22.04.2014 – Osterausflug nach Lanhydrock

Aller guten Dinge sind drei! Unser drittes  Ostern in England ist vorbei.

Das erste Mal machten wir Ostern 1978 mit unserem ausgebauten  VW-Bulli  einem Kurztrip (Five-days-mini-tour) von Zeebrugge nach Cornwall.  Im Jahr 2000 trafen wir uns mit Tochter Susanne während ihres einjährigen Studienaufenthaltes in Portsmouth. Beide Besuche waren angefüllt mit schönen Erlebnissen und Eindrücken, doch so viel Muße wie dieses Mal hatten wir vorher nie.

Da ein Wetterumschwung angekündigt war, nutzen wir den wunderschönen Karsamstag zu einem Ausflug  nach Cornwall. Mit dem „Western Greyhound-Bus“ ging es in Richtung Bodmin. Kurz vor diesem Ort ließ uns der Busfahrer  an der Haltestelle „ Little Orchard“ raus. Ein Spießrutenlauf an der engen Landstraße ohne Gehweg  ließ uns um unser Leben fürchten, denn ein Auto nach dem anderen bretterte an uns vorbei. Offensichtlich waren wir hier die einzigen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln bzw. zu Fuß nach Lanhydrock  wollten. (www.nationaltrust.org.uk/lanhydrock)

In unserem  Dorley Kindersley Reiseführer „Top 10 – Cornwall & Devon“  wird dieser prächtige Herrensitz im Fowey Valley an erster Stelle genannt. Man muss beim Anblick dieses schlossähnlichen Anwesens davon ausgehen, dass der frühere Besitzer Sir Richard Robartes mehr als wohlhabend gewesen sein muss! Jedenfalls bekamen wir einen eindrucksvollen Einblick in das Leben eines  herrschaftlichen Haushaltes.

Doch zunächst dauerte es eine ganze Weile, bevor wir von der Rezeption aus das Herrenhaus überhaupt erreicht hatten! So bekamen wir einen ersten Eindruck von den riesigen Ländereien, die zu Lanhydrock gehören. Noch nie zuvor – auch nicht in Planten un Blomen – hatten wir so gewaltige Rhododendrenbüsche gesehen!

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Beeindruckt schritten wir durch das Torhaus aus jakobinischer Zeit. Hier herrschte emsiges Treiben, denn ganz viele Kinder wollten wieder mal beim „Easter-Trail“ mitmachen. Das ist so eine Art Schnitzeljagd, bei der man am Ende einen Osterschatz gewinnen kann. Übrigens war der „Easter-Treasure“ laut Radio Plymouth  im Nordwesten unserer derzeitigen Heimatstadt versteckt. Wir haben ihn aber anderen überlassen, denn es goss am Ostersonntag wie aus Eimern!

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Hinter dem Torhaus betraten wir den „Formal garden“  mit den riesigen getrimmten Eiben und geometrisch angelegten Frühlingsblumen-Beeten.

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An den Wänden des Hauses, das nach einem verheerenden Brand 1881 im viktorianischen Stil umgebaut wurde, rankten sich rote Kamelien hoch.

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Von den 50 zugänglichen Räumen im Innern des Hauses beeindruckten uns besonders die Küche (mit eigener Backstube, Molkerei, verschiedenen Speisekammern und Spülküchen).

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Aber auch das Speisezimmer mit der festlich gedeckten Tafel und die herrschaftlichen Schlafräume sowie die Kinderzimmer  boten eine Vielzahl von bewundernswerten Einrichtungsgegenständen und Kunstwerken.

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In der berühmten Long Gallery mit der bemerkenswerten Stuckdecke  konnten wir sogar den Klängen der Moldau lauschen , die ein kleiner Pianist aus Berlin auf dem Steinway-Flügel zum Besten gab.

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Der Rückweg gestaltete sich dann auch etwas entspannter, da wir auf dem parallel zur Straße angelegten Fahrradtrail zur Bushaltestelle zurück wanderten.  Hier mussten wir lediglich den heranbretternden Mountainbikes ausweichen, doch bot der angrenzende Waldboden immerhin Raum genug dazu.

Heute ist wechselhaftes Wetter angekündigt. Immerhin regnet es nicht mehr und viele überwiegend weiße Wolken  quellen am blauen Himmel.

Bisher ist unsere Wasserpumpe noch nicht eingetroffen. Die Arbeiten am Boot  werden heute anscheinend auch nicht fortgesetzt. Wahrscheinlich ist das Holz noch nicht geliefert. Wird wohl alles mit den vielen Feiertagen zusammenhängen, die nun hinter uns liegen.  Wir müssen auch mal wieder den Rucksack umschnallen und die Vorräte auffüllen. Auch das eine Folge der vielen Feiertage!