02.07.2013 – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Gestern haben wir auf dem „Fuselfelsen“ sprich Helgoland festgemacht. Eigentlich wollten wir noch ein bisschen in Cuxhaven bleiben, doch unsere niederländischen Stegnachbarn  meinten, angesichts der Wetterprognose sei es ein günstiger Zeitpunkt, den Sprung über die Deutsche Bucht zu wagen. Nach dem Auftanken an der Dieselstation starteten wir um 10:30 Uhr. Diesen Zeitpunkt hatten unsere Niederländischen Nordseesegler gewählt und wir folgten widerspruchslos in Ehrfurcht vor deren Erfahrung mit der Nordsee. Draußen ging die Post ab!Mit bis zu 10 Knoten  pflügte Anima mea  durchs Wasser. In der Ostsee hatten wir diese Wahnsinnsgeschwindigkeit noch nie erreicht (außer einmal in der Hanöbucht bei Gewitter). Leider nahm der  West- bis Südwestwind auf 22 bis 25 Knoten zu. Unterwegs gab DP07 (Delta-Papa 07 Seefunk) über UKW eine neue Windwarnung bekannt (W 6, in Böen 7). Darauf konnten wir jetzt leider keine Rücksicht mehr nehmen! Anima mea legte sich auf die Backe. Also reffen! Nun hatten wir das Problem, beim Aufkreuzen Höhe zu laufen. Mühsam arbeiteten wir die auf dem Kartenplotter angezeigten Meilen ab. Die Wellen türmten sich mehr und mehr auf, es rumpelte und pumpelte in Schränken und Kisten,  hin und wieder gab´s eine Salzwasserdusche. Schließlich machte sich der einsetzende Gegenstrom immer deutlicher bemerkbar. Wir waren einfach zu spät dran! Als der Seegang in der Deutschen Bucht  etwas  ruhiger wurde, rollten wir die Genua ein und liefen unter Motor und Groß in Richtung „Deutschlands einzige Hochseeinsel“.

Ansteuerung von Helgoland

Ansteuerung von Helgoland

Um 19:15 Uhr machten wir etwas erschöpft im Päckchen fest. Die Manöverkritik am Abendbrottisch ergab, dass wir einfach zu spät losgefahren waren. Am nächsten Morgen begrüßten uns die Niederländer am Steg. Auch sie hatten eine ungemütliche Überfahrt gehabt. Der Skipper gab zu, sich beim Blick in den Tidenkalender verguckt zu haben. Er hatte Hochwasser Cuxhaven mit Hochwasser Helgoland vertauscht! Und wir hatten geglaubt, eine besonders gewiefte Taktik stecke hinter der Wahl des Abfahrtstermins. Also heißt es in Zukunft: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Nun strahlt die Sonne und die blaue Nordsee kräuselt sich sanft. Wir haben gut geschlafen und sind wieder voller Tatendrang. Die Insel und ihre Düne rufen! Und vielleicht gibt´s heute Abend einen Eiergrog?

Eine Antwort

  1. Hallo ihr lieben,

    Wir wünschen Euch einen guten Toern und gruessen Euch ganz herzlich von der Insel Eckerö auf den Alands. Das Wetter hier ist etwas besser als bei Euch. Wir haben hier Sonne und ueber 20 Grad. Also macht’s gut. Wir verfolgen Euren Blog.
    Hartmut und Monika von Paul Beneke

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