marinade und Parmesanspänen angerichtet. Fetakäse, Fleisch und Wein sind regionale Produkte und der Ziporo – ein Tresterschnaps- ist selbstgebrannt und feurig.

Salatteller

Am nächsten Morgen stärken wir uns am üppigen Frühstücksbüffet. Dann fahren wir wieder zum Dorfplatz nach Litohoro und folgen den Schildern nach Prionia, einer bewirteten Hütte und Maultierstation auf 1100 m Höhe.

Maultier

Von hier aus kann man auf den höchsten Gipfel des Olymp-Massivs wandern. Nach etwa drei Stunden erreicht man eine Berghütte, in der man auch übernachten kann. Dann kraxelt man weiter auf den Gipfel des 2918 m hohen Mythikas. Er ist der höchste Berg von Griechenland und wird von den Griechen als Göttersitz verehrt. Weitere Gipfel des Olymp heißen Skolio (2905m), Skourta (2485m) und Strango (1900m).

Über den Baumwipfeln erheben sich die Berggipfel

Für derartige Bergabenteuer sind wir leider schon alt, doch ein kleines Stück des Europa Wanderweges Nummer 4 bezwingen wir doch. Schließlich haben wir von unseren götterbegeisterten Enkeln den Auftrag bekommen, nach den Spuren der Götter zu fahnden!
Wo die Sonnenstrahlen zwischen den Kiefern hindurch dringen, schieben sich die Blüten der wilden Alpenveilchen und rosa Herbstzeitlosen durch die braune Nadelschicht. Sicher pflückt hier Göttervater Zeus hin und wieder ein Sträußchen, wenn er nach seinen Liebesabenteuern die wütende Hera beschwichtigen muss!

Alpenveilchen
Herbstzeitlose

Am Wasserfall leben die Nymphen und hüten das eiskalte, klare Wasser, das beständig von den Gipfeln strömt, wo Zeus mit Blitzen, Donnerschlägen und heiligem Zorn die Welt regiert. Da es sich um Trinkwasser handelt, ist Menschen das Baden hier untersagt!

Wasserfall

Wir finden auch eine „Strickleiter“, an der sich Waldgott Pan die Felsen hinauf hangelt und eine kleine Steinschleuder, die wahrscheinlich Artemis im Moos vergessen hat.

Strickleiter
Steinschleuder

Dann geht uns so langsam die Puste aus und die Zeit läuft schneller davon als uns lieb ist. Wir wollen ja noch nach Dion zum Heiligtum der Makedonen und anschließend nach Vergina, wo der Archäologe Manolis Andronikos die aufregendste Entdeckung seines Lebens machte.
So bleibt uns hier im dichten Kiefernwald der Blick auf den Felsenthron des Göttervaters verwehrt und die Spurensuche endet wieder am Parkplatz in Prionia. Aber das Plakat mit dem Gipfelfoto des Mythikas vermittelt uns immerhin eine Vorstellung von den beeindruckenden „Felsenhäusern“ der griechischen Götterfamilie.

Mythikas

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