36°41.750´N – 2°47.470´W Almerimar, den 06.06.2015

Um da weiterzumachen, wo ich zuletzt aufgehört habe: Essen gehen wir in Puerto de Benalmadena   beim Italiener. Es ist gut und reichlich. Zum Nachtisch gönnen wir uns eine Caipi in einem anderen Restaurant an der Touri-Meile. Sehr gut, sehr teuer!

Der Abschied am nächsten Morgen fällt nicht schwer. Zuerst  müssen wir mal wieder Tanken, denn Wind ist nach wie vor Mangelware.

Marina Benalmadena

                                                                                     Schauerlich-schön: Puerto de Benalmadena

Nun tuckern wir an der Costa del Sol entlang. Wie schön sähe diese Küste aus, wäre da nicht die flächendeckende Bebauung mit Hotelhochhäusern! Wir können uns kaum vorstellen, dass die alle voll werden.

Marbella

                                                                                                                 An der Costa del Sol

Unser nächster Hafen heißt Marina Caleta Velez, der dazugehörige Ort Velez-Malaga. Hier ist es sehr ruhig mit schöner Aussicht auf die Berge. Im Hafenbüro sagt man mir, dass uns momentan kein  Marinero beim Festmachen helfen kann.  Oh je! Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit! Aber wir schaffen das Mooringmanöver ohne Probleme.

Marina Caleta Velez (Malaga)

Marina Caleta Velez (Malaga)

Wir wollen so schnell wie möglich weiter und  legen bereits am nächsten Morgen ab. Unsere Hoffnung auf Wind erstirbt nach dem Segelsetzen. Mit zwei Windstärken kommen wir nicht weiter. An der Küste erheben sich immer höhere Berge. Wir kommen der Sierra Nevada immer näher, und bald gibt es ein Wiedersehen mit dem Mulhacen. Ein bisschen Schnee liegt noch dort oben.

Die Gipfel der Sierra Nevada, kurz vor Motril

                                                                            Die Sierra Nevada präsentiert sich von der Seeseite

Der arme Motor muss  5 ½ Stunden arbeiten, bis wir in Motril angekommen sind. Eine endlos lange Mole, die zur Zeit auch noch verlängert wird,  zieht sich vom Hafen auf das Meer hinaus. Gerade verlässt eine Fähre den Hafen. ARMAS steht darauf. Den Namen habe ich doch schon mal gelesen! Richtig, das war auf der Kanareninsel Gomera! Und tatsächlich steht auf dem Schwesterschiff, das im Hafen liegt: Gran Canaria. Gleich hinter dem Fährhafen liegt die Marina. Auf dem ersten Ponton steht schon ein Marinero und winkt uns zu einem freien Platz. Zu unserer Überraschung gibt es einen Schwimmsteg, keine Mooring. Um uns herum tanzen die Schiffe auf und ab. Wir schließen uns an. Ein Wahnsinnsschwell herrscht in diesem Hafen. Das ist aber auch alles, was es hier zu beanstanden gibt.

Eine Nacht Eiertanz reicht! Außerdem soll bald Starkwind kommen. Klar, natürlich aus der falschen Richtung! Aber noch ist es ruhig und wir düsen weiter nach Almerimar. Etwa zwölf Meilen  vor unserem Ziel wird der Gegenwind immer heftiger, die Wellen höher. Wir kommen ins Rollen. Unser Motor macht inzwischen ein beunruhigendes Klappergeräusch, das wir schon seit einiger Zeit registrieren. Jetzt wird es immer lauter. Wir tun etwas, was wir gar nicht mögen: Wir drehen um und laufen den Real Club Nautico in Adra an. Nun schieben uns die Wellen  zwei Meilen zurück. Hier finden wir keinen Wartesteg.  Kurz entschlossen legen wir uns an einen freien Platz und können dort auch bleiben. Die Hafengebühr muss cash über den Tresen geschoben werden. Der Raum mit der Doppeldusche wird von  Männlein und Weiblein gemeinsam benutzt . Und das im katholischen Spanien! Leider kommt aus der einen Dusche nur heißes Wasser heraus, in der anderen ist die Duschtasse verstopft. Gut, dass zu der frühen Morgenstunde  kein Andrang herrscht. Sonst müsste der Nachfolger in den „Saft“ des Vorgängers steigen oder stundenlang warten, bis die Brühe abgelaufen ist. Für so etwas  ist der Preis von 23 Euro pro Übernachtung nicht angemessen.

Um 7:55 Uhr legen wir bereits ab. Wir wollen vor dem angekündigten Starkwind in Almerimar sein, um dort unseren Motor überprüfen zu lassen. Eine halbe Stunde später darf unser eisernes Segel kurz verschnaufen. Wir haben drei Windstärken von der Seite und gleiten auf glatter See langsam unserem Ziel entgegen. Durch den Dunst schimmern die unzähligen Treibhäuser auf den Hügeln wie vereiste Seen. Die Berge werden von Nebelwolken verschluckt. Die verschleierte Sonne erwärmt die Luft angenehm ohne auf der Haut zu brennen.

Wohin schwimmt sie?

Flaschenpost  zur Taufe von Nick I

Die schöne Stimmung passt gut zum Feiertag!

Anima mea wird heute volljährig. 18 Jahre schwimmt sie nun im Wasser. Viele Jahre hat sie die Ostsee durchpflügt. In unzähligen Schleusen in Schweden (Göta-Alf-Kanal), den Niederlanden (Stehende Mastroute) und England ist sie bergauf- und bergab gefahren. Sie hat Gezeitengewässer mit einem Tidenhub von bis zu 13 Metern gemeistert. Die Strömungen im Atlantik fand sie mitreißend! Ihr größtes Abenteuer war die Überquerung der Biskaya. Nun badet sie ihre wohlgeformten Rundungen im glasklaren Salzwasser des Mittelmeeres. Ich singe „Happy Birthday“, der Käpt´n grinst glücklich.

Tausende Meilen entfernt wird heute unser jüngstes Familienmitglied getauft. Leider können wir nicht dabei sein. Doch gestern habe ich für unseren Nick eine Flaschenpost ins Meer geworfen.  Lieber Neptun, entschuldige, dass  auch wir dein Reich mit Müll verschmutzt haben!

Nicks Flaschenpost

Auffällig genug?

Ich habe die Flasche so präpariert, dass sie hoffentlich von einem neugierigen Seefahrer herausgefischt wird.

Oma mit Nicks Flaschenpost

                                                                                                                    Liebe Grüße von Oma!

Als wir in Almerimar ankommen, erleben wir einen Superservice. Auf der Mauer am Hafeneingang stehen schon zwei  Marineros und winken uns heran. Dann helfen sie beim Festmachen. Im Hafenbüro  sitzt ein freundlicher Hafenmeister. Er ist Japaner, spricht jedoch fließend Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch. Die Anmeldung  geht schnell über die Bühne. Wir bekommen auch die Telefonnummer von einem deutschen Mechaniker , der hier im Hafen Motoren repariert. Natürlich wird uns danach auch beim Mooringmanöver geholfen.

Der Kontrollturm in Almerimar

                                                                                 Almerimar: Der Kontrollturm mit dem Hafenbüro

Ich rufe Frank, den Mechaniker, an. Nach einer Stunde ist er an Bord. Er „hört“ sich unseren Motor an. Die Diagnose ist wohl nicht ganz einfach. Es könnte an den Einspritzdüsen liegen. Worst case wäre ein Lagerschaden. Am Montag will er zunächst die Einspritzdüsen ausbauen und zu Bosch bringen. Dann sehen wir weiter.

In der großen Marina Almerimar gibt es nicht nur reichlich Liegeplätze sondern auch verschiedenste Werkstätten und Schiffsausrüster. Außerdem gibt es hier einen Stützpunkt von Transocean und der Kreuzer-Abteilung. Die Leiterin heißt Alexandra Schwarz. Tatkräftig unterstützt wird sie von ihrem Mann Udo. Er besucht uns  kurze Zeit später  an Bord und versorgt uns mit vielen Informationen, z.B., dass man im „La Casa“  Currywurst genießen kann. Ein gefundenes Fressen für meinen Käpt´n!

Mittlerweile bläst der Levante immer stärker. Wolken und Dunst verbinden sich, tauchen die Bergketten, das Meer und den Hafen in unterschiedliche Grautöne. In Norddeutschland müsste man jetzt die Strickjacke überziehen und ins Haus gehen. Hier aber ist es immer noch angenehm warm.

Scherenschnittgebirge

Scherenschnittgebirge

So kann das nächste Event auch im Cockpit stattfinden!

Mit der Suppenkelle schöpft der Käpt´n etwas Mittelmeerwasser aus dem Hafenbecken. Dann tauft er zu Ehren unseres Enkels  unseren neuen „Steuersklaven“ – ein Raymarine ST 1000- auf den Namen „Nick II“.

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Der Taufakt

Unser Nick II

Unser Nick II

Nick II wird wieder in seinen schützenden Kopfkissenbezug gewickelt.

Träumt süß, Nick I und Nick II. Die Currywurst wartet!

 

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