17.10.2016 – Den Engeln ganz nah

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Nach unserem Vatikanbesuch wandern wir die Via della Conciliazione hinunter Richtung Tiber. Kurz hinter dem „weißen Strich“ liegt links die Kirche Santa Maria in Traspontina. An der Fassade macht uns ein Foto von Papst Johannes Paul II neugierig. Darauf überreicht er auf dem Petersplatz goldene Kronen für die Gottesmutter und ihr Kind.1-img_3847

2001 auf dem Petersplatz

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14.10.2016 – Wir machen weiter

„Was machen wir heute?“ frage ich den Käptn, während ich im Reiseführer blättere. „Ist mir egal!“ und dann schiebt er noch – wie meist – „was du willst“ hinterher.

Ich denke nach: Heute ist Dienstag, der 4. Oktober. Ein ganz normaler Arbeitstag für die Römer. Also stürmen die schon mal nicht die Sehenswürdigkeiten. Alle Museen sind heute geöffnet. Da gehen die Touristen wenigstens nicht verstärkt in die Vatikanischen Museen, die auch montags zugänglich sind. Zudem ist schönes Wetter, da verteilen sich die Besucherströme auf drinnen und draußen. „Vielleicht sollten wir heute mal in den Vatikan gehen?“

Der Käptn ist sofort einverstanden. Schließlich ist die „Schaltzentrale Gottes“ für ihn ein Hauptgrund, Italiens Hauptstadt zu besuchen.1-img_3766

Blick über den Tiber zum Petersdom

Und so machen wir uns nach dem Frühstück auf den langen Weg mit Bus, Bahn und Metro bis zur Station Ottaviano-San Pietro. Tatsächlich ist die Metro A heute nicht ganz so überfüllt wie bei unserem Besuch am Sonntag und der Besucherstrom in Richtung Vatikanstadt ist erträglich. Weiterlesen

12.10.2016 – Die Schwarzfahrer

Das Wochenende ist vorbei und in Italien wird wieder gearbeitet. Also beschließen wir am Montag, dem 3. Oktober, zum Tiberkanal „Canale di Fiumicino“ zu fahren, um uns dort nach einem geeigneten Landstellplatz für den Winter umzusehen. Der Käptn ist Mitglied im Club Kreuzer- Abteilung des deutschen Seglerverbandes e.V., was unter anderem auch den Vorteil hat, dass man Informationen von anderen Mitgliedern bekommt, die in der Vergangenheit Erfahrungen mit Liegeplätzen, Häfen und Werften gesammelt haben. So besitzen wir die Adresse von zwei empfohlenen Werften, die in diesem Kanal ansässig sind.

Also fahren wir zunächst mit der Stadtbahn bis zur Endstation Piramide und steigen dann in der Metrostation Ostiense um in den „Leonardo Express„. Dieser fährt von hier aus zum Flughafen Leonardo da Vinci, von den Römern kurz „Fiumicino“ genannt, da er in direkter Nachbarschaft zum gleichnamigen Ort liegt. Nach einer halben Stunde erreichen wir den Flughafen. Eine gute Gelegenheit, sich umzusehen, denn irgendwann werden wir von hier aus nach Hause fliegen.

Im Gegensatz zu unserer Hamburger U-Bahn ist es hier so geregelt, dass man jedes Mal durch eine Schranke muss, um zum Bahnsteig zu gelangen. Man steckt seine Fahrkarte in einen Schlitz und die Schranke öffnet sich, sofern die Fahrkarte gültig ist.

Wir sind bis hierher ohne Probleme mit unserer Wochenkarte durch alle Schranken gekommen, doch am Flughafen öffnet sich die Schranke nicht. Weiterlesen

10.10.2016 – Wo fangen wir an?

Diese Frage stellen wir uns, als wir das erste Mal nach Rom fahren wollen.

Unser DUMONT- Reiseführer ROM beschreibt allein 15 verschiedene Entdeckungstouren. Das zeigt, wie groß diese Stadt ist und wie viel sie zu bieten hat!

Für Sonntag, den 2.Oktober, entscheiden wir uns für eine Tour, bei der wir voraussichtlich nirgendwo vor Ticketschaltern Schlange stehen müssen. Wir wollen ganz entspannt erste Eindrücke sammeln, einfach nur Bummeln und dabei das schöne Wetter genießen!

Mit dem Bus rumpeln wir über die mit Schlaglöchern übersäten Straßen von Ostia bis zur Haltestelle Lido Centro. Der ganze Bus fibriert, die Fahrgäste fibrieren mit. Dann fahren wir mit der Stadtbahn bis zur Endstation Piramide. Hier müssen wir in die Metro B/ Station Ostiense umsteigen und Richtung Termini fahren. Dies ist die einzige Station, wo sich die beiden Metro-Linien Roms kreuzen.1-img_3947

Metro & Nahverkehr in Rom und Umgebung

Der Bahnsteig in Termini ist an diesem normalen Herbstsonntag so voll, wie die U-Bahn-Station Landungsbrücken in der Silvesternacht. Die Wartenden stehen in drei Reihen hintereinander, zu den Gleisen hin patrouliert ein Sicherheitsposten auf und ab. Wir stehen zunächst in der hintersten Reihe, werden jedoch von den Nachrückenden gnadenlos nach vorne geschoben. Ich suche die Hand des Käptn, da fährt auch schon der Zug der Metro A ein. Er ist brechend voll und kaum jemand steigt aus. Trotzdem quetscht sich die Menge irgendwie ins Innere. Der Käptn wird zuerst hineingeschoben und zieht mich energisch hinterher. Zwischen meinen Rücken und der sich schließenden Tür passt nicht einmal mehr ein Blatt Papier. Alles hält die Luft an. Festhalten ist nicht nötig, denn selbst bei einer Ohnmacht könnte man hier nicht umfallen. „Wie in Japan!“ sagt jemand, der wohl entsprechende Reiseerfahrungen hat.

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06.10.2016 – Goldener Oktober

1-img_3939 Fehlanzeige! Jedenfalls nicht im Moment. Bleigraue Wolkenmassen, aus denen sich Sturzbäche ergießen. Manchmal auch Hagelkörner, die aufs Deck trommeln. Blitze, die sich mit wilden Zuckungen den Weg ins Meer bahnen, gefolgt von krachenden Donnerschlägen. Dann eine kurze Ruhepause, bis die heulenden Windfurien erneut Fahrt aufnehmen. Sie rütteln an allem, was sich ihnen in den Weg stellt: Masten, Fallen, Persenninge, Festmacher… Wehe, wenn sie eine Rollfock zu fassen kriegen, die nicht sorgfältig aufgerollt wurde! Wie hungrige Wölfe reißen und zerren sie an ihr, bis sie in Fetzen am Vorstag schlägt.

Dann verschmelzen die Furien zu einem brüllenden Ungeheuer. Mit seiner Riesenpranke schiebt es die Schiffe auf die Stege. Unnachgiebig kämpft es mit den Festmachern, die unter der Wucht ächzen und stöhnen.

Der Windmesser fiept seinen Warnton durch die Kuchenbude. Auf der Anzeige leuchtet die Acht, dann die Sieben, dann wieder die Acht. Ich sitze im Cockpit und halte den Atem an. Hoffentlich hält unsere Mooringleine und die der Nachbarschiffe rechts und links!

Nach 15 Minuten ist die Walze weitergezogen. An unserem Steg ist alles heil geblieben. Das Zelt des Restaurants an Land ist jedoch zusammengebrochen. Über den Tischen und Stühlen türmt sich das schwarze Gestänge wie ein Mikadospiel. Die Teile der weißen Zeltplane flattern wild umher. Die große Gasflamme – wir haben sie „das ewige Licht“ getauft – ist nach der ersten heftigen Böe mit Getöse umgestürzt und wird demnächst wohl nicht mehr leuchten, wenn wir abends von unserem Ausflug nach ROM zurückkehren.2-img_3940

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