16.07.2017 Wenn ich einmal reich wär….

zum Beispiel so reich wie Aristoteles Onassis, dann würde ich mir bestimmt auch eine Insel in Griechenland kaufen.

Genau genommen, kaufte sich der verstorbene Tankerkönig gleich ein kleines Archipel: Skorpios, Skorpidi und Sparti. Eine Insel schöner als die andere mit einem fantastischen Panorama auf die Inseln Levkada und Meganision, das griechische Festland und die vielen kleinen Inselchen dazwischen.

Obwohl wir noch nicht viel von Griechenland kennen, gehen wir davon aus, dass ein so reicher Grieche sicher weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um sein Häusle in einer der schönsten Ecken seines Heimatlandes zu errichten.

In diese paradiesische Inselwelt brechen wir am Dienstag, den 11. Juli um 10 Uhr morgens auf.

Leider macht uns die Ladenbesitzerin des Minimarktes in der Cleopatra-Marina einen Strich durch unsere „Zeitrechnung“. Sie hatte am Vorabend eine Vertretung in den Minimarkt geschickt, was uns immerhin die Chance gab, unsere Getränkevorräte aufzustocken. Leider hatte sie ihre Waren nicht mit Preisschildern ausgezeichnet und die Vertretung hatte keine Ahnung, was was kostet. Sie notierte unsere Einkäufe auf einem Zettel und vertröstete uns mit der Bezahlung auf den nächsten Morgen um neun Uhr.

Wir stehen pünktlich auf der Matte des Minimarktes, doch die Ladenbesitzerin kommt und kommt nicht. So beschließen wir, uns die Zeit mit einem frisch gepressten Saft und einem Joghurt mit Honig an der Bar des Hafenrestaurants zu vertreiben und beklagen uns über den Minimarkt, der ausgerechnet heute eine Stunde später öffnet.

So gegen halb zehn taucht eine weibliche Person mit leidendem Gesicht an der Bar auf und führt ein ausführliches Gespräch mit der Barfrau. Wir können aus Gestik und Mimik erkennen, dass die Dame ein schmerzhaftes Problem mit dem rechten Fuß hat. Komisch, dass die Barfrau etwas ungeduldig und mit mürrischer Mine auf die Leidende reagiert! Aber die Griechen sind ja im Gegensatz zu den Italienern allgemein etwas verhaltener mit ihren Emotionen. Schließlich humpelt die Leidende von dannen.

Unser Joghurt – eine Riesenportion – ist mittlerweile ausgelöffelt und der Saft ausgetrunken. Wir bezahlen und wandern ganz langsam zum Minimarkt zurück.

Oha! Es ist erst Viertel vor zehn und die Tür steht schon offen! Freudig treten wir ein.

Dann die Überraschung! Hinter dem Tresen steht die Leidende. Sie ist also die Ladeninhaberin und hatte Prioritäten gesetzt: Erst das Jammern über den kaputten Fuß, dann die wartende Kundschaft.

Auf unsere Nachfrage hin hatte sie sehr wohl von der Barfrau erfahren, dass wir auf sie warten, sich jedoch „bewusst wegen der Schmerzen“ etwas Zeit mit der Aufnahme der Arbeit genommen. Uns bleibt ein bisschen die Spucke weg!

Jetzt sucht sie unter Stöhnen die Preise aus ihren Listen heraus und endlich können wir die 30 Euro über den Tresen schieben. Sie nimmt das Geld mit Leidensmine entgegen. Kein Bedauern, keine Entschuldigung und auch kein „Gute Reise!“

Schade, dass unser so positiver Gesamteindruck von der Cleopatra- Marina durch dieses Erlebnis einen kleinen Kratzer bekommen hat. Aber was soll´s: Wir haben ja „Urlaub“. Und da das Mittelmeer kein  Gezeitengewässer ist, kommt es auf eine Stunde mehr oder weniger nicht an.

Um 9:55 Uhr werfen wir die Leinen los. Wir haben kaum eine Chance, die 7,6 Seemeilen bis zur nächsten Brückenöffnung um 11 Uhr am Nord-Eingang des Levkada-Kanals zu schaffen.

Dieser Kanal trennt die Insel vom Festland und wurde in seiner heutigen Form um die Jahrhundertwende von der griechischen Regierung gebaut. Aber auch schon im 7. Jahrhundert vor Christus gruben die Korinther einen Kanal durch die flachen Salzmarschen.

Als wir die Klappbrücke erreichen, macht sie gerade wieder die Klappe zu.

Wir legen uns längsseits an die Wartemauer und schauen den unzähligen Fischlein zu, wie sie sich an die Bordwand der Anima mea drücken, um nicht von den vielen Seeschwalben im Sturzflug erhascht zu werden. Ein heranrauschender Däne fragt uns nach den Brückenöffnungszeiten. „Jede volle Stunde!“, bekommt er zur Antwort. Dann legt er sich hinter uns an die Mauer.

Fast pünktlich um 12:00 Uhr stoppt der Verkehr vor der Brücke. Sie klappt ihre Endstücke hoch und dreht sich zum Ufer. Eine Karawane von Booten aus Nord und Süd strömt durch die Öffnung. Die ersten biegen schon bald in die „Edelmarina“ in der Stadt Levkada ab. Wir fahren an der Spitze der verbliebenen Bootskolonne weiter, bis der Kanal bei Ligia im Ormos Drepanou endet.

Die Klappbrücke liegt hinter uns.

Nun geht es an der Ostküste von Levkada weiter bis Nydrion, auch Nidri genannt. Die Tranquil Bay gegenüber ist alles andere als ruhig. Zwischen den ankernden Schiffen fahren kleine Motorboote mit hoher Geschwindigkeit und ziehen mit wilden Schlenkern aufgeblasene Luftkissensessel mit kreischendem Inhalt hinter sich her.

Nix wie weg hier!

Hinter der Tranquil Bay verengt sich die Bucht wie ein Flaschenhals, dann weitet sie sich wie der Bauch einer riesigen Weinflasche. Hier sind wir im Ormos Vlychon, der Bucht von Vlychon. Im Gegensatz zu Nidri ist Vlychon ein ruhiger Ort mit einigen Tavernen rund um die Bucht.

Ormos Vlychon

Wir suchen uns ein schönes Ankerplätzchen zwischen den anderen Ankerliegern. Als am Abend einige Fallböen von den hohen Bergen heruntersausen, muss eine italienische Yacht ihren Anker neu einfahren. Unserer hält bombensicher. Als sich die Dunkelheit über die Bucht senkt, wird es ganz still. Nach einem erfrischenden Bad im tiefen Wasser – wir ankern hier auf sieben Metern Wassertiefe – gibt es Abendbrot  unterm Sternenhimmel. In dieser rundum geschützten Bucht ist das Wasser ruhig und ein friedlicher Nachtschlaf garantiert.

Aber es gibt auch Ausnahmen!

Wären wir am 20. September 2011 hier gewesen, hätten wir es sicher nicht so toll gefunden. Da wütete hier nämlich zehn Minuten lang ein gewaltiger Sturm, der für Chaos auf dem Wasser und an Land sorgte. Wahrscheinlich handelte es sich bei diesen Hurrikan-Sturmböen, die sich bei starkem Südwind von den Bergen herabstürzten, um Teile eines heftigen Gewitters. Ein seltenes Wetterphänomen, das sich durch die steigenden Wasser- und Lufttemperaturen im Zuge der globalen Erderwärmung durchaus wiederholen kann.

Gegen neun Uhr gehen wir am nächsten Morgen Anker auf. Unser Ziel ist die Nachbarinsel Meganision. Sie ist so nah, dass wir vorher noch einen Kringel um das Onassis-Archipel drehen wollen.

Denn erstens müssen wir nach einer Ankernacht unsere Batterien wieder vollkriegen, was nur mittels Motorfahrt funktioniert. Die Solarpaneele können gar nicht so viel Energie in die Batterien schaufeln, wie die Kühlbox bei diesen Temperaturen (weit über 30°C) unaufhaltsam verschlingt. Und der Windgenerator kann auch nicht mithelfen, da er wegen Windmangels überwiegend zum Nichtstun verurteilt ist.

Zweitens muss man sich ja mal dieses „sagenumwobene Eiland“ anschauen, auf dem es sich Jacky O im Strandhaus auf Skorpios gemütlich machte und die reiche, aber unglückliche Onassis-Tochter Christina ihre Megayacht gleichen Namens an zwei großen Mooringtonnen zwischen den Inseln festmachte.

Das Badehaus auf Skorpios

Im Gegensatz zu ihrem Vater war Christina Onassis wohl nicht so heimatverbunden und wollte die Inseln zu Geld machen. Doch der Papa hatte sich da ein paar lästige Schwierigkeiten einfallen lassen. Er hatte in seinem Testament bestimmt, dass die Inseln im Falle der Veräußerung wieder an den griechischen Staat übertragen werden müssten. Da war guter Rat teuer, aber eine Lösung wurde dennoch gefunden. Das Inselparadies wurde einfach für 100 Jahre an die russische Erbin Ekaterina Rybolovleva verpachtet. Der griechische Staat prüft noch, ob das rechtens ist. Aber vorher hat er sicher noch ganz andere Dinge zu prüfen und kommt auch damit nicht so recht weiter.

Zum Beispiel, wie er die dringend benötigten Steuergelder eintreiben kann. Wie wir alle, hassen es auch die Griechen, Steuern zu zahlen. Es ist z.B. an der Tagesordnung, die Bezahlung in cash zu verlangen. Rechnungen (z.B. im Restaurant) werden gerne noch mit der Hand geschrieben. Wir können das ohnehin nicht lesen und sind lediglich an der Summe interessiert. Durch die Bücher geht so was wahrscheinlich nicht.

Oder das Steuersparmodel Grundsteuer. Man baut ein Haus über mehrere Etagen und macht nur das Erdgeschoss fertig. Der Rest steht als ewiger Rohbau. Nun kann man einziehen, muss aber keine Steuer für das Haus bezahlen, weil es ja noch nicht fertig gebaut ist.

Wer jetzt meint, wir lästern über die Griechen, ist im Irrtum. Seit wir hier sind, hat sich unsere Meinung über die Einwohner dieses europäischen „Problemstaates“ sehr geändert. Die Menschen hier sind sehr fleißig, arbeiten von früh bis spät ohne Pause und haben nur ein paar Monate im Jahr, um ihr Geld wirklich sauer zu verdienen. Fast alle können Englisch und beherrschen sowohl ihre als auch die lateinische Schrift, wodurch die befürchteten Verständigungsprobleme völlig unter den Tisch fallen. Wenn man an den Tavernen und Geschäften vorbeibummelt, wird man freundlich gegrüßt, aber nicht „angemacht“. So hat man Zeit, sich ohne Druck für ein Lokal zu entscheiden.

Obwohl Griechenland ein riesiges Müllproblem hat, sind Meer und Strände bisher wesentlich weniger belastet als in Italien und Spanien. Die Orte sind blitzsauber und auch am Straßenrand fallen die wenigen Plastikflaschen, die aus dem Auto geworfen wurden, regelrecht auf. Hundehaufen muss man hier mit der Lupe suchen. Es gibt allerdings auch kaum Hunde, schon gar nicht die „Schoßhündchen“, die sich die Italiener so gerne halten. Dafür jede Menge Katzen, die freundlich geduldet werden, wohl, weil sie das Mäuse- und Rattenproblem in Schach halten. Es gibt leider Buchten, die mit Vorsicht zu genießen sind, weil sich dort die ekligen Nager Dank des zurückgelassenen Mülls der Ankerlieger unkontrolliert vermehrt haben.

Auf Skorpios jedenfalls kann kein Ankerlieger seinen Müll abladen.

Seit die russische Erbin hier residiert, darf man nicht mehr zwischen den drei Inseln hindurchfahren und schon gar nicht dort ankern. Überall warnen große weiße Schilder davor, zu nah ans Ufer zu kommen.  Auch die beste Ankerbucht im Südwesten, wo sich das Strandhaus befindet, ist wie alle anderen Buchten mit Bojen abgesperrt. Und während wir das Archipel umrunden, kommt ein kleines Motorboot aus dem Sund zwischen Skorpios und Skorpidi herausgebraust, dreht eine Runde und verschwindet wieder.

Wir tun es ihm nach und steuern gleich gegenüber in die Bucht von Spilia, wo wir eine weitere Nacht ankern wollen. Doch unsere Batterien sind noch lange nicht voll und der Tag ist noch lang. Deshalb entschließen wir uns, zwischen Meganision und Levkada den Stenon Meganisiou südwärts hinunterzufahren und dann im Süden der Insel in Syvota vor Anker zu gehen.

Rod Heikell beschreibt in seinem Handbuch „Griechische Küsten“ diese gut geschützte Bucht als „malerischen Ort, umgeben von steilen, mit Oliven bewachsenen Hängen, dessen Schönheit aber von einigen Appartementneubauten beeinträchtigt wird.“

Wir finden, die Beeinträchtigung hält sich in Grenzen. Wer den flächendeckenden spanischen Appartementneubaustil kennt, findet an den hübschen, zurückhaltenden griechischen Häuschen nichts Schlimmes! Allerdings sind einige Häuser offensichtlich seit längerer Zeit unvollendet. Wir nehmen an, dem Bauherrn oder den erhofften Käufern ging das Geld aus.

Rings um die Bucht sind viele Stege gebaut worden, an denen jede Menge Charteryachten liegen. Aber wir wollen ja ohnehin ankern, was hier gar nicht so einfach ist. Die besten Plätze in der Bucht sind schon belegt und an der von uns gewählten Stelle will der Anker einfach nicht fassen. Mittlerweile steigen die Temperaturen wie üblich über die 30-Grad-Marke und wir sind beide schweißnass und total genervt, dass wir ein Manöver nach dem anderen fahren müssen. Schließlich finden wir ganz dicht an der Badestelle doch noch ein Plätzchen in sicherem Abstand zum Nachbarn.

Die Bucht von Syvota

Es dauert nicht lange, da wird dieser „Sicherheitsabstand“ von einem kleinen Boot mit österreichischer Flagge zunichtegemacht. Auf dem Vorschiff steht eine korpulente Dame mit einem kleinen Nacktfrosch, der von ihr aufgefordert wird, uns freundlich zuzuwinken. Der noch korpulentere Skipper steuert das Boot direkt neben uns und gibt in einer undefinierbaren Sprache Anweisung nach vorne, den Anker fallen zu lassen. Dann versammeln sich alle sechs Besatzungsmitglieder – vier Erwachsene, zwei Kinder – im Cockpit und unterhalten sich auf Englisch. Irgendwann kommt uns das kleine Boot bedrohlich nahe, was auch dem Skipper, offensichtlich der Opa der Familie, glücklicherweise ebenfalls auffällt, worauf er den Anker neu einfährt. Am Abend steigen die Eltern mit den beiden kleinen Kindern und den Müllbeuteln ins kleine Schlauchboot, das vom Großvater schwimmend und mit Gaudi ans Ufer gezogen wird. Dann kehrt Opa zurück, zieht sich an und paddelt mit Oma an Land, wo die Enkel heftig winkend warten. Das Schlauchboot wird an den Strand gezogen und alle gehen in die Taverne. Nach ein paar Stunden kehren sie zurück und Oma drückt ganz lange die Mama. Dann steigen die Eltern mit den Kindern in ein Auto und fahren winkend davon. Das Familientreffen ist beendet. Oma und Opa paddeln gemeinsam an Bord zurück und unterhalten sich wieder in der unverständlichen Sprache. Es war heiß, es war eng, aber vor allem die Großeltern und die Kinder hatten viel Spaß an der kleinen Seereise mit abschließendem Ankervergnügen.

Obwohl wir an diesem Platz ziemlich unsicher sind, ob der Anker nicht doch slippt, liegt die Anima mea auch am nächsten Morgen noch an ihrem Platz. Einzig der Pegelstand in den Batterien macht uns Sorgen, so dass wir gleich um neun Uhr den Motor starten und zur Nachbarinsel Meganision aufbrechen. Es sind nur sieben Meilen bis dorthin, die wir auf zwei Stunden verteilen, um möglichst viel Saft in die Batterien zu kriegen. Dann biegen wir an Steuerbord in die Bucht von Spilia ein.

An der Kaimauer neben der Taverne ist noch viel Platz. Wir drehen ein Runde und schon erscheint ein kleiner, schwarz gekleideter Mann auf der Mauer und winkt uns zu einem Platz. Er nimmt die Vorleine an und gibt mir die Mooringleine, mit der der Käptn achtern festmacht. Leider ist der Stromkasten zu weit entfernt für uns. Für fünf Euro könnten wir 24 Stunden lang unsere Batterien aufladen. Dafür ist der Wasserhahn nicht weit. 100 Liter kosten zwei Euro, aber unser Tank und alle Kanister sind noch voll. Wenn wir ankern, sind wir äußerst sparsam mit Wasser, zumal auch Griechenland unter Wassermangel leidet. Und nicht überall ist hier Wasser zu bekommen!

Am Kai der Taverne Spilia

Wie im Aquarium: Bunte Fische schnappen nach Brotresten und der Seestern hat einen Sonnenbrand

Aber dafür liegen wir hier bombensicher und kostenlos. Die Mauer – bis zum Abend sind alle Moorings vergeben – gehört nämlich zur Taverne, wo man für diese Dienstleistung auf Gäste hofft. Für den Müll stehen zwei Container an Land. Alles ist schön angelegt, sauber und gepflegt. In der Taverne kann man zur Toilette gehen und für 2,50 Euro duschen. Aber wir baden ausgiebig im Meerwasser und schütten uns danach eine Flasche Süßwasser über den Körper. Und natürlich gehen wir auch in der Taverne essen! Von der Terrasse aus genießen wir am Abend bei typisch griechischen Gerichten den Blick auf die Bucht mit Skorpios und den hohen Bergen von Levkada im Hintergrund.

Blick auf Skorpios

Schon im Ormos Vlychon hatte ich in der Odyseas Marina in Vathy angerufen, um einen Platz für vier Nächte zu reservieren. Die nominelle Hauptstadt der Insel Meganision liegt direkt nebenan in der nächsten Bucht, doch wir können erst ab 13 Uhr an unseren Platz. Deshalb machen wir noch eine ausgedehnte Rundfahrt durch die schönen, zerklüfteten Buchten im Norden der Insel. Von Ormos Kapali geht es in den Ormos Ambelaki und zuletzt in den Ormos Atherinos. Leider wird hier überall viel gebaut, so dass die grünen Büsche und Bäume immer mehr den neuen Ferienhäusern zum Opfer fallen. Alle Buchten sind jetzt schon voller Ankerlieger, obwohl es noch nicht einmal Mittag ist. Man merkt halt, dass die Ferienzeit begonnen hat. Und es soll im August noch voller werden, zumal wir gehört haben, dass viele Segler die Türkei verlassen und nach Griechenland abwandern.

For sale im Ormos Kapali

Schön, dass wir uns heute keine Sorgen um einen Platz machen müssen. Pünktlich um 13 Uhr laufen wir in der Marina ein. Über Kanal 72 (steht nicht im Küstenhandbuch) rufe ich an, dann winkt auch schon der Marinero von der Mauer zu uns herüber. Im Hafen herrscht gähnende Leere, doch das ändert sich bis zum Abend. Ohne Reservierung geht hier gar nichts! Viele Schiffe werden abgewiesen und finden auch am Stadtkai oder am Steg der Karnayio Taverne keinen Platz mehr.

Laut Rod Heikell haben wir mit einem „staubigen kleinen Dorf, das selbst im Sommer halb verschlafen wirkt“ gerechnet, doch das ist längst Vergangenheit. Das Dorf hat sich hübsch herausgeputzt, am Wasser reihen sich die Tavernen, eine einladender als die andere und auch die stylische Hafenbar ist ein guter Ort, um abends einen leckeren Cocktail zu genießen. Obwohl hier ein ständiges Kommen und Gehen der Yachten aus aller Welt herrscht und viele Charteryachten den Hafen anlaufen, ist es auch abends ruhig und gemütlich. Nur am Samstag ist es plötzlich anders. Da macht eine Megayacht nach der anderen fest, aus der Bar kommen die ersten Klänge einer kubanischen Band und dann geht in Vathy die Post ab. Vom Publikum in der Bar, von den illuminierten Megayachten direkt davor und von den „normalen“ Schiffen kommt Applaus und es wird mitgeklatscht bis in die frühen Morgenstunden.

Weder staubig noch verschlafen: Vathy

It´s party time!

Auch uns hält es nicht an Bord. Nachdem wir notgedrungen unsere verschrumpelten Gemüsevorräte auf dem kleinen Gaskocher im Cockpit gebrutzelt und mit Fetakäse gekrönt haben, machen wir noch einen abendlichen Bummel durch die Marina und zur Cocktailbar „Pistrina“.

Der heißt nicht Tzazikki, war aber sehr lecker  (der „Wahine“)!

Heute türmen sich im Osten, dort wo das Festland liegt, die weißen Wolkenberge und der Wind nimmt etwas zu. Wir sind sehr gespannt, ob das angekündigte Gewitter tatsächlich auch auf Meganision trifft. Aus diesem Grunde hatte ich die Reservierung nämlich vorgenommen, doch so oder so hat sich der Aufenthalt hier in Vathy gelohnt. Obwohl der Tagessatz in dieser Marina rund 10 Euro höher ist als in der Cleopatra Marina und dafür das WLAN nur halb so schnell funktioniert wie dort, ist es doch ein angenehmer Ort zum Relaxen, bevor wir am Dienstag zu neuen Ufern aufbrechen.

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