Torrevieja, den 28.04.2016 – Bienvenido!

Seit zehn Tagen sind wir nun wieder in Torrevieja. Schade, dass wir keine Personenwaage an Bord haben. Wir würden nämlich gerne mal überprüfen, wie viele Pfunde von unserem Winterspeck inzwischen dahingeschmolzen sind. Jedenfalls wird der Hosenbund mit jedem Tag lockerer. Im Gegenzug nimmt dafür der Muskelkater zu, denn wir schuften wie verrückt. Und obwohl ich eigentlich noch immer keine Zeit dazu habe, werde ich jetzt mal ganz schnell in die Tasten hauen und aufschreiben, wie es uns in diesen zehn Tagen ergangen ist.
Am Montag, dem 18.04. verließen wir mit je 20 kg Freigepäck (zum LowFare-Tarif!) Hamburg, „unsere Perle“. Der Flieger von „norwegian air“ war proppenvoll und bot im Vergleich zu unserem letzten Ryan Air Flug reichlich Stauraum in den Schapps über den Sitzen und angenehme Beinfreiheit. Die Maschine setzte sich auch zur geplanten Abflugzeit in Bewegung, doch dann passierte erstmal nix. Einige Minuten später ertönte aus dem Lautsprecher, dass ein Passagier plötzlich ins Krankenhaus müsse, weshalb nach seinem Gepäck gesucht werde. Mit einer halben Stunde Verzögerung hoben wir dann endlich ab gen Süden.
Der Pilot muss ordentlich Gas gegeben haben, denn wir landeten nur geringfügig verspätet in Alicante. Den 16-Uhr- Bus nach Torrevieja erreichten wir daher locker und donnerten Non-Stopp zum Busbahnhof . Eine Viertelstunde später hatten wir in unserem Hotel „Cano“ eingecheckt, gegen 18 Uhr waren wir bereits in der Marina Salinas.
Strahlend wie immer, empfing uns „Volvo-Oscar“ in seinem Laden. Er hatte uns regelmäßig per Email in Wort und Bild über die Arbeit am neuen Motor informiert. Alles sei bestens, wir sollten uns den Neuen mal angucken. Was wir auch umgehend taten.
50.Motor (2)
Der neue Motor

Liebevoll begrüßten wir unser Schiff, dann schlüpften wir unter die Kuchenbude ins Cockpit und hinunter in den Salon. Der Motorraum stand offen und präsentierte sich als schönster Raum im Schiff. Alles darin war sauber und aufgeräumt, mitten drin der grüne „Oscar“ (so tauften wir die neue Maschine gleich an Ort und Stelle).Drumherum das absolute Chaos. War ja auch nicht anders zu erwarten.
Erleichtert, dass am Schiff offensichtlich alles heil geblieben war und froh, ein sauberes Zimmer mit gemachtem Bett zu haben, kehrten wir ins Hotel zurück.
Am nächsten Tag machten wir das Schiff klar für den folgenden „Kran-Tag“. Zum ersten Mal startete der Käptn den neuen Motor. Er rüttelte ordentlich in seinem neuen Zuhause. Doch dann beruhigte er sich und wir legten ab. Ein schwieriges Manöver! Anima mea kriegte kaum die Kurve, was nicht verwunderte, als wir später den üppigen Unterwassergarten an der Schraube bewundern konnten.
Unterwassergarten
Schraube mit Unterwassergarten
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Wo ist die Krabbe?
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Meeresteppich mit Fransen

Das Kranen im „Varadero Salinas“ klappte problemlos. Nach dem Aufpallen rückte gleich Oscars englischer Mechaniker „Nigel“ an, um das Ruder und die Welle mit der Schraube abzumontieren.
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Oscar mit Heinz

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Das Ruder ist ab
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Nigel müht sich mit der Welle ab

Während in den folgenden zwei Tagen ein neues Wellenlager eingebaut wurde, säuberten und polierten wir den Rumpf.
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Das Riesenmotorboot von nebenan beäugt meine Putzorgie
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Wir putzen nicht mit Kölnisch Wasser!
Dann holten wir das Paket mit dem Antifouling im Marina-Büro ab. Doch nach dem Öffnen die böse Überraschung: Die Firma Guthmann & Decker aus Bad Tölz hatte nur zweimal 0,75 l Farbe für den Unterwasseranstrich eingepackt, obwohl 2,75 Liter geordert waren. Also schnell Hempel-Farbe im Varadero besorgen und die teure „RELEST Marine 522 AF Ecoship rotbraun“ in einer der ohnehin übervollen Backskisten verstauen.
Sowohl wir als auch Oscars Mannen mussten sich sputen, um pünktlich zum Reinkranen am Freitag fertig zu werden.
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Anima mea wie neu!
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Die „Kraner“ beim Anlegen der Gurte
Gleich anschließend machte Nigel mit uns eine Probefahrt durch den Außenhafen. Bei „full speed“ überholten wir uns fast selbst bzw tauchte Anima meas Hinterteil fast ab in der mächtigen Hecksee. Der Motor tat ganze Arbeit, trotzdem waren Nigel und Oscar nicht zufrieden mit dem Motorgeräusch im Leerlauf. Nach mehreren Tests stellte sich heraus, dass die Diesel-Förderpumpe nicht in Ordnung ist. Sie muss ausgetauscht werden. Es ist aber momentan leider keine Ersatzpumpe von Volvo lieferbar, obwohl Oscar die schwedische Motorenfabrik mit Emails bombardiert.
Nun ist unser Schiff (und auch wir) wieder „fix und fertig“ zum Auslaufen, doch der neue Motor ist nicht einsatzbereit. Es stinkt zum Himmel wie unsere Toilettenpumpe, die schon wieder nicht das Wasser halten kann. Stundenlang hat sich der Käptn mit dem Aus- und Einbau abgemurkst, doch er kriegt sie nicht dicht. Nun hat er die Faxen dicke und will ein ganz neues Klo einbauen. Doch das muss erstmal beim Händler bestellt werden. Und das kann dauern.
Na, dann schönes Wochenende!

  1. Moin Ihr beiden,
    schön wieder von Euch zu hören. Sind gespannt auf Euren Segelsommer im Mittelmeer. Aber das mit dem Motor? Neuer Motor und mit defekter Dieselpumpe und Volvo kann kurzfristig keinen Ersatz liefern. Unglaublich! Lasst Euch die Laune nicht verderben und Heinz bekommt das mit dem Klo bestimmt auch wieder hin.
    Liebe Grüße aus Kiel

  2. Hallo, Dirk!
    Gerade wird die Dieselpumpe ausgetauscht. Oscar hat Volvo ordentlich Dampf gemacht. Nun muss „nur“ noch das Toilettenproblem gelöst werden.
    Wir wünschen euch einen schönen Segelsommer und schicken liebe Grüße nach Kiel
    Christine und Heinz

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